E-Zigaretten animieren zum Konsum:Jugendliche rauchen wieder mehr
von Luisa Billmayer
Jugendliche rauchen wieder mehr, während sich junge Erwachsene insgesamt von Zigaretten und Vapes abwenden. Grafiken erklären, wie es zum Effekt kommt.
Die Zahl der jugendlichen Raucher steigt. Ein Grund: Insbesondere Mädchen konsumieren vermehrt E-Zigaretten. Der Drogenbeauftragte der Bundesregierung schlägt Alarm.
26.05.2026 | 0:25 minKann ich eine Kippe von dir haben? Hast du mal Feuer? In den 1980ern waren diese Fragen zwischen jungen Leuten Alltag. Mehr als jede zweite Person zwischen 18 und 25 Jahren rauchte. In Restaurants, Kneipen und Flugzeugen war das Rauchen erlaubt. Seitdem gibt es einen klaren Trend - immer weniger junge Menschen rauchen.
2025 bezeichnen sich noch 26,3 Prozent der jungen Erwachsenen als Raucher*in oder Gelegenheitsraucher*in. Doch unter Jugendlichen zeigt sich ein Aufwärtstrend. 9,6 Prozent der 12- bis 17-Jährigen geben an, regelmäßig oder gelegentlich zu rauchen. 2021 waren es noch 6,1 Prozent. Das zeigen Daten der Drogenaffinitätsstudie des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (früher: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, kurz BZgA).
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Mehrweg-E-Zigaretten gewinnen bei Mädchen an Beliebtheit
Dass Jugendliche wieder mehr rauchen, liegt vor allem daran, dass Mehrweg-E-Zigaretten beliebter werden - besonders bei Mädchen. Während 2021 12- bis 17-jährige Jungen häufiger zu Mehrweg-Vapes griffen, ist 2025 die Quote der Mädchen höher.
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"Die Drogenaffinitätsstudie ist ein klares Warnsignal", sagt Hendrik Streek, Drogenbeauftragter der Bundesregierung. "Jugendliche rauchen und vapen wieder häufiger, und Nikotinprodukte sind für junge Menschen heute leichter sichtbar, leichter verfügbar und oft gezielt attraktiv gemacht. Hier dürfen wir nicht einfach nur zusehen."
Rauchen ist ungesund, trotzdem greift jeder fünfte Erwachsene zur Zigarette. Die Initiative "Rauchfrei im Mai" will den Ausstieg erleichtern.
11.05.2026 | 2:43 minSeit den 1970er-Jahren untersucht das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit in der Drogenaffinitätsstudie das Suchtverhalten junger Menschen. 2025 nahmen 7.001 Personen zwischen 12 und 25 Jahren im Zeitraum April bis Juni an der Befragung teil.
Umweltminister Schneider hat erklärt, ein Verbot von Einweg-E-Zigaretten anzustreben. Als Gründe nannte er neben Gesundheit und Umweltschutz auch die Sicherheit in Müllverbrennungsanlagen.
29.12.2025 | 1:02 minUnter Jugendlichen rauchen Mädchen teils häufiger als Jungen
Dass unter den 12- bis 17-Jährigen Mädchen häufiger rauchen als Jungen, fällt auch schon in früheren Befragungen auf. Allerdings tut sich mit zunehmendem Alter ein Gender Gap zu Lasten junger Männer auf.
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Darüber hinaus zeigt die Drogenaffinitätsstudie, dass der Konsum von Shishas und Einweg-E-Zigaretten unter jungen Menschen abgenommen hat. Allerdings gewinnen Mehrweg-E-Zigaretten und Nikotinbeutel, auch als Snus bekannt, an Beliebtheit. Dabei ist der Verkauf von Nikotinbeuteln in Deutschland verboten.
Das ist kein Lifestyleprodukt, sondern ein Gesundheitsrisiko.
Hendrik Streek, Drogenbeauftragter der Bundesregierung, über E-Zigaretten und Nikotinbeutel
Nikotinbeutel, "Snus" genannt, sind ein wachsender Trend, der durch seine Vermarktung auf junge Leute abzielt. Die Weltgesundheitsorganisation warnt vor der Droge.
15.05.2026 | 1:00 minStreek kritisiert vor allem die Vermarktung von neuen Nikotinprodukten: "Wenn Nikotin nach Cola, Kiwi, Kaugummi oder Menthol schmeckt und in bunten Verpackungen daherkommt, dann ist das keine zufällige Produktgestaltung." Der Drogenbeauftragte der Bundesregierung fordert "klare Regeln für Inhaltsstoffe, Aromen, Werbung und Verpackung". Gesundheitsschädliche und jugendaffine Aromen sollten verboten werden.
Redaktion: Kathrin Wolff
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