Heizöl und Brennholz: So entlarven Verbraucher unseriöse Anbieter

Betrug mit Brennholz, Heizöl und Co. :So erkennen Sie Fakeshops für Brennstoffe

von Cornelia Petereit

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In der kalten Jahreszeit wollen viele noch Heizmittel wie Brennholz oder Heizöl nachkaufen. Wer im Internet ein Schnäppchen sucht, zahlt am Ende oft drauf. Worauf zu achten ist.

Symbolbild Cyberkriminalität

Vermeintlich günstige Heizöl-Angebote können trügerisch sein: Hinter seriös wirkenden Webseiten stecken oft Betrüger. Woran man Fakes erkennen kann.

03.12.2025 | 3:21 min

Wer sich im Internet nach Brennholz, Pellets oder Heizöl umschaut, findet Angebote, bei denen die Heizstoffe für die Hälfte des üblichen Marktpreises verkauft werden. Bei sehr niedrigen Angeboten sei aber Vorsicht geboten, sagt Kathrin Bartsch von der Verbraucherzentrale Niedersachsen. Käufer wüssten meist nicht, mit wem sie es im Internet zu tun haben. Und sie prüften oft auch nicht, wer hinter einem Shop steckt.

Die wenigsten unterbrechen den Kaufprozess und gucken, ob es den Händler überhaupt gibt.

Kathrin Bartsch, Referentin Digitales, Verbraucherzentrale Niedersachsen

Frau sitzt am Tisch und schaut auf ihr Smartphone.

Online-Shops überschlagen sich mit Rabatten. Doch manches Angebot ist zu gut, um echt zu sein. Anhand dieser Merkmale kann man unseriöse Online-Anbieter erkennen.

25.11.2025 | 2:32 min

Internetseiten auf Seriosität überprüfen

Erstes Warnzeichen sogenannter Fakeshops: Der Name der Internetseite hat wenig Bezug zum Produkt oder wirbt mit auffälligen Attributen wie "billig" und "supergünstig".

Über den Fakeshopfinder der Verbraucherzentralen können Verbraucher die Webadressen kostenlos überprüfen. Denn die Fakeseiten sind mittlerweile sehr professionell, beinhalten teilweise sogar Impressum und Kontaktadressen, die allerdings nicht echt sind.

Folgende Angaben müssen per Gesetz auf einer Internetseite zu finden sein:

  • Händleradresse
  • Impressum
  • Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) oder Widerruf- und Datenschutzerklärung


Siegel und Bewertungen

Gütesiegel werden genauso wie Kundenbewertungen oft gefälscht. Ist das Zertifikat nur abgebildet oder lässt sich das Logo nicht anklicken, ist Vorsicht geboten. Achtung auch bei Wort- oder Buchstabendrehern im Namen.

Schwerer zu überprüfen ist die Echtheit von Bewertungen, weiß Kathrin Bartsch. "Wenn Kunden überwiegend nur einen Stern vergeben, sollten Sie besser woanders kaufen", rät die Verbraucherschützerin. Um unseriöse Händler zu identifizieren, bietet sich auch die Suchkombination aus Händlername mit Stichworten wie "Erfahrung" oder "seriös" an.

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Kosten müssen realistisch sein

Das wichtigste Kriterium für ein seriöses Angebot ist der Preis, betont Steffen Rotner vom Bundesverband Brennholz. Oft sei der Preis inklusive Lieferung ins gesamte Bundesgebiet so niedrig, dass allein die Transportkosten damit gar nicht abgedeckt sein könnten, erklärt Rotner.

50 bis 70 Euro pro Raummeter Holz ist unrealistisch. Allein die Lieferung kostet schon das Doppelte!

Steffen Rotner, Bundesverband Brennholz

Die Preise für einen Schüttraummeter getrocknetes Buchenholz liegen zwischen 125 und 140 Euro, im Einzelfall auch 160 Euro (Stand: 10/2025). Die Unterschiede kommen durch verschiedene Faktoren zustande: Herkunftsregion, Trocknungszustand des Brennholzes (variiert von frisch bis kammergetrocknet), Scheitlänge (zwischen 25 und 40 Zentimeter) oder Mengeneinheit (Schüttraum- oder Schichtraummeter).

Wichtig ist immer die Restfeuchte, die gesetzlich vorgeschrieben maximal 25 Prozent betragen darf. Dafür muss Holz auf natürlichem Wege ein bis drei Jahre trocknen. Künstliche Trocknung beschleunigt den Prozess, macht das Holz aber teurer. Preisdifferenzen sind auch in der Art des Holzes - Laub- oder Nadelholz - begründet.


Vor dem Eingang eines Geschäftes wird für Rabatte am Black Friday geworben.

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Nie im Voraus bezahlen

Neben den Preisen ist auch die Bezahlart ein Kriterium für seriöse Anbieter. Wie die Verbraucherzentralen warnt auch Rotner vor Zahlungen per Vorkasse. Das Geld sei weg und geliefert werde nichts oder falsches Brennholz.

Lehnen Käufer diese Zahlmethode ab, seien Betrüger sehr hartnäckig und böten Teilzahlungen von 50 oder 20 Prozent im Voraus an. "Das hört sich dann erstmal weniger an, aber am Ende ist auch dieses Geld weg", so Rotner. Seriöse Händler führten mobile EC-Kartengeräte mit oder akzeptierten Barzahlung bei Lieferung. Am günstigsten ist zudem antizyklisches Kaufen, Brennstoffe am besten also nach der Heizperiode bestellen.

Betrügerische Internetshops bieten meist keine andere Bezahlweise als Vorkasse an. Gibt es doch weitere Zahlungsarten, zum Beispiel über Bezahlanbieter, per Rechnung oder Lastschrift, verhindern plötzliche technische Störungen den Kaufabschluss und übrig bleibt nur die Vorkasse durch Überweisung.

Verbraucherzentralen warnen auch vor der Option "Erst kaufen, dann zahlen". Vielen sei nicht bewusst, dass es sich bei dieser Bezahlweise um einen Kredit bei Drittanbietern handele. Deren Geschäftsbedingungen müssten unbedingt vor Kaufabschluss geprüft werden, so die Verbraucherschützer. Eine "Pay later"-Finanzierung könne schnell auch zur Überschreitung des persönlichen Limits führen und das Risiko für Verschuldung erhöhen.


Wann greift der Käuferschutz?

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14.03.2025 | 2:32 min

Handeln im Betrugsfall

Ist das Geld per Vorkasse bezahlt, lässt sich der Betrug oft nicht gleich entdecken. Meist werden Engpässe vorgeschoben, um Lieferverzögerungen zu erklären. Bei Überweisungen sei es fast unmöglich, das Geld zurückzubekommen, so Verbraucherschützerin Bartsch. Eine Lastschrift könne dagegen acht Wochen lang rückgängig gemacht werden.

Betrüger verwenden missverständliche Formulierung wie 'Rechnung bei Überweisung'. Das bleibt eine Überweisung, fällt aber beim oberflächlichen Lesen nicht auf.

Kathrin Bartsch, Verbraucherzentrale Niedersachsen

Außerdem empfiehlt Bartsch, Strafanzeige zu stellen und den Betrug dem Kreditkarten- oder Bankinstitut zu melden. Bei Bezahlsystemen mit Käuferschutz lässt sich das Geld meist vom Vermittler zurückfordern. Verwahren Sie in jedem Fall Rechnung, Kauf- oder Überweisungsbeleg. Auch wenn das Geld weg ist, kann es nachverfolgt werden. Strafbehörden und Banken können dann im Idealfall die Unternehmen ausfindig machen und Konten sperren.

Cornelia Petereit ist Redakteurin der ZDF-Sendung "Volle Kanne - Service täglich".

Phishing und Smishing
:Betrugsversuche per E-Mail oder SMS erkennen

Online-Betrugsmaschen sind nicht immer leicht zu durchschauen. Auch durch den Einsatz von KI werden sie immer raffinierter. So können Sie sich vor Phishing und Smishing schützen.
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mit Video3:00
Auf einem Smartphone ist eine Betrugs-SMS zu lesen, in der Kriminelle ein Paket ankündigen und dafür Zollgebühren einfordern.

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Quelle: dpa

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Dieser Artikel wurde erstmals am 27. Oktober 2024 veröffentlicht und am 10. Dezember 2025 aktualisiert.

Über dieses Thema berichtete das gemeinsame Mittagsmagazin von ARD und ZDF am 03.12.2025 ab 12:00 Uhr.

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