Sicher online zum Gebrauchtwagen:So erkennen Sie Betrugsmaschen beim Autokauf im Internet
von Bonnie Kruse
Wirken Autoangebote zu günstig, ist Vorsicht geboten. Kriminelle täuschen über gefälschte Plattformen und perfekt inszenierte Inserate. Was Käufer beachten sollten.
Betrüger locken beim Autokauf im Netz mit vermeintlichen Schnäppchen und kassieren Anzahlungen. Wie man diese Masche erkennen und sich schützen kann.
13.08.2026 | 0:37 minOb Autoscout24, mobile.de oder Kleinanzeigen - wenn Inserate für gebrauchte Autos preislich besonders attraktiv klingen, sollte man stutzig werden.
Die Masche der Täter ist dabei nicht auf bestimmte Autotypen festgelegt, folgt aber meist demselben Muster: "Ein Fahrzeug wird zu einem sehr günstigen Preis unter dem Marktwert angeboten, um potenzielle Käufer darauf aufmerksam zu machen", erklärt Alexander Römer, Unternehmenssprecher beim ADAC. "Dann wird man zur Vorkasse gebeten." Wer vorab bezahlt, sieht das Geld in der Regel nicht wieder.
Nach Angaben von Kleinanzeigen gehören manipulierte Tachostände, gefälschte Treuhand- oder Transportabwicklungen sowie fingierte Plattform-E-Mails zu weiteren häufigen Maschen.
Beim Gebrauchtwagenverkauf nutzen Betrüger eine neue Masche: Sie manipulieren Autos, um den Preis zu drücken. Ein Betroffener berichtet.
06.07.2026 | 6:05 minSo erkennen Sie seriöse Inserate
Die Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes rät dazu, den Marktwert des Autos vorab zu prüfen, indem das Inserat mit ähnlichen Angeboten desselben Modells abgeglichen wird. Spezielle Siegel, die auf Seriosität hinweisen, gibt es nicht.
Eine vertrauenswürdige Anzeige enthält laut ADAC immer nachvollziehbare Fahrzeugdaten, realistische Fotos, Preise und vollständige Kontaktdaten. "Eine Probefahrt muss möglich sein, die Papiere sollten zum Fahrzeug passen und der Verkäufer setzt einen nicht unter Druck, indem er auf eine schnelle Entscheidung für den Kauf drängt", erläutert Römer.
Die Plattform Kleinanzeigen hat gemeinsam mit dem ADAC, Autoscout24 und mobile.de sowie der Polizei die "Initiative Sicherer Autokauf im Internet" (ISAK) gegründet. Sie klärt über die häufigsten Betrugsmaschen auf, um Autokäufer und -verkäufer bei der Betrugsbekämpfung zu unterstützen. Auf der Website finden Verbraucher viele hilfreiche Informationen rund um den Autokauf auf Online-Börsen.
Ein altes Auto zu verkaufen, kann zu einer Herausforderung werden. Gutachter Hamed Barekzai gibt Tipps, worauf zu achten ist.
27.08.2026 | 6:22 minDas sollten Sie bei Fahrzeug und Papieren prüfen
Kaufinteressenten sollten hellhörig werden, wenn der Verkäufer keine Besichtigung vorab anbietet und die Unterlagen fehlen. Dazu zählen der schriftliche Kaufvertrag, der Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief, der letzte TÜV-Prüfbericht sowie alle Fahrzeugschlüssel. Auch wenn alle Dokumente vorhanden sind, ist Vorsicht geboten. Selbst ein vertrauenswürdig wirkender Verkäufer kann ein Auto anbieten, das in Wahrheit als gestohlen gemeldet wurde.
Um Fälschungen oder Diebesgut auszuschließen, sollten Käufer die Fahrzeug-Identifizierungsnummer (FIN) direkt am Auto - etwa an der Windschutzscheibe oder im Türrahmen - mit den Angaben in den Papieren abgleichen. So lässt sich schnell erkennen, ob Nummern manipuliert wurden oder nicht zusammenpassen.
Falschparken kann teuer werden. Wer auf einem privaten Parkplatz länger stehen bleibt als erlaubt, riskiert Abschleppkosten. Der Bundesgerichtshof hat entschieden, wer zahlen muss.
29.01.2026 | 0:30 minSo laufen Zahlung und Übergabe ohne Risiko
Der ADAC warnt eindringlich davor, Geld vor Erhalt des Wagens zu überweisen. Erst bei der tatsächlichen Übergabe von Schlüsseln und Originalpapieren sollte die Zahlung erfolgen - am besten bar oder per Echtzeit-Überweisung direkt vor Ort. So können beide Seiten sofort kontrollieren, dass das Geld beim Verkäufer eingegangen ist. Bei Barzahlung sollte der Erhalt des Geldes im Kaufvertrag unbedingt schriftlich bestätigt werden.
Weitere Sicherheit bietet eine Abwicklung, bei der alle Formalitäten sofort erledigt werden können. "Zum Schutz sollten sich Käufer und Verkäufer direkt bei der Zulassungsstelle treffen und das Fahrzeug gemeinsam ummelden", rät Römer. Ein offizieller Rahmen verhindert Betrugsversuche und sorgt dafür, dass alle Formalitäten korrekt abgewickelt werden.
Wer bereits gezahlt hat und einen Betrug feststellt, sollte sofort seine Bank informieren - manchmal lässt sich die Überweisung noch stoppen. Danach gilt: Die Plattform über den Betrugsverdacht informieren und alle Beweise sichern, etwa Screenshots der Anzeige, Chatverläufe und E-Mails. Anschließend sollte eine Anzeige bei der Polizei erstattet werden.
In Hessen werden immer häufiger LKW von sogenannten "Phantomfrachtführern" gestohlen. Dabei geben sich Betrüger als Transportunternehmen aus, übernehmen Aufträge, um dann die LKW samt Ware zu stehlen.
06.07.2026 | 2:00 minAutohäuser als Zielgruppe
Neben Privatkäufern sind Autohäuser eine weitere Zielscheibe der Täter. Hier verzeichnet der Verband des Kraftfahrzeuggewerbes Baden-Württemberg e. V. seit rund drei Jahren eine anhaltend steigende Tendenz. Auffallend sei die Professionalisierung: fehlerfreies Deutsch, saubere Layouts, funktionierende Telefonschleifen.
Die Masche in dieser Opfergruppe ist nicht das günstige Lockangebot, sondern eine perfekte Fassade.
Daniel Rösch, Pressereferent Verband des Kraftfahrzeuggewerbes Baden‑Württemberg e. V.
Die Kriminellen wenden bei Autohändlern unter anderem den Flyer-Trick an: Sie schicken professionell gestaltete Werbeflyer per Post, um Seriosität vorzutäuschen. Hinzu kommt die Masche, Fahrzeuge aus einer echten Insolvenz anzubieten, mit der sie nichts zu tun haben. "Die Täter kapern das laufende Verfahren samt echter Gerichtsunterlagen", so Rösch. Vermutlich handelt es sich um Gruppierungen, die sich wochen- und monatelang mit den Abläufen einer Branche beschäftigten.
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