Digitale Souveränität: So klappt die Umstellung im Online-Alltag

Mehr digitale Souveränität:Wie Sie in fünf Schritten digital unabhängiger werden

von Richard Luttke

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Vom E-Mail-Konto bis zur Cloud: Wie Verbraucher die Kontrolle über ihre Daten zurückgewinnen, welche einfachen Schritte ein guter Anfang sein können und warum sich das lohnen kann.

Nahaufnahme eines Smartphone-Bildschirms mit verschiedenen App-Symbolen, darunter Google, YouTube, WhatsApp, Maps, PayPal, Amazon, TikTok und ChatGPT. Die Icons sind in einem Raster angeordnet, einige mit Benachrichtigungsanzeigen. Das Bild steht sinnbildlich für die starke Präsenz großer Digitalkonzerne im Alltag.

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Der Wechsel zu europäischen Alternativen ist teils leichter als gedacht und kann sich lohnen. Denn oft sind die Angebote datenschutzfreundlicher, teils günstiger und transparenter. So gelingt der Einstieg in fünf Schritten.


1. Suchmaschinen und Browser umstellen

Die Internetsuche wird nach wie vor von Google dominiert. Wer weniger Daten preisgeben möchte, kann auf Suchmaschinen wie Startpage, DuckDuckGo oder Ecosia ausweichen. Die Dienste bieten ähnliche Ergebnisse und besseren Datenschutz.

Daneben sind auch alternative Browser ein sehr guter Anfang zum Umstieg, wie Conrad Hoffmann, IT-Experte beim Verein für digitale Unabhängigkeit Topio e. V., erklärt: "Das sind klassische Datenschleudern, weil man viel damit macht und viel preisgibt." Hier gibt es eine große Auswahl wie Mozilla Firefox oder Brave.

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2. Messenger wechseln

WhatsApp gehört zu den meistgenutzten Apps weltweit. Entsprechend schwierig ist der Wechsel: "Das liegt natürlich an den Netzwerkeffekten", sagt Conrad Hoffmann. Steige man auf einen anderen Messenger um, seien alle Freunde immer noch bei WhatsApp und das sei natürlich ein riesiges Problem.

Viele Nutzer beginnen deshalb mit einem Parallelbetrieb und verlagern wichtige Gespräche schrittweise auf alternative Plattformen. Apps wie Signal oder Threema gelten als datenschutzfreundlicher und sammeln deutlich weniger Nutzerdaten.

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3. Die E-Mail-Adresse umziehen

Die E-Mail-Adresse ist heute fast wichtiger als die Wohnadresse. Wer unabhängiger werden möchte, kann zu europäischen Anbietern wechseln. Dienste wie Posteo, Mailbox.org oder Proton Mail setzen auf Datenschutz, verschlüsselte Kommunikation und betreiben ihre Infrastruktur überwiegend in Europa.

Der Umstieg erfordert zwar etwas Aufwand, da zahlreiche Online-Konten auf die bisherige Adresse registriert sind. Langfristig bietet er jedoch mehr Kontrolle über persönliche Daten. Dazu unterstützen manche Anbieter eine E-Mail-Weiterleitung, ähnlich wie sie die Post beim Wechsel der Wohnadresse anbietet.

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4. Online-Shopping breiter aufstellen

Amazon ist für viele Verbraucher die erste Anlaufstelle beim Online-Einkauf. Wer die Abhängigkeit reduzieren möchte, kann verstärkt direkt bei Herstellern, regionalen Händlern oder spezialisierten Online-Shops bestellen. Neben einer größeren Vielfalt unterstützt dies häufig auch kleinere Unternehmen und die lokale Wirtschaft.

Auch die Zahlung muss nicht zwingend über PayPal abgewickelt werden. In vielen Shops kann mit der Debitkarte oder per Rechnung gezahlt werden. Dazu gewinnt auch die Alternative von europäischen Banken "Wero" an Popularität.

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5. Eigene Cloud statt US-Speicher

Dokumente, Fotos und Backups landen häufig bei Google Drive, Microsoft OneDrive oder Apple iCloud. Alternativen bieten europäische Cloud-Anbieter wie Proton Drive und pCloud oder selbst betriebene Lösungen auf Basis von Nextcloud. Für den Umstieg müssen die Dateien lediglich beim alten Anbieter herunter- und beim neuen hochgeladen werden.

Neben diesen ersten Schritten gibt es viele weitere Möglichkeiten, auf europäische oder Open-Source-Alternativen umzusteigen. So kann es für den privaten Gebrauch oft günstiger sein, das Betriebssystem Linux statt Windows oder Libre Office statt Microsoft Office zu nutzen.

Anleitungen gibt es im Internet von Initiativen wie dem monatlich stattfindenden Digital Independence Day oder bei European Alternatives.


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Kleine Schritte für den Anfang

Laut Conrad Hoffmann von Topio e. V. scheitert es meist an der Bequemlichkeit: "Gerade wenn man im Stress ist, will man, dass Dinge einfach funktionieren und sich natürlich auch manchmal nicht zu tief mit der Materie beschäftigen." Daher sollte jeder mit machbaren Schritten anfangen. Für die meisten Verbraucher ist ein kompletter Ausstieg weder praktikabel noch notwendig.

Entscheidend ist vielmehr, Alternativen zu kennen und dort einzusetzen, wo sie einen echten Mehrwert bieten. Schon wenige Veränderungen können dazu beitragen, die eigene digitale Souveränität deutlich zu stärken.

Richard Luttke ist Redakteur im ZDF-Team Wirtschaft und Finanzen.

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Die Symbole von Social-Media-Apps wie Facebook, Instagram, YouTube und WhatsApp sind auf dem Bildschirm eines Mobiltelefons zu sehen.

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Über dieses Thema berichtete das ZDF in der Sendung "WISO" am 08.06.2026 ab 19:25 Uhr.

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