Herzinsuffizienz behandeln: Neue Therapie hilft bei Herzschwäche

Herzinsuffizienz spezifisch behandeln:So hilft eine neue Therapie bei Herzschwäche

von Thomas Förster

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Für rund zwei Millionen Patienten mit Herzschwäche gab es bisher keine wirksame Therapie. Ärzte konnten nur Symptome und Begleiterkrankungen behandeln. Das hat sich jetzt geändert.

Patient in Untersuchungsraum

Wilfried Hornschuch kann nur noch wenige Meter gehen, dann hat er keine Luft mehr: Er leidet an Herzschwäche. Wie ihm ein neues Medikament jetzt helfen soll.

18.05.2026 | 5:10 min

Herzschwäche ist in Deutschland einer der häufigsten Gründe für eine stationäre Einweisung ins Krankenhaus. Rund 40.000 Patienten sterben jedes Jahr an den Folgen der unheilbaren Krankheit. Hinzu kommt: Für eine spezifische Form der Herzschwäche fehlten bisher gänzlich wirksame Therapien.


Herzschwäche beginnt oft schleichend

Bei der Krankheit pumpt die linke Herzkammer nicht mehr ausreichend Blut in den Körperkreislauf. Dadurch werden Organe schlechter durchblutet und mit Sauerstoff versorgt. Eine Herzschwäche entwickelt sich meist infolge bereits bestehender Grunderkrankungen. Dazu gehört ein dauerhaft erhöhter Blutdruck oder eine Verengung der Herzkranzgefäße.

EKG wird angeschlossen

Oft bleiben Verkalkungen in den Herzkranzgefäßen lange unbemerkt. Doch sie können tödliche Folgen wie einen Herzinfarkt haben.

03.11.2025 | 5:07 min

Die Symptome treten bei den meisten Betroffenen schleichend auf, können sich aber auch plötzlich verschlechtern. Viele bemerken zunächst eine eingeschränkte Belastbarkeit, die sie häufig auf das Alter schieben. Hinzu kommen Atemnot, Müdigkeit und Wassereinlagerungen in den Beinen. Wird die Krankheit nicht behandelt, verstärken sich die Symptome meist.

Herzschwäche und Folgen

Durch die Unterversorgung mit sauerstoffreichem Blut kann es mit der Zeit zu Folgeschäden wie einer Nierenfunktionsstörung bis hin zu Nierenversagen kommen.

Schematische Darstellung der Nieren bei einer Hydronephrose.

Bei einer Hydronephrose ist das Nierenbecken krankhaft erweitert. Meist ist ein chronischer Harnstau Auslöser der Erkrankung.

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Auch Lungenödeme, Thrombosen und Schlaganfälle können auftreten, sagt Steffen Mark Sonntag, Facharzt für Innere Medizin mit Schwerpunkt Kardiologie.

Unbehandelt kommt es zu einem Herzversagen und daran verstirbt man.

Dr. Steffen Mark Sonntag, Kardiologe

Bei der Erkrankung unterscheidet man zwei verschiedene Formen, die systolische und die diastolische Herzschwäche.

Bei der systolischen Herzschwäche ist der Herzmuskel selbst geschwächt. Dadurch ist die Pumpleistung der linken Herzkammer verringert. In der Folge gelangt weniger sauerstoffreiches Blut in den Körperkreislauf, ein Teil verbleibt in der Herzkammer.
Bei der diastolischen Herzschwäche ist die Pumpleistung der Herzkammer normal. Die Herzkammer ist aber nicht elastisch genug, um ausreichend Blut aufzunehmen. Dadurch gelangt auch hier zu wenig sauerstoffreiches Blut in den Körperkreislauf.
In beiden Fällen kommt es zu einem Rückstau in die Lungen und in der Folge zu Atemnot.


Behandlung richtet sich nach Form der Herzschwäche

Für Patienten mit verminderter Pumpleistung der Herzkammer gibt es bereits seit vielen Jahren wirksame Medikamente. Zu den wichtigsten gehören ACE-Hemmer und Betablocker. ACE-Hemmer senken den Blutdruck und entlasten das Herz, sodass die Herzfunktion verbessert wird. Auch die Sterblichkeit und Häufigkeit von Krankenhausaufenthalten sinkt.

