US-Tech-Produkte: Welche Alternativen zu Paypal und Co. gibt es?

FAQ

Mehr Verbraucher wenden sich ab:Welche Alternativen zu Paypal und Co. gibt es?

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Die Email wird mit Microsoft geschrieben, auf dem Handy mit Paypal gezahlt. Doch immer mehr Menschen denken über Alternativen zu US-Tech-Produkten nach. Welche Möglichkeiten gibt es?

Paypal-App auf einem Smartphone.

Auch um die Abhängigkeit von Paypal und anderen US-Tech-Produkten zu verringern, denken Nutzer über einen Wechsel nach.

Quelle: dpa

Nicht nur bei Soft- und Hardware aus China - auch bei digitalen Produkten aus den USA suchen Verbraucher angesichts von Datenschutz-Themen und Abhängigkeiten nach Alternativen. Damit kehren sie Anbietern wie Google, Paypal, Amazon oder Meta den Rücken.

Das Bewusstsein für diese Problematik sei bei Verbrauchern zwar insgesamt nicht so groß wie bei Unternehmen und Behörden, sagt Florian Glatzner von der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv). Er habe jedoch den Eindruck, dass viele Nutzer inzwischen "ein schlechtes Gefühl in der Magengegend" bei Produkten aus China und den USA hätten.

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Amazon, Google & Co. dominieren den digitalen Alltag. Die EU will das ändern – mit neuen Gesetzen. Doch die Umsetzung stockt. Was bedeutet das für Verbraucher und digitale Rechte?

14.07.2025 | 3:52 min

Welche Folgen hat dieses "schlechte Gefühl"?

Das Unwohlsein führe in den meisten Fällen nicht zu einer Änderung des Verhaltens - oder zumindest nicht sofort, sagt Glatzner. Meist sei es einfacher, Apps und andere Produkte zu nutzen, die weit verbreitet, benutzerfreundlich und häufig sogar schon auf den Geräten voreingestellt seien. Psychologen nennen so etwas kognitive Dissonanz.

Dabei geht es gar nicht unbedingt immer um die Sorge, ein US-Konzern könnte auf Grundlage politischer Vorgaben ohne Vorwarnung den Zugang zu den eigenen Daten sperren. Auch andere, banalere Zwänge sorgen dafür, dass Nutzerinnen und Nutzer ins Nachdenken kommen.

xy

Seit der Machtübernahme von Trump wird die Abhängigkeit von Google, Microsoft oder Amazon oft kritisch gesehen. Alternativen bieten eigene Rechenzentren, wie das der Stadt München.

03.07.2025 | 1:41 min

Welche Beispiele gibt es aktuell?

Windows 11

Zu den Fällen, die in jüngster Zeit für einigen Ärger bei Verbrauchern gesorgt haben, zählt Glatzner die schon länger angekündigte Entscheidung von Microsoft, dass der kostenlose Support für Windows 10 am 14. Oktober endgültig endet. Mit eventuellen Sicherheitslücken bleiben die Nutzer des Betriebssystems dann alleine.

Für Privatkunden gibt es - Stand jetzt - dann nur noch die Möglichkeit, gegen Gebühr für ein Jahr Sicherheitsupdates zu erhalten. Gleichzeitig sind die Mindestanforderungen, die ein Gerät erfüllen muss, damit darauf Windows 11 installiert werden kann, so hoch, dass viele ansonsten noch voll funktionsfähige Hardware ersetzt werden.

IT-Rechenzentrum

In zahlreichen Ländern - darunter auch Deutschland – musste der Flugverkehr heute Morgen wegen technischer Ausfälle weitgehend eingestellt werden. Ursache ist offenbar ein Problem beim US-Softwarekonzern Microsoft.

19.07.2024 | 3:30 min

Panne bei Paypal

Bei Paypal waren vor knapp einer Woche Sicherheitssysteme ausgefallen, die betrügerische Lastschriften herausfiltern sollen. Daraufhin hatten etliche Banken in Deutschland von der Paypal-Bank in Luxemburg weitergereichte Lastschriften gestoppt.

Dabei ging es um Lastschriften, bei denen Paypal das Geld vom Bankkonto der Kunden einzieht, nachdem diese etwa Waren im Internet gekauft haben.

Welche Zahlungsalternativen gibt es?

Nicht erst seit dieser großen Panne bemühen sich europäische Wettbewerber wie die Neobank Revolut oder Wero, der Dienstleister der European Payments Initiative (EPI), mit dem Argument "Made in Europe" dem Online-Zahlungsdienstleister aus den USA Konkurrenz zu machen.

  • Wero erlaubt seinen Usern, Geld per Smartphone zu versenden - statt Bankdaten reichen, wie bei anderen etablierten Zahlungsdiensten, eine Handynummer oder Mailadresse.
  • Möglich sind bisher nur private Zahlungen zwischen Usern, deren jeweilige Banken an Wero teilnehmen. Aktuell bieten Banken aus Deutschland, Frankreich und Belgien Wero an, in diesen drei Ländern ist der Service nach eigenen Angaben mittlerweile für 75 Prozent der privaten Bankkunden verfügbar.
  • Nächste Schritte sollen laut Wero sein: Starts in weiteren Ländern (u.a. in den Niederlanden), Zahlungsmöglichkeiten im Handel (online und offline) und für Abodienste.


Neues KI-Gesetz

Seit Anfang August gelten in der EU strengere Vorschriften für Künstliche Intelligenz. Anbieter müssen nun mehr Daten offenlegen. Damit soll der Urheberrechte besser geschützt werden.

02.08.2025 | 1:40 min

Wie sieht es bei Künstlicher Intelligenz aus?

Da sieht es ganz ähnlich wie bei den Zahlungsdienstleistern aus. Im Frühjahr veröffentlichte der Branchenverband Bitkom die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage. Ihr zufolge nutzten zwei Drittel (67 Prozent) der Menschen in Deutschland ab 16 Jahren zumindest gelegentlich generative Künstliche Intelligenz. Im vergangenen Sommer waren es 40 Prozent.

Dabei beschränkt sich die Nutzung fast ausschließlich auf die drei führenden Anbieter OpenAI (ChatGPT), Microsoft (Copilot) und Google (Gemini).

Elon Musk, Mark Zuckerberg und Donald Trump.

US-Technologie-Giganten beeinflussen immer größere Teile des öffentlichen Diskurses. Welche Gefahren davon ausgehen, erklärt Medienwissenschaftler Martin Andree bei ZDFheute live.

20.08.2025 | 12:19 min

Welche KI-Alternativen gibt es?

Das KI-Start-up Mistral AI (Le Chat) aus Frankreich, das vor allem Open-Source-Sprachmodelle entwickelt und besonders auf Privatsphäre achtet, ist hierzulande noch weitgehend unbekannt. Das deutsche Pendant Aleph Alpha fokussiert sich eher auf konkrete KI-Lösungen für Firmenkunden und öffentliche Auftraggeber, die hohe datenschutzrechtliche Anforderungen erfüllen müssen.

Was tut die Politik für mehr Unabhängigkeit?

Das BSI setzt bei digitaler Souveränität auf eine Doppelstrategie: Der EU-Markt und die eigene Digitalindustrie sollen gestärkt werden. Internationale Produkte sollen technisch so abgesichert werden, dass ein souveräner Einsatz möglich wird. Frankreich und Deutschland wollen am 18. November gemeinsam mit der EU-Kommission in Berlin einen Gipfel zum Thema digitale Souveränität ausrichten. Der Bundesregierung geht es hier auch darum, Risiken zu minimieren.

Quelle: dpa

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