Beliebtes Lagerfeuer im Garten:So werden Feuerschalen und Feuerkörbe nicht zur Gefahr
von Luisa Luckhaupt
Feuerschalen sorgen für Gemütlichkeit im Garten, bergen durch das offene Feuer aber auch Risiken. Was Sie bei Auswahl, Material, Standort und Brennstoff beachten sollten.
Ein Lagerfeuer im Garten ist schön. Doch wer Feuerschalen falsch benutzt und Sicherheitsaspekte vernachlässigt, riskiert Ärger mit Nachbarn und Brandgefahr.
14.04.2026 | 4:26 minEin Glas Wein, flackernde Flammen und gute Gespräche: Für viele gehört die Feuerschale zu einem entspannten Abend im Garten. So stimmungsvoll das Lagerfeuer ist, so schnell kann es auch gefährlich werden.
Was eine gute Feuerschale ausmacht
Nicht jede Feuerschale ist gleich sicher. Entscheidend sind vor allem Material, Gewicht und Standfestigkeit. Für Benedikt Dorbath von der Feuerwehr Mainz ist es besonders wichtig, dass eine Feuerschale stabil auf dem Boden steht.
Beim Kauf einer Feuerschale würde ich auf jeden Fall darauf achten, dass das Produkt standsicher ist.
Benedikt Dorbath, Brandamtmann Feuerwehr Mainz
Die Schale sollte möglichst aus dickem, robustem Material bestehen. Schwere Modelle, etwa aus Gusseisen, Edelstahl oder Beton, mit festen Füßen bieten klare Sicherheitsvorteile. Leichte, mobile Varianten kippen dagegen schneller, besonders auf unebenem Untergrund.
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02.01.2026 | 3:39 minAuch die Konstruktion spielt eine Rolle: Offene Unterseiten geben Hitze direkt nach unten ab und können Rasen, Boden oder Terrassenbelag beschädigen. Im schlimmsten Fall können dadurch sogar Brände verursacht werden.
Feuerschalen und Feuerkörbe sehen ähnlich aus, unterscheiden sich aber in ihrem Bau und ihrer Funktionsweise und damit auch in der Sicherheit.
In einer Feuerschale liegt das Holz flach. Es brennt gleichmäßiger und ruhiger ab, die Flammen bleiben niedriger und es entstehen weniger Funken. Dadurch ist das Feuer insgesamt besser kontrollierbar.
Feuerkörbe sind in der Regel höher konstruiert. Die Holzscheite stehen meist aufrecht, und Luft kann von allen Seiten an das Feuer gelangen. Das sorgt für ein intensiveres Flammenbild, erhöht aber auch den Funkenflug. Gerade bei Wind oder in trockener Umgebung steigt so das Risiko für Brände und Verletzungen.
Wer ein ruhiges, kontrollierbares Feuer möchte, ist mit einer Feuerschale meist besser beraten. Feuerkörbe sorgen für mehr Flammen, erfordern aber auch mehr Vorsicht.
Der richtige Standort für Feuerschalen
Der Untergrund ist ein entscheidender Sicherheitsfaktor. Ideal sind ebene, feuerfeste Flächen wie Stein oder Beton. Befindet sich die Feuerschale in der Nähe von Rasen, sollte dieser vorher gut gewässert werden.
Steht ausschließlich eine Grünfläche zur Verfügung, können Waschbetonplatten in einer Gesamtgröße von etwa zwei Quadratmetern als sichere Unterlage dienen.
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13.04.2026 | 6:43 minWichtig ist außerdem ein ausreichender Abstand zu brennbaren Materialien. Rund um die Feuerschale sollte ein Sicherheitsbereich von etwa zwei Metern eingehalten werden.
Die größten Gefahren gehen vom Funkenflug an der Feuerschale aus.
Benedikt Dorbath, Brandamtmann Feuerwehr Mainz
Ein häufig unterschätztes Risiko ist Funkenflug. Besonders bei Wind können Glutreste mehrere Meter weit getragen werden, Brände auslösen und Menschen verletzen. Deshalb gilt: die Umgebung stets im Blick behalten und bei starker Trockenheit ganz auf offenes Feuer verzichten.
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21.01.2026 | 3:08 minWas bei Brennmaterial und Anzünder zu beachten ist
Was in der Feuerschale verbrannt wird, ist nicht nur für die Sicherheit entscheidend, sondern auch für die Umwelt. Am besten eignet sich trockenes, unbehandeltes Holz. Es verbrennt sauberer und verursacht weniger Rauch.
Vor allem beim Anzünden werden häufig Fehler gemacht. Brandbeschleuniger sind tabu, da sie zu einer unkontrollierten und gefährlichen Flammenentwicklung führen können. Besser sind natürliche Anzünder wie Holzwolle oder Tannenzapfen.
Wer eine Feuerschale betreibt, muss sich an gesetzliche Vorgaben halten. Grundlage für das Brennmaterial ist die Erste Bundes-Immissionsschutzverordnung (1. BImSchV).
Nicht erlaubt sind behandelte oder beschichtete Hölzer. Dazu gehören lackierte, gestrichene oder imprägnierte Holzreste ebenso wie Möbelstücke oder Spanplatten. Auch Papier, Kartonagen, Verpackungen oder gar Kunststoff haben im Feuer nichts zu suchen.
Der Grund: Beim Verbrennen solcher Materialien entstehen gesundheitsschädliche Stoffe, die sowohl die Umwelt als auch die eigene Gesundheit und die der Nachbarschaft belasten können.
Das Feuer sicher beenden
Ist das gemütliche Beisammensein vorbei, sollte das Feuer möglichst kontrolliert und vollständig ausbrennen. Wenn dafür keine Zeit bleibt, kann mit Wasser nachgeholfen werden - allerdings langsam und in kleinen Mengen.
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08.08.2025 | 5:28 minVor dem Ablöschen empfiehlt es sich, das Holz mit einem langen Stock auseinanderzuziehen. So wird verhindert, dass Glutnester plötzlich zusammenfallen und Funken aufwirbeln.
Was für Feuerschalen rechtlich gilt
Grundsätzlich ist die Nutzung von Feuerschalen im Garten erlaubt, allerdings nur bis zu einem Durchmesser von etwa einem Meter. Ein uneingeschränktes Recht auf offenes Feuer gibt es nicht: Mietverträge, Hausordnungen oder kommunale Vorgaben können strengere Regeln festlegen.
Auf Balkonen sind Feuerschalen in der Regel nicht erlaubt, insbesondere wegen der erhöhten Brandgefahr und Rauchentwicklung. Verstöße können Abmahnungen, Bußgelder oder sogar Schadensersatzforderungen nach sich ziehen. Kleine Tisch-Feuerschalen hingegen sind nicht grundsätzlich verboten, weil sie meist als dekorative Feuerstellen gelten.
Wer sich vorab informiert und Rücksicht auf die Nachbarschaft nimmt, ist auf der sicheren Seite. So lässt sich die Feuerschale im Garten genießen, ohne Ärger oder rechtliche Konsequenzen zu riskieren.
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