ChatGPT, Reddit und Roblox: Diese strengere EU-Regel gilt jetzt

Schärfere EU-Verordnung für Tech-Riesen:ChatGPT, Reddit, Roblox: Was strengere Kontrollen bedeuten

von André Tebbe

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Mehr als 45 Millionen User nutzen ChatGPT, Reddit oder Roblox monatlich. Damit unterliegen sie einer schärferen EU-Kontrolle. Was dies für die Plattformen und Verbraucher bedeutet.

Aufschrift auf einer Tafel ChatGPT.

Die EU verschärft die Kontrolle: ChatGPT fällt unter die strengsten DSA‑Regeln. Auch Reddit und Roblox müssen entsprechende Pflichten erfüllen, da sie als sehr große Plattformen gelten.

03.09.2026 | 0:41 min

Bei ChatGPT, Reddit und Roblox greift wegen ihrer hohen Nutzerzahlen von 45 Millionen Usern pro Monat künftig eine verschärfte EU-Verordnung. Michael Terhaag, Fachanwalt für IT-Recht, erläutert die Auswirkungen für die Unternehmen und die Nutzer.

Warum für ChatGPT, Reddit und Roblox strengere EU-Regeln gelten

Mit dem Gesetz über digitale Dienste (DSA) hat die Europäische Union (EU) ein juristisches Instrument, das digitale Unternehmen für die Inhalte zur Verantwortung ziehen kann, die sie auf ihren Plattformen veröffentlichen. Besonders strenge Regeln gelten, sobald die User-Zahl der jeweiligen Plattform die Bemessungsgrenze von 45 Millionen Usern monatlich überschreitet.

Fachanwalt Terhaag erläutert die Bedeutung dieser Zahl: "45 Millionen sind zehn Prozent der EU-Bevölkerung. Wer so viele Menschen erreicht, ist kein Anbieter oder gewöhnlicher Marktteilnehmer." Diese Unternehmen seien vielmehr Teil der Infrastruktur, die die öffentliche Kommunikation mitgestalten.

Wer ein Zehntel einer Bevölkerung erreicht, hat eine besondere Verantwortung.

Michael Terhaag, Fachanwalt für IT-Recht

ChatGPT, Reddit und Roblox haben die 45-Millionen-Marke in der EU überschritten, für sie gelten nun andere Kontrollmaßstäbe.

  • KI-Chatbot ChatGPT: mehr als 159 Millionen
  • Online-Diskussionsforum Reddit: 57 Millionen
  • Videospielanbieter Roblox: 46,6 Millionen

Ziel der strengeren Aufsichtsmaßnahmen ist es, die Verbreitung illegaler Inhalte zu unterbinden und besonders Minderjährige vor gefährlichen Inhalten zu schützen.

Ein Symbolbild zeigt die von der US-amerikanischen KI-Forschungsorganisation OpenAI entwickelte Anwendung ChatGPT auf dem Bildschirm eines Smartphones.

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EU-Vorschriften müssen bis Ende November 2026 umgesetzt werden

Die Unternehmen haben nun bis Ende November 2026 Zeit, die verschärften Regeln umzusetzen und intern Anpassungen vorzunehmen. Terhaag erläutert, dass die konkrete Umsetzung hauptsächlich im Hintergrund und für den Verbraucher nicht direkt ersichtlich sein wird: "Die Kernpflicht, das heißt Risiken analysieren und mindern, führt zu Berichten an die Kommission, nicht zu einem sichtbar anderen Produkt."

Verstoßen Unternehmen mit mehr als 45 Millionen aktiven Usern gegen die Vorschriften, kann die EU Geldbußen in Höhe von bis zu sechs Prozent des weltweit erwirtschafteten Jahresumsatzes auferlegen.

Das Bild zeigt ein Handy mit dem Schriftzug "KI generiert".

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Diese Auflagen gelten jetzt für ChatGPT

Bei ChatGPT gelten weitere Auflagen: Zum einen muss ein öffentliches Werbearchiv eingerichtet werden. Darin muss jede Anzeige mit Auftraggeber, Laufzeit und Zielgruppe ein Jahr lang nachlesbar sein - so wie es für Google und Facebook schon jetzt gilt. Außerdem sei es zukünftig verboten, "Werbung nach Gesundheit, Religion oder politischer Meinung auszusteuern", ergänzt Terhaag. Die Auflagen beträfen also eher die systemische Analyse von ChatGPT und diese unterliege der entsprechenden Informationspflicht an die EU-Kommission, so Terhaag.

Diese Regelung gilt für Reddit und Roblox

User würden dagegen zukünftig eher Änderungen bei den Unternehmen Reddit und Roblox spüren, weiß Jurist Terhaag. Nur sie seien Online-Plattformen im Sinne des Gesetzes über digitale Dienste. Daher seien sie zusätzlich verpflichtet, "ein Beschwerdeverfahren gegen Löschungen und Sperren, eine außergerichtliche Streitbeilegung und besondere Vorgaben wie ein Verbot profilbasierter Werbung an Kinder" einzurichten.

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Wie wirksam das EU-Recht gegen Tech-Giganten ist

Zwar habe die EU bereits bei Verstößen gegen geltendes Recht Strafen verhängt, räumt Terhaag ein. Wie angemessen und wirksam diese einzuordnen seien, werde jedoch unterschiedlich bewertet. Bislang hat die EU gegen TikTok, Facebook, Instagram, Snapchat und große Pornografie-Plattformen Verfahren eröffnet. Gegen den Kurznachrichtendienst X sowie die Onlinehändler Temu und AliExpress verhängte die EU-Kommission bereits Millionenstrafen.

Es werde in Zukunft zunehmend wichtiger sein, KI-Unternehmen medienrechtlich auf die Finger zu schauen, betont Fachanwalt für IT-Recht Michael Terhaag, um "EU-Bürger in puncto Verbraucherschutz maximal zu unterstützen". Ein starkes Argument der EU könne ihre Marktgröße sein, meint Terhaag: "Kein Anbieter gibt 450 Millionen zahlungskräftige Verbraucher auf." Das sei der eigentliche europäische Trumpf.

André Tebbe ist Redakteur der ZDF-Sendung "Volle Kanne - Service täglich".

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Über dieses Thema berichtete das ZDF in der Sendung "Volle Kanne" am 03.09.2026 ab 09:05 Uhr.

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