Fahndung nach Verdächtigem:Polizei-Suche im Hambacher Forst ohne Erfolg
Mit einem Großaufgebot hat die Polizei am Hambacher Forst nach einem Tatverdächtigen gesucht - ohne Erfolg. Er soll die Sabotage-Aktionen aufs Stromnetz durchgeführt haben.
Die Polizei hat einen Großeinsatz am Hambacher Forst gestartet - rund 100 Fahrzeuge sollen beteiligt sein. Gesucht wird nach dem Tatverdächtigen, der die Umspannwerke sabotiert haben soll.
06.09.2026 | 0:24 minWegen versuchter Sabotage-Angriffe auf das deutsche Stromnetz hat die Polizei mit einem Großaufgebot am Hambacher Forst bei Kerpen westlich von Köln nach dem Tatverdächtigen gesucht - ohne Erfolg. Die Suchmaßnahmen starteten am Sonntagmittag, wurden gegen 19 Uhr aber beendet, wie ein Sprecher der Kölner Polizei der dpa mitteilte. Es seien keine Hinweise gefunden worden. Die generelle Fahndung nach dem Täter gehe aber weiter.
Ziel des Einsatzes war es demnach, den 48-jährigen Tatverdächtigen selbst oder Spuren, die Hinweise auf ihn liefern, zu finden. Laut Beobachtungen eines dpa-Reporters waren bis zu 100 Fahrzeuge der Polizei vor Ort. Der Mann hatte Bekennerschreiben versandt, die auf "Täterwissen" hindeuteten, wie Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) sagte.
In Sachsen sind zwölf Sprengvorrichtungen entschärft worden, die Stromnetze zum Ziel hatten. Die Fahndung nach einem verdächtigen 48-Jährigen läuft.
05.09.2026 | 0:33 minIm Wald trafen die Polizisten auch auf ein bewohntes Baumhaus. Um es zu durchsuchen, hätte es Spezialeinsatzkräfte gebraucht, die spontan allerdings nicht zur Verfügung standen, wie der Polizeisprecher mitteilte. Die Polizei behalte die Situation vor Ort allerdings im Auge.
Hambacher Forst: Symbol für Energiewende
Der Hambacher Forst ist ein Waldgebiet westlich von Köln, das zum bundesweiten Symbol für den Kampf um die Energiewende und gegen die Braunkohle-Verstromung wurde. Der Wald liegt am Rand des Braunkohletagebaus Hambach und sollte ursprünglich dem fortschreitenden Tagebau weichen.
Nach vergeblicher Suche brachen die Einsatzkräfte ab.
Quelle: Christoph Reichwein / dpaSeit 2012 errichteten Umweltschützer und Aktivisten unter dem Motto "Hambi bleibt" Baumhäuser im Wald, um die Rodung für die klimaschädliche Braunkohle-Verstromung zu verhindern und die Bäume vor dem anrückenden Braunkohletagebau zu schützen.
Im Herbst 2018 ließ die CDU-geführte Landesregierung den Hambacher Forst in einem der größten Polizeieinsätze der Geschichte Nordrhein-Westfalens mit Verweis auf den Brandschutz räumen. Nach langem Rechtsstreit kam es Anfang 2020 zur endgültigen Rettung des Waldes durch einen Kompromiss zwischen Bund, Ländern und Energiekonzernen. Die Abbruchkante des Tagebaus endet seitdem kurz vor dem Waldsaum.
Der Hambacher Forst "Hambi" soll zum Urwald werden - das entschied die schwarz-grüne Landesregierung in NRW. Spätestens 2035 geht er in öffentliches Eigentum über.
09.06.2026 | 2:19 minSuche nach Tatverdächtigem auch mit Fahndungsfotos
Wegen der Sabotageaktionen wird seit Tagen nach dem 48 Jahre alten Tatverdächtigen gesucht. Die Ermittler hatten am Samstag einen Fahndungsaufruf mit zwei Fotos des Verdächtigen aus Gevelsberg im südlichen Ruhrgebiet veröffentlicht. Inzwischen wird auch nach einem Fahrrad gefahndet, das er möglicherweise benutzt hat.
Es werde nach einem Rad der Marke Trenoli mit einer Rahmenhöhe von 56 Zentimetern gesucht, teilte die Polizei Brandenburg mit und hängte ein Foto eines schwarzen Rades an ihre Mitteilung an. Es handele sich um das Modell "Tazio Sportivo M".
Anschlagsserie auf die Energieinfrastruktur: Mehrere Kraftwerke und Leitungen wurden offenbar gezielt sabotiert.
05.09.2026 | 1:55 minDie versuchten Sabotage-Akte konzentrierten sich auf Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und zuletzt Sachsen. In allen drei Bundesländern wird noch Braunkohle abgebaut und verstromt.
Am Freitag hatten Beamte in der Gevelsberger Wohnung des Tatverdächtigen Sprengstoff gefunden. Später stürmte ein Spezialeinsatzkommando in Niederzier am Tagebau Hambach einen Lastwagen, der anscheinend zu einem Wohnmobil umgebaut worden war. Der Gesuchte wurde aber nicht vorgefunden.
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