Perfide Betrugsmasche: Wie WhatsApp-Gruppen in die Falle locken

Perfide Betrugsmaschen der Gauner :BaFin warnt vor WhatsApp-Gruppen als Betrugsfalle

Oliver Klein

von Oliver Klein

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In dubiosen WhatsApp-Gruppen locken Betrüger mit vermeintlich todsicheren Finanztipps oder Jobangeboten. Wie funktionieren die perfiden Maschen? ZDFheute mit einem Überblick.

Mann schaut auf ein Handy

Betrüger auf WhatsApp locken Nutzer in Finanzgruppen und bringen sie dazu, dubiose Trading‑Apps zu installieren. Doch statt der versprochenen hohen Renditen drohen Verluste.

05.02.2026 | 0:42 min

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin hat ihre Warnungen vor betrügerischen WhatsApp-Gruppen noch einmal verschärft: Es gibt neue Betrugswellen mit gefälschten Handelsplattformen, Identitätsdiebstahl, vermeintlichen Jobangeboten. Teils locken die Täter ihre Opfer in WhatsApp-Gruppen, manchmal fügen sie sie auch einfach ungefragt zu einer Gruppe hinzu. Berichte über Opfer, die teils sechstellige Beträge verloren, häufen sich.

Was steckt dahinter, wie funktionieren die Tricks der Betrüger? ZDFheute mit einem Überblick.

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Die Trading-Plattform-Masche

Die Täter schalten Werbung in sozialen Medien und locken Interessenten in geschlossene Chat-Gruppen, oft bei WhatsApp oder Telegram. In den Gruppen empfehlen dann Mitglieder, die sich etwa "Harrison T Blake" oder "Francesca Müller" nennen, angeblich vielversprechende Geldanlagen, berichtet die BaFin. So werden die Opfer zunächst dazu gebracht, kleinere Summen zu investieren.

Die vermeintlichen Trading-Portale wirken auf den ersten Blick seriös, verwenden teilweise unerlaubt die Namen renommierter Unternehmen. Und die ersten Investitionen haben scheinbar sogar Erfolg: Oft werden zunächst Gewinne ausgezahlt, um Vertrauen aufzubauen. "Da werden dann vermeintliche Kurse und Gewinne angezeigt, die aber gar nicht existieren. Und dann werden die Verbraucher angeregt, höhere Summen zu investieren", erklärt Ralph Kummer vom Vebraucherzentrale Bundesverband. "Am Ende ist das Geld weg."

Da droht nicht nur Altersarmut, dies kann finanziell und psychisch existenzbedrohend sein.

Ralph Kummer, Vebraucherzentrale Bundesverband

In einigen aktuellen Fällen gebe es Schäden bis zu 170.000 Euro, berichtet der Experte. Besonders tragisch: Manche Opfer vertrauten große Teile oder die gesamte Altersvorsorge den Anlagebetrügern an.

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Die Nebenjob-Masche

In anderen Fällen finden sich die Opfer plötzlich in einer neuen, dubiosen WhatsApp-Gruppe wieder, hinzugefügt von einem unbekannten Nutzer. Oft scheinen auch die anderen, offenbar neuen Mitglieder überrascht. Doch die scheinbar ahnungslosen anderen Nutzer sind nicht echt, die ganze Gruppe eine perfide Betrugsmasche bei WhatsApp, bei der vermeintlich unkomplizierte Nebenjobs angeboten werden.

Die Gruppenmitglieder werden beispielsweise aufgefordert, einen Youtube-Kanal zu abonnieren oder ein Instagram-Profil zu liken und zum Beweis einen Screenshot davon zu schicken. Dafür versprechen die Betrüger ein Honorar: "Du kannst etwa 200 bis 800 Euro pro Tag verdienen", heißt es. Die Auszahlung erfolge über eine Telegram-Gruppe.

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Die Betrüger wollen so offenbar zum einen persönliche Daten wie Bankverbindung, Anschrift und anderes erbeuten, mit denen später weitere Angriffe ermöglicht werden. Aber die Masche wird noch tückischer:

In den Chats bei WhatsApp und Telegram tummeln sich weitere, scheinbar echte Menschen, die begeistert von ihrem erfolgreichen Nebenjob berichten. Doch auch sie sind Fakes und Teil der Betrugsstrategie: Die Opfer sollen glauben, dass das System funktioniert. Teilweise erhalten Sie für ihre Dienste zunächst sogar tatsächlich eine kleine Entlohnung, um Vertrauen zu schaffen, berichtet das österreichische Online-Portal Mimikama. Dann jedoch kann der nächste Schritt folgen: Nutzer sollen Geld zahlen, um an lukrativere Aufträge zu kommen. Die gibt es natürlich nicht - das Geld ist verloren.

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Die Penny-Stocks-Masche

Das Bundeskriminalamt (BKA) warnte im vergangenen Jahr vor Betrug mit Aktien in Chatgruppen. Dabei geht es um die Penny-Stocks-Masche: Betrüger empfehlen extrem billige Aktien -sogenannte "Penny Stocks" - mit großen Gewinnversprechen offensiv zum Kauf.

Wenn genug Anleger zugreifen, kann tatsächlich kurzfristig der Kurs steigen. Davon profitieren aber nur die Betrüger selbst, die auch die Aktien besitzen. "Sobald die Täter ihre Aktien verkaufen, bricht der Kurs meist rapide ein und die übrigen Anleger erleiden hohe Verluste", schreibt das BKA in einer Mitteilung.

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So schützen Sie sich vor Betrug in Chatgruppen

Die wichtigsten Tipps:

  • Seien Sie besonders vorsichtig bei unaufgeforterten Jobangeboten oder "heißen Tipps" in Messenger-Diensten. Telegram und WhatsApp bieten eine gewisse Anonymität und eignen sich deshalb besonders gut für Betrüger. Am besten den Absender blockieren und aus der Gruppe austreten.
  • Erscheinen die Gewinnversprechen extrem hoch oder wird Zeitdruck aufgebaut? Lieber die Finger davon lassen - seriöse Anlageberater überreden ihre Kunden nicht zu einer bestimmten Geldanlage.
  • Wenn Sie bereits Opfer wurden: Suchen Sie Hilfe bei Verbraucherzentralen und bringen Sie den Betrug bei der Polizei zur Anzeige. Sichern Sie dafür auch Beweise wie Screenshots oder den Chatverlauf.

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Dieser Beitrag wurde erstmals am 24. Juni 2025 veröffentlicht und am 9. Februar 2026 aktualisiert.

Über dieses Thema berichtete das ZDF in der Sendung "Volle Kanne" am 05.02.2026 ab 09:05 Uhr.

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