Wohnideen für individuelle Innenräume:Fünf Tipps für ein Zuhause mit Charakter und Atmosphäre
von Julia Güth
Wohnideen mit Licht, Farbe und Deko für ein lebendiges Zuhause: Wie Sie mit diesen Tipps Ihre Wohnung in einen Ort mit Wärme, Atmosphäre und Persönlichkeit verwandeln.
Wie geht Inneneinrichtung heute? Tipps, wie Sie jede Wohnung optimal und individuell gestalten.
Quelle: Imgago /Westend61Licht, Farbe und individuelle Dekoration - ohne große Renovierung lässt sich eine Wohnung mit wenigen Handgriffen zu einem persönlichen und lebendigen Zuhause gestalten. Oxana Stollwerck, Expertin für Inneneinrichtung, hat die fünf wichtigsten Tipps für individuelle Wohnideen.
Beleuchtung richtig planen
Licht bestimmt, wie Farben, Möbel und Materialien wirken. Außerdem hat es einen Einfluss darauf, wie wir uns fühlen.
Licht ist der entscheidende Faktor für Atmosphäre.
Oxana Stollwerck, Interior Designerin
Statt einer einzelnen Deckenleuchte empfiehlt Stollwerck, verschiedene Lichtquellen wie Steh-, Tisch- und Wandleuchten zu kombinieren. Indirektes Licht an Wänden oder in Regalen schaffe zudem Tiefe und Stimmung, so Stollwerck.
Lichtdesign spielt eine zentrale Rolle bei der Wohnraumgestaltung. Interior Designerin Emell Gök Che präsentiert die neusten Trends.
12.11.2025 | 8:18 minSmarte Beleuchtungssysteme können die Lichtfarbe automatisch an die Tageszeit anpassen und sind per App oder Zeitschaltung steuerbar: morgens hell und aktivierend, abends warm und beruhigend. Praktisch seien auch schaltbare Steckdosen, sagt Stollwerck. Damit ließen sich mehrere Lampen gleichzeitig ein- oder ausschalten und die Atmosphäre sofort verändern.
Beim Kauf von Leuchtmitteln empfiehlt Stollwerck den Blick auf den Farbwiedergabeindex CRI. Er zeigt, wie natürlich Farben unter künstlichem Licht wirken. Werte zwischen 80 und 90 sorgen für eine realistische Farbwiedergabe.
Welches Licht für welchen Raum
- gemeinsamer Fokus: Gemütlichkeit, Entspannung, flexible Szenarien
- Wohnzimmer: mehrere Lichtquellen, anpassbar für Lesen oder TV, warmweiß und dimmbar (circa 2700 Kelvin)
- Schlafzimmer: Deckenleuchte, indirektes Licht und Leselampe, beruhigende Atmosphäre, warmweiß und dimmbar (bis 3000 Kelvin)
- gemeinsamer Fokus: präzise Sicht, Funktionalität, Konzentration
- Küche: helles Arbeitslicht (3500 bis 5000 Kelvin), gute Farberkennung
- Arbeitsplatz: tageslichtähnlich und konzentrationsfördernd (4000 bis 6500 Kelvin); Licht, das weder in die Augen strahlt, noch störende Reflexe auf dem Monitor oder den Arbeitsflächen erzeugt
- Badezimmer: neutralweiß am Spiegel (4000 bis 4500 Kelvin), warmweiß für allgemeines Licht (2700 bis 3000 Kelvin)
- gemeinsamer Fokus: Orientierung und Atmosphäre
- Decken- und Akzentlicht an Spiegeln oder Bildern, optionales indirektes Licht in Schränken
- einladende Wirkung durch warmweißes Licht (2700 bis 3000 Kelvin)
Farbwirkung vorher testen
Farben verändern Räume, doch wie sie wirken, hängt stark vom Licht und der Umgebung ab. Ein Farbton, der im Geschäft gut aussehe, könne zu Hause ganz anders wirken. Die Interior Designerin rät dazu, Farb- oder Tapetenmuster mitzunehmen und bei Tages-, Abend- und Kunstlicht im Zuhause anzuhalten. Farben aus der Natur wirken fast immer harmonisch.
Angst vor dunklen Farben sei unbegründet. "Sie schaffen Tiefe und Gemütlichkeit", so Stollwerck. Hilfreich sei auch die 60-30-10-Regel: 60 Prozent werden mit der Hauptfarbe abgedeckt, zum Beispiel über Wände oder Teppiche.
Ein Drittel der Farbe im Raum entfallen auf die Sekundärfarbe, zum Beispiel des Sofas oder bei Vorhängen. Die restlichen zehn Prozent sind Akzentfarbe, wahlweise bei Kissen, Vasen oder Deko-Elementen. Inneneinrichterin Stollwerck hat außerdem noch einen Extra-Tipp:
Mut zur Decke - auch sie darf gestrichen werden.
Oxana Stollwerck, Interior Designerin
Das sorge für Weichheit, Tiefe und ein stimmiges Gesamtbild, erklärt Stollwerck.
