Schlag-Anfall ist ein Notfall: Jede Minute zählt

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Schlag-Anfall ist ein Notfall: Jede Minute zählt

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Scheibe eines Rettungswagens mit der Aufschrift "112 Notarzt Rettungsdienst".

Quelle: Imago / Eibner

Ein Schlag-Anfall kann jeden treffen.

Wenn es passiert, muss man schnell handeln.

Das ist wichtig, damit man weiter leben kann.

Und damit man später nicht so viele Schäden hat.

Neue Behandlungen helfen heute viel besser.

Was ist ein Schlag-Anfall?

Bei einem Schlag-Anfall bekommt das Gehirn nicht genug Blut.

Dadurch bekommt es auch nicht genug Sauerstoff.

Meistens ist ein Blut-Gerinnsel der Grund.

Das Blut-Gerinnsel verstopft ein Gefäß im Gehirn.

Manchmal platzt auch ein Gefäß und es blutet im Gehirn.

Typische Anzeichen sind:

  • Man kann einen Körper-Teil nicht mehr bewegen.

  • Man kann nicht mehr richtig sprechen.

  • Man kann nicht mehr richtig sehen.

Diese Anzeichen kommen meistens ohne Warnung.

In Deutschland bekommen jedes Jahr etwa 270.000 Menschen einen Schlag-Anfall.

40 von 100 Menschen sterben innerhalb eines Jahres daran.

Schlag-Anfälle sind die dritthäufigste Todes-Ursache.

60 von 100 Menschen überleben einen Schlag-Anfall.

Diese Menschen brauchen danach Hilfe.

Zum Beispiel:

  • Kranken-Gymnastik

  • Hilfs-Mittel

  • Pflege

Schlag-Anfall: Schnelle Hilfe ist sehr wichtig.

Das Gehirn bekommt nicht genug Blut.

Je länger das so ist, desto mehr Nerven-Zellen sterben ab.

Diese Nerven-Zellen kommen nicht wieder.

Ein Schlag-Anfall kann jeder Zeit passieren.

Auch im Schlaf.

Manchmal merkt man die Anzeichen erst Stunden später.

Dann geht wichtige Zeit verloren.

In dieser Zeit wäre eine Behandlung besonders gut.

Andreas Meisel ist ein Neuologe an der Charité in Berlin.

Er ist ein Arzt und kümmert sich um Krankheiten des Gehirn und der Nerven.

Er sagt: Man muss auch kleine Anzeichen ernst nehmen.

Zum Beispiel:

  • Eine Schwäche auf einer Körper-Seite, nachdem man aufwacht.

  • Sprach-Probleme, nachdem man aufwacht.

Andreas Meisel sagt:

Jemand geht abends ohne Probleme ins Bett. Wenn er morgens ein Anzeichen hat, dann ist das ein Schlag-Anfall. Das gilt, bis wir das Gegenteil beweisen.

Wenn man den kleinsten Verdacht hat, muss man sofort die 112 anrufen.

Man darf nicht warten.

Alle Menschen können die Anzeichen mit dem FAST-Test erkennen.

F wie Face (Gesicht):

Bitten Sie die Person zu lächeln. Wenn ein Mund-Winkel nach unten hängt, kann das ein Zeichen für einen Schlag-Anfall sein.

A wie Arms (Arme):

Bitten Sie die Person, beide Arme nach vorne zu strecken.

Dabei sollen die Hand-Flächen nach oben zeigen.

Wenn ein Arm nicht gehoben werden kann, ist das ein Zeichen.

Der Arm sinkt oder dreht sich.

Auch das ist ein Zeichen.

S wie Speech (Sprache):

Bitten Sie die Person, einen einfachen Satz nach-zu-sprechen.

Wenn die Person das nicht kann, ist das ein Zeichen für eine Sprach-Störung.

Wenn die Stimme undeutlich klingt, ist das auch ein Zeichen für eine Sprach-Störung.

T wie Time (Zeit):

Zögern Sie nicht!

Wählen Sie sofort die Notruf-Nummer 112.

Beschreiben Sie genau, welche Zeichen Sie bemerkt haben.

Schlag-Anfall, TIA oder Aneurysma

Eine TIA ist kein richtiger Schlag-Anfall.

