Sabotageakte gegen Stromnetz: Was zu den Angriffen bekannt ist

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Dobrindt spricht von "Klimaextremismus":Was zu den Sabotage-Angriffen auf das Stromnetz bekannt ist

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Seit einigen Tagen ist das Stromnetz in mehreren Bundesländern ins Visier von Saboteuren geraten. Im Fokus der Angriffe stehen Umspannwerke. Ein Überblick.

In den vergangenen Tagen kam es zu Sabotageversuchen an mehreren Umspannwerken wie hier im nordrhein-westfälischen Dormagen.

Nach der Sabotage an mehreren Umspannwerken und einem Bekennerschreiben wird europaweit nach einem 48-jährigen Tatverdächtigen gefahndet.

04.09.2026 | 1:28 min

Erst Jänschwalde und Bergheim, jetzt Dormagen und Weisweiler: Seit Wochenbeginn gibt es immer wieder Alarm wegen Angriffen auf Umspannwerke. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) geht von "Klimaextremismus"aus. Was ist zu den Angriffen auf die Energieversorgung bekannt?

Wo wurden Umspannwerke angegriffen?

Aktuell halten vor allem Sabotageversuche in Nordrhein-Westfalen die Ermittler auf Trab. Nachdem am Donnerstagabend ein Spaziergänger laut Polizei eine "verdächtige Abschussvorrichtung" an einem Umspannwerk in Dormagen zwischen Köln und Düsseldorf entdeckt hatte, wird ermittelt. Die Polizei geht von Sabotage aus.

Reul: „Für die Tat gibt es keine Rechtfertigung“

Nach den Angriffen auf das Stromnetz geht Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) von "Klimaextremismus"aus. Sehen Sie hier die Pressekonferenz in voller Länge.

04.09.2026 | 19:14 min

Am Kraftwerk Weisweiler bei Aachen und einem Umspannwerk in Eschweiler durchkämmte die Polizei am Freitag mit zahlreichen Kräften die Umgebung. In Bekennerschreiben war Weisweiler als weiterer Tatort genannt worden. Die Briefe sollen beide von einem Mann aus Gevelsberg bei Hagen stammen. Darin hatte der Mann die jüngsten Angriffe auf das Energienetz in Brandenburg und in Nordrhein-Westfalen für sich reklamiert.

Am Abend kam es bei einer Stromanlage in Hamm zu einem größeren Polizeieinsatz. Wie ein Reporter der Deutschen Presse-Agentur berichtete, kamen am Freitagabend zahlreiche Polizeiwagen zu dem Ort an einer Landstraße bei einem Waldstück. Es war auch ein Hubschrauber im Einsatz.

Grafik: Angriffe auf Stromnetz in Nordrhein-Westfalen und Südbrandenburg

Grafik: Angriffe auf Stromnetz in Nordrhein-Westfalen und Südbrandenburg

Quelle: ZDF

Weitere Fälle in Sachsen und Niedersachsen

Auch in Sachsen entdeckte die Polizei laut Innenminister Armin Schuster (CDU) "unbekannte Sprengvorrichtungen". Die Polizei habe an zwei Fundorten vier Objekte gesichert, so Schuster am Freitag. Hinweise darauf hätten sich aus einem Bekennerschreiben ergeben.

In Niedersachsen sorgte ein offenstehender Schaltschrank bei einem Umspannwerk in Ganderkesee im Landkreis Oldenburg in der Nacht zu Freitag für Aufregung. Die Polizei war mit einem Hubschrauber und Hunden vor Ort. Warum der Wartungskasten geöffnet war, blieb zunächst unklar. Die Polizei prüfe, ob es einen Zusammenhang mit einer Straftat gebe, so die Sprecherin.

Zu sehen ist ein Umspannwerk, woein schlid hängt auf dem Hochspannung Lebensgefahr steht.

Nach den Anschlägen auf Umspannwerke in Nordrhein-Westfalen und Brandenburg fahndet die Polizei nach einem Tatverdächtigen. Der Kölner Polizei liegt ein Bekennerschreiben vor.

04.09.2026 | 1:32 min

Auch Umspannwerk in Brandenburg attackiert

Am Dienstagmorgen hatten Unbekannte zunächst in Brandenburg in der Nähe des Umspannwerks Turnow-Preilack unweit des Kraftwerks Jänschwalde einen Angriff auf die Stromversorgung gestartet. Abends kam es dann zu einer Störung an einem Umspannwerk in Bergheim bei Köln.

In der Nähe beider Orte wurden nach Angaben der Behörden Abschussvorrichtungen und Pyrotechnik gefunden - in Brandenburg mehr als 20 Raketen. Ermittelt wird wegen verfassungsfeindlicher Sabotage.

Sprengvorrichtung an Umspannwerk gefunden

Zwei Angriffe auf Stromanlagen in Brandenburg und NRW beschäftigen die Ermittler. Sie prüfen einen Zusammenhang und auch mögliche Verbindungen zu fremden Staaten.

03.09.2026 | 2:31 min

Was ist über den oder die Täter bekannt?

Laut NRW-Innenminister Herbert Reul hat die Polizei in Niederzier bei Düren am Freitag das Fahrzeug des 48-jährigen Verdächtigen aus Gevelsberg gestürmt. Der Mann habe sich aber nicht in dem Wagen befunden. Vermutlich sei er zu Fuß geflohen.

Zuvor hatte die Polizei in Gevelsberg ein Wohnhaus der Familie gestürmt, fand den Gesuchten dort aber nicht. Bei einer Pressekonferenz hatte Reul gesagt, in der Wohnung des Mannes sei Sprengstoff gefunden worden. Laut Reul gibt es keine weiteren Indizien, dass der Mann besonders gefährlich sei.

SGS-Sievers-Reul

Die versuchte Sabotage in einem Umspannwerk sorgt für Diskussionen über die Umsetzung des KRITIS-Dach-Gesetzes und die Rechte der Anlagen-Betreiber - NRW-Innenminister Herbert Reul im Interview.

02.09.2026 | 5:38 min

Welches Motiv steckt hinter den Angriffen?

Bundesinnenminister Dobrindt zufolge handelt es sich sehr wahrscheinlich um einen Einzeltäter und um "Klimaextremismus". Reul zufolge gilt es nun zu prüfen, ob der Verfasser der Bekennerschreiben auch der Täter ist. Stand jetzt bewerte man die Briefe als authentisch. Reul warnte aber auch:

Wenn jemand seinen Namen druntersetzt, ist er nicht zwingend der Verantwortliche.

Alexander Dobrindt, Bundesinnenminister

Man prüfe, ob der Mann allein gehandelt habe und ob es Verbindungen zu Vorfällen in Brandenburg gebe. Denkbar ist auch, dass die unterschiedlichen Vorfälle auf verschiedene Täter mit jeweils eigenen Motiven zurückgehen.

Turnow-Preilack: Angriff auf Stromnetz

Nach dem mutmaßlichen Anschlagsversuch auf das Stromnetz schließt Jan Redmann (CDU) nicht aus, "dass fremde Mächte dahinterstecken". Ziel könnten "großflächige Ausfälle" gewesen sein.

02.09.2026 | 5:04 min

Was verraten die Bekennerschreiben?

In der Vergangenheit hatten sich mehrfach linksextremistische Gruppen zu Anschlägen auf das Stromnetz bekannt. Doch so lesen sich die Schreiben, über die zuerst die "taz" und die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichteten, eher nicht.

"Wenn hier Recht und Ordnung herrschten, dann müsste ich das Gesetz nicht brechen und einen Haufen Leid in Kauf nehmen, das ich wegen dem Stromausfall und allen Stromausfällen, die da noch kommen müssen, zu verantworten habe", heißt es etwa in einem der Briefe. Linksextreme sehen die staatliche Ordnung hingegen eher skeptisch oder lehnen sie ab.

Zudem grenzt sich der Verfasser ausdrücklich von der linken Szene ab: "Die ham da nix mit zu tun." Er wandte sich gegen die "fossile Brennstoffindustrie", die Rüstungsindustrie und kritisierte den "Völkermord in Palästina".

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Quelle: dpa
Über dieses Thema berichtete das ZDF im heute journal am 04.09.2026 ab 22:00 Uhr.

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