Nordrhein-Westfalen:Stromnetz-Sabotage: Polizei fahndet weiter nach Verdächtigem
Die Polizei fahndet nach Angriffen auf das Stromnetz weiter nach einem Verdächtigen. Das Fahrzeug des 48-Jährigen wurde gestürmt. In seiner Wohnung wurde Sprengstoff gefunden.
Nach der Sabotage an mehreren Umspannwerken und einem Bekennerschreiben wird europaweit nach einem 49-jährigen Tatverdächtigen gefahndet.
04.09.2026 | 1:17 minNach Sabotageversuchen gegen das Stromnetz in Nordrhein-Westfalen hat die Polizei laut Innenminister Herbert Reul das Fahrzeug eines Verdächtigen gestürmt. Der Zugriff sei in Niederzier erfolgt, sagte der CDU-Politiker in Düsseldorf. Jetzt sei der Mann vermutlich zu Fuß unterwegs und werde nicht weit kommen. Die Polizei habe in der Wohnung des 48-Jährigen in Gevelsberg "sprengstoffverdächtige Gegenstände" gefunden.
Die Polizei ermittelt hier wegen verfassungsfeindlicher Sabotage.
Herbert Reul, Innenminister von Nordrhein-Westfalen
Geprüft werde auch ein möglicher linksextremistischer Hintergrund und eine mögliche fremdstaatlich gesteuerte Sabotage. Es gebe keine weiteren Indizien, dass der Mann besonders gefährlich sei.
Grafik: Angriffe auf Stromnetz in Nordrhein-Westfalen und Südbrandenburg
Quelle: ZDFDobrindt geht von "Klimaextremismus" aus
Laut Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) handelt es sich sehr wahrscheinlich um einen Einzeltäter. Er verwies zugleich auf die noch laufenden Ermittlungen und den bisher nicht abschließend geklärten Tathintergrund. Eine abschließende Beurteilung sei aktuell noch nicht möglich, betonte der Bundesinnenminister weiter.
Nach aktuellem Stand muss man hier von Klimaextremismus ausgehen.
Alexander Dobrindt, Bundesinnenminister
Es gab in dieser Woche mindestens zwei Sabotageversuche mit Bezug zur Stromversorgung. Zuletzt sorgten Vorkommnisse in Nordrhein-Westfalen für Aufregung. So wurde an einem Umspannwerk in Dormagen zwischen Köln und Düsseldorf ein verdächtiger Gegenstand entdeckt, laut Polizei möglicherweise eine Abschussvorrichtung.
Nach den Anschlägen auf Umspannwerke in Nordrhein-Westfalen und Brandenburg fahndet die Polizei nach einem Tatverdächtigen. Der Kölner Polizei liegt ein Bekennerschreiben vor.
04.09.2026 | 1:32 minStromnetz-Sabotage: Polizei fahndet weiter nach Verdächtigem
Die Polizei fahndet laut Reul weiter nach dem Verdächtigen, der mehrere Bekennerschreiben zu Sabotage-Versuchen gegen die Stromversorgung verfasst haben soll.
Wir prüfen, ob der Verfasser tatsächlich mit den Taten zu tun hat. Wir prüfen, ob er allein gehandelt hat oder ob andere beteiligt waren.
Herbert Reul, Innenminister von Nordrhein-Westfalen
Stand jetzt bewertet man die Briefe als authentisch, sagte Reul. Nach dem Mann werde weiterhin gesucht. Reul warnte aber auch: "Wenn jemand seinen Namen druntersetzt, ist er nicht zwingend der Verantwortliche." Man prüfe, ob der Mann allein gehandelt habe und ob es Verbindungen zu Vorfällen in Brandenburg gebe.
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"Für die Tat gibt es keine Rechtfertigung", betonte Reul. Angriffe auf die Stromversorgung gefährdeten Menschenleben. "Wir haben es mit unterschiedlichen Bedrohungs- und Gefährdungslagen