Gesetz für "rauchfreie Generation":Großbritannien verbietet jungen Menschen Kauf von Tabak
Im Kampf gegen Tabak und das Rauchen hat Großbritannien ein Gesetz verabschiedet, das jungen Menschen den Kauf von Tabakprodukten verbietet - und zwar ihr Leben lang.
Großbritannien hat ein Gesetz verabschiedet, das eine schrittweise Anhebung des Alters vorsieht, ab dem Tabakprodukte gekauft werden dürfen. Das Land soll dadurch perspektivisch rauchfrei werden.
22.04.2026 | 0:23 minGroßbritannien will rauchfrei werden - zumindest auf lange Sicht. Ein entsprechender Gesetzentwurf zum Verbot von Tabakverkauf nahm nach langwierigen Beratungen nun die letzte Hürde im Parlament.
Das Gesetz, dem nur noch die förmliche Zustimmung des Königs fehlt, sieht eine schrittweise Anhebung des Alters vor, ab dem Tabakprodukte legal gekauft werden dürfen. Wer nach dem 1. Januar 2009 geboren wurde, soll dadurch niemals die Möglichkeit bekommen, Zigaretten und ähnliche Produkte legal zu erwerben. Das Rauchen selbst wird nicht verboten.
Gesundheitsminister Wes Streeting sprach von einem historischen Moment. "Kinder im Vereinigten Königreich werden Teil der ersten rauchfreien Generation sein, die von einem Leben voller Sucht und Gefahr geschützt sein wird", so der Labour-Politiker.
Umweltminister Schneider setzt sich für ein Verbot von Einweg-E-Zigaretten ein. Denn: Die Vapes können bei einer Beschädigung Feuer fangen. Das ist auch bei der Müllentsorgung problematisch.
29.12.2025 | 1:32 minEingeschränkt wird durch das Gesetz auch der Genuss von E-Zigaretten. Auf Spielplätzen, in Autos mit Kindern und in Krankenhäusern werden die in Großbritannien als Vapes bezeichneten Verdampfer künftig verboten sein.
Malediven haben ähnliches Gesetz beschlossen
Am 1. November 2025 wurden die Malediven das erste Land, das ein solches Gesetz umgesetzt hat. Dort kann niemand, der seit dem 1.1.2007 geboren ist, mehr legal Tabakprodukte kaufen. In Neuseeland war ein ähnliches Gesetz noch vor der vollen Umsetzung 2024 wieder gekippt worden.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht das in Großbritannien beschlossene Tabakverbot als Schritt in die richtige Richtung. "Aus Sicht der WHO ist das ein starkes Signal: Tabakkontrolle lässt sich langfristig denken, jenseits kurzfristiger politischer Zyklen", sagt Rüdiger Krech, Gesundheitsexperte bei der WHO, auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.
Es könnten in Deutschland viele Menschenleben gerettet werden, wenn die verantwortlichen Politikerinnen und Politiker bei der Tabakkontrolle von Großbritannien lernen würden.
Weltgesundheitsorganisation
WHO: Deutschland liegt im Kampf gegen das Rauchen zurück
Die WHO hat einen Maßnahmenkatalog zum Kampf gegen Tabak entwickelt und prüft regelmäßig, wie weit Länder bei der Umsetzung sind. Deutschland hinkte Stand 2024 vielfach hinterher, etwa bei der Besteuerung. Sie empfiehlt, dass Steuern mindestens 75 Prozent des Preises ausmachen sollen. Auch bei der Umsetzung von Werbeverboten und Hilfen bei der Entwöhnung sah sie noch Luft nach oben.
Union und SPD planen eine höhere Tabaksteuer, um Krankenkassen zu entlasten. So soll die Mehrwertsteuer auf Medikamente gesenkt werden.
30.01.2026 | 1:49 minAktuell plant Deutschland eine Erhöhung der Tabaksteuer noch in diesem Jahr. Die Einnahmen sollen aber nicht der Prävention oder dem Gesundheitswesen zugutekommen, sondern nach Plänen der schwarz-roten Koalition die Steuerbefreiung einer geplanten Prämie für Beschäftigte finanzieren.
Die vom Bundesgesundheitsministerium eingesetzte Expertenkommission zum Stabilisieren der Krankenkassen hatte zuletzt Steuererhöhungen für Zigaretten vorgeschlagen. Konkret sollte die durchschnittliche Steuerlast für Fabrikzigaretten von 2027 bis 2031 jedes Jahr angehoben werden.
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