TIA ist die Abkürzung für "Transitorische Ischämische Attacke".

Das Gehirn wird vorübergehend nicht gut durchblutet.

Die Anzeichen sind ähnlich wie bei einem Schlaganfall.

Aber sie gehen meistens innerhalb von 24 Stunden wieder weg.

Eine TIA ist ein wichtiges Warn-Signal für einen möglichen Schlag-Anfall.

Man muss das von einem Arzt untersuchen lassen.

Ein Aneurysma kann auch einen Schlag-Anfall auslösen.

Dann ist ein Blut-Gefäß an einer Stelle weiter geworden.

Wenn das Gefäß reißt, gibt es eine Blutung im Gehirn.

Diese Blutung ist meistens sehr schlimm.

Was macht einen Schlag-Anfall wahrscheinlicher?

Hoher Blut-Druck ist der wichtigste Grund für einen Schlag-Anfall.

Er schädigt die Gefäße.

Das kann dazu führen, dass sich Gefäße verschließen.

Es kann auch dazu kommen, dass es im Gehirn blutet.

Auch Herz-Rhythmus-Störungen erhöhen das Risiko.

Dabei können sich Blut-Gerinnsel im Herz bilden.

Diese können ins Gehirn gelangen.

Krankheiten wie Zucker-Krankheit und hohe Cholesterin-Werte fördern, dass sich in den Gefäßen Ablagerungen bilden.

Das Blut fließt dann schlechter.

Dadurch kann ein Gefäß im Gehirn auch enger werden oder sich ganz verschließen.

Ein ungesunder Lebens-Stil macht das Risiko noch größer.

Zu einem ungesunden Lebens-Stil gehört:

  • Rauchen

  • Über-Gewicht

  • wenig Bewegung

  • ungesundes Essen

Das alles ist schlecht für das Herz und die Gefäße.

Auch das Alter erhöht das Risiko.

Die Gefäße sind nicht mehr so dehnbar.

Und ältere Menschen haben oft weitere Krankheiten.

Behandlung, wenn sich ein Gefäß verschließt

Die Behandlung hängt davon ab, was den Schlag-Anfall ausgelöst hat.

Das findet man mit Bildern vom Gehirn heraus.

Es ist wichtig, wie viel Zeit seit den ersten Anzeichen vergangen ist.

Wenn sich ein Gefäß verschließt, kann eine Thrombolyse helfen.

Thrombolyse ist eine Behandlung, bei der Medikamente ein Blut-Gerinnsel auflösen.

Diese Behandlung ist meistens nur innerhalb von vier-einhalb Stunden möglich.

Eine andere Methode ist die Thrombektomie.

Dabei entfernen Ärzte ein Blut-Gerinnsel mechanisch aus einem Gefäß.

Ärzte führen sie bei größeren Gefäß-Verschlüssen durch.

Man kann sie auch noch einige Stunden später machen.

Eberhard Siebert ist ein Neuro-Radiologe an der Charité in Berlin.

Er untersucht das Gehirn mit Bildern.

Er erklärt: Bei der Methode schiebt man einen Schlauch über eine Arterie in der Leiste bis ins Gehirn.

Eberhard Siebert sagt:

"Bei der Thrombektomie entfernen wir das Blut-Gerinnsel mit einem Gerät."

Auch bei der Thrombektomie ist Zeit sehr wichtig.

Je schneller die Behandlung ist, desto weniger Gehirn-Zellen sind dauerhaft geschädigt.

Behandlung bei einer Hirn-Blutung

Wenn es im Gehirn blutet, stabilisiert man zuerst wichtige Körper-Funktionen.

Danach stoppt man die Blutung so schnell wie möglich.

Und man senkt den Druck im Gehirn.

Das macht man zum Beispiel mit Medikamenten gegen hohen Blut-Druck.

Manchmal muss man auch operieren.

Dabei entfernt man das Blut oder verschließt die Stelle, wo es blutet.

Ein Schlag-Anfall ist ein Not-Fall.

Betroffene und Angehörige müssen die Anzeichen immer ernst nehmen.

Und sie müssen den Not-Ruf wählen.

Durch schnelle Hilfe und moderne Medizin gibt es heute gute Chancen, schwere Folgen zu vermeiden.