Sicherheitspanne:Was Paypal-Kunden jetzt beachten sollten
Bei Paypal sind Sicherheitsfilter ausgefallen, die betrügerische Lastschriften erkennen sollen. Der Fehler ist laut Unternehmen behoben. Worauf Kunden jetzt achten sollten.
Bei Paypal kam es in den vergangenen Tagen zu Sicherheitsproblemen. (Symbolbild)
Quelle: dpaAuf dem deutschen Markt ist Paypal der mit Abstand wichtigste Online-Bezahldienst mit einem Marktanteil von knapp 30 Prozebt bei Online-Einkäufen. Millionen Menschen nutzen den Dienst des US-Unternehmens, das von Elon Musk gegründet wurde. Nun gab es eine Sicherheitspanne - die Verbraucherzentrale spricht von einem "beispiellosen Vorfall".
Was war los?
Bei Paypal haben Ende vergangener Woche Sicherheitssysteme versagt, die betrügerische Lastschriften herausfiltern sollen. Diese Systeme fielen nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" komplett oder größtenteils aus. Dadurch habe Paypal ungeprüft sämtliche Lastschriften bei den Banken eingereicht. Dabei ging es um Lastschriften, bei denen Paypal das Geld vom Bankkonto der Kunden einzieht, nachdem diese etwa Waren im Internet gekauft haben.
Über die Panne bei PayPal und den gestoppten Lastschriften in Milliardenhöhe berichtet ZDF-Börsenexperte Frank Bethmann an der Börse in Frankfurt.
27.08.2025 | 1:08 minBanken haben daraufhin Abbuchungen in zweistelliger Milliardenhöhe gestoppt. Laut dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband hatte das Auswirkungen auf den Zahlungsverkehr in Europa, vor allem auch in Deutschland. Betroffen sind auch Händler, die ihr Geld mit legitimen Lastschriften verspätet erhalten haben. Auf der Hilfe-Seite von Paypal heißt es, dass das Problem inzwischen behoben sei.
Was heißt das für Kundinnen und Kunden von Paypal?
Wer Paypal nutzt, müsse aktuell nicht fürchten, dass plötzlich Geld verschwindet, schreibt die Verbraucherzentrale auf ihrer Homepage. Sie rät Kundinnen und Kunden dazu, ihre Kontoauszüge in den kommenden Tagen zu prüfen und sowohl auf ihr Bankkonto auch als ins Paypal-Konto zu schauen. Es könne sein, dass Zahlungen später als gewohnt abgehen. Somit würden auch Händler auf Zahlungen warten müssen und Lieferungen könnten sich verzögern.
Betroffene könnten von Paypal Mails mit Informationen über fehlgeschlagene Transaktionen erhalten. Hierbei gelte es zu prüfen, ob diese echt sind.
Die Deutsche Kreditwirtschaft weist darauf hin, dass - falls die Bereitstellung des Geldes an Paypal für Zahlungen auf einem Lastschrifteinzug basiert - Kunden "umfassend geschützt" seien. So könnten Sepa-Lastschriften innerhalb von acht Wochen auch ohne Angabe von Gründen widerrufen werden.
Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband rät Kunden, sich bei Problemen oder Unstimmigkeiten direkt an Paypal zu wenden.
Warum ist erhöhte Wachsamkeit bei Phishing-Mails angesagt?
Die Verbraucherzentrale warnt auch davor, dass es infolge der Sicherheitspanne zu mehr Phishing-Mails und betrügerischen Anrufen kommen könnte, denn "Kriminelle nutzen die Unsicherheit gezielt aus". Bereits in den vergangenen Tagen kursierten Massenmails, die angeblich von PayPal stammen und mit der aktuellen Störung begründet werden. So können Sie Phishing-Mails erkennen und sich schützen:
Weitere generelle Sicherheitstipps für Online-Finanzdienstleister sind: keine Passwörter weitergeben, Kennwörter regelmäßig ändern und die Zwei-Faktor-Authentifizierung nutzen. Hier lesen Sie mehr dazu:
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