Bei Patienten mit normaler Pumpleistung der Herzkammer dagegen konnte man bislang nur die Symptome behandeln, zum Beispiel Wasseransammlungen, sowie Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck. Der langfristige Verlauf der Krankheit ließ sich nicht verbessern, erklärt Sonntag.

Hauptproblem bei Herzschwäche mit normaler Pumpleistung war, dass es keine wirksame Medikation gab.

Dr. Steffen Mark Sonntag, Facharzt für Innere Medizin mit Schwerpunkt Kardiologie

Das hat sich mit den sogenannten SGLT2-Hemmern geändert. Sie wurden ursprünglich zur Behandlung von Diabetes Typ 2 entwickelt. In Studien zeigte sich aber, dass sie auch positive Effekte bei Patienten mit Herzschwäche haben.

Harald sitzt auf einer Untersuchungsliege beim Arzt. Elektroden kleben auf seinem nackten Oberkörper. Auf dem Monitor neben ihm sieht man ein Ultraschallbild seines Herzens.

Harald (58) hat nach einer Operation am offenen Herzen nur noch 17 Prozent Herzleistung. Ich war ein "egoistischer Workaholic“, sagt er rückblickend über sich.

19.08.2025 | 28:38 min

SGLT2-Hemmer gegen Herzschwäche

Die SGLT2 Hemmer sind in Deutschland für Herzschwäche mit reduzierter Pumpleistung seit 2020 zugelassen, für Patienten mit erhaltener Pumpleistung seit 2022. Sie führen dazu, dass die Niere mehr Zucker und Wasser ausscheidet.

Weniger Flüssigkeit im Körper entlastet das Herz. Daneben werden weitere positive Eigenschaften der SGLT2-Hemmer bei Herzschwäche mit normaler Pumpleistung vermutet, zum Beispiel die Hemmung von Entzündungsprozessen im Herzmuskel. Nicht alle Wirkmechanismen sind schon vollständig bekannt.

Die häufigste Nebenwirkung sind Harnwegsinfekte. Durch den erhöhten Zuckergehalt im Urin können sich Bakterien leichter vermehren und Infektionen verursachen. Demgegenüber steht aber der Nutzen der Medikamente, den Studien belegen.

Jeder Krankenhausaufenthalt ist für Herzschwäche-Patienten ein ernstes Ereignis. Meist ist er aufgrund einer akuten Verschlechterung der Erkrankung erforderlich. Fünf bis zehn Prozent der Patienten sterben während des Aufenthalts oder kurz danach. Häufig stellt sich ein Drehtüreffekt ein: Die Patienten werden entlassen und müssen kurz darauf wegen einer erneuten Verschlechterung wieder eingeliefert werden.


Neuer Katheter zur Behandlung von Vorhofflimmern

Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung weltweit. Ein neue Behandlung verspricht eine deutlich schonendere und effektivere Alternative zu der bisher gängigen Therapie.

04.08.2025 | 3:20 min

Was SGLT2-Hemmer bei Herzschwäche bewirken

Die DELIVER und EMPEROR-Preserved Studie konnten nachweisen, dass SGLT2-Hemmer die Wahrscheinlichkeit für einen Krankenhausaufenthalt um bis zu 25 Prozent reduzieren können. Für Patienten ist das ein großer Fortschritt, sagt Sonntag.

Der Nutzen dieser neuen Therapie ist einmalig.

Dr. Steffen Mark Sonntag, Kardiologie

Außerdem verbessern SGLT2-Hemmer die Leistungsfähigkeit der Patienten. Sie stellen damit die erste spezifisch wirksame Therapie für eine bisher kaum behandelbare Form der Herzschwäche dar.

Das Herzpflaster besteht aus Millionen von Zellen und soll helfen, die Herzfunktion bei schwerer Herzinsuffizienz zu verbessern. Die Operation erfolgt minimalinvasiv,

Eine neue Therapie verspricht Hilfe bei schwerer Herzinsuffizienz: Ein lebendes Zellpflaster, direkt am Herzen aufgebracht, könnte aufwendige Operationen ersetzen.

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Über dieses Thema berichtete das ZDF in der Sendung "Volle Kanne" am 18.05.2026, ab 09:05 Uhr.

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