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22.09.2025 | 3:58 minRäume mit Möbeln strukturieren
Bei Beratungen stellt Stollwerck immer wieder fest, dass viele Menschen ihre Möbel an die Wand stellen. Ergebnis: Die Mitte bleibt leer, der Raum wirkt leblos. Werden hingegen unterschiedliche Bereiche wie Leseecke, Essbereich oder Arbeitsplatz definiert, bekommt der Raum Struktur. Teppiche, Leuchten und Pflanzen helfen, diese Bereiche sichtbar abzugrenzen.
- Überladene Räume und zu viele Möbel: Räume wirken luftiger und harmonischer, wenn sich die Einrichtung auf das Wesentliche konzentriert.
- Licht falsch, zu spät oder gar nicht planen: Wichtig ist die frühzeitige Überlegung, welche Bereiche wie genutzt werden und welche Stimmung jeder Raum haben soll. So lässt sich die nachträgliche Installation von Beleuchtung vermeiden.
- Alles "aus einem Guss" planen: Ein ausgewogener Mix aus Möbeln, Textilien und Dekoration macht Räume lebendig und interessant.
- Rein weiße Wände: Sie wirken oft zu hart im Kontrast. Gebrochene Töne erscheinen wärmer und erleichtern das Einrichten.
- Falsche Proportionen der Möbel: Besser ist, die Maße vorher zum Beispiel mit Klebeband auf dem Boden zu markieren. Das stellt sicher, dass Möbelgröße und Raum harmonieren.
- Fehlende Planung oder Stilrichtung: Wichtig ist, herauszufinden, was wirklich gefällt. Erst dann anordnen und kaufen.
Unterschiedliche Höhen bringen Spannung und Dynamik, weiß Stollwerck. Deshalb sollten hohe Regale neben niedrigen Sideboards oder Stehlampen neben niedrigen Beistelltischen platziert werden.
Das erzeugt einen lebendigen Rhythmus für das Auge.
Oxana Stollwerck, Interior-Designerin
Um Highlights zu setzen, empfiehlt Stollwerck, einzelne Stücke frei in den Raum zustellen oder zu beleuchten. Persönliche Gegenstände wie Kunst oder Souvenirs verleihen Individualität.
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Mit Stoffen und Pflanzen den Raum strukturieren
Kissen, Decken oder Vorhänge machen Räume sofort gemütlicher. Stollwerck empfiehlt, unterschiedliche Stoffe und Strukturen wie grob gewebte Teppiche, Kissen aus Samt oder leichte Leinenvorhänge zu verwenden. Sind Farbe oder Muster aufeinander abgestimmt, wirkt es harmonischer. Vorhänge verlängern Fenster optisch, während Teppiche Bereiche sichtbar abgrenzen.
Ein besonderer farbiger Kissenbezug kann als Hingucker eingesetzt werden, Pflanzen können dem Raum eine persönliche Note verleihen. Pflanzen bringen zudem Frische ins Zuhause. Sie sollten auf verschiedenen Ebenen stehen. Kleine gehören auf Sideboards, große auf den Boden und hängende an die Wand.
Licht schafft Atmosphäre und kann für gute Stimmung sorgen. Interior Designerin Emell Gök Che zeigt, wie man der Wohnung mit dem richtigen Lampeneinsatz einen neuen Charakter geben kann.
12.11.2025 | 6:53 minWohnräume an die Bedürfnisse anpassen
Oft soll alles direkt perfekt sein. Doch Stollwerck erklärt, dass Ausprobieren dazu gehört. Die Einrichtungsexpertin rät: "Erst mal ganz viel wegnehmen und sich dann vorsichtig herantasten." Dafür empfiehlt sie Moodboards mit Stoff-, Farb- oder Tapeten-Mustern anzulegen, mit denen verschiedene Kombinationen gelegt werden können.
Möbel, Textilien und Dekoration dann nach und nach einfügen, um zu prüfen, wie alles wirkt. Wenn etwas nicht direkt passe, könne es erstmal ein paar Tage liegen bleiben. Manchmal sehe es in einem anderen Raum auch besser aus. Oxana Stollwerck weiß aus Erfahrung, dass so Schritt für Schritt ein stimmiges, persönliches Zuhause entstehen kann.
Julia Güth ist Redakteurin der ZDF-Sendung "Volle Kanne - Service täglich".
Mieten und Recyceln statt Wegwerfen - so schonen Sie Ressourcen, schaffen individuelle Wohnideen und verleihen Ihrer Wohnung einen einzigartigen, nachhaltigen Charakter.
01.04.2025 | 29:45 minSie wollen auf dem Laufenden bleiben? Dann sind Sie beim ZDFheute-WhatsApp-Channel richtig. Hier erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten auf Ihr Smartphone. Nehmen Sie teil an Umfragen oder lassen Sie sich durch unseren Podcast "Kurze Auszeit" inspirieren. Zur Anmeldung: ZDFheute-WhatsApp-Channel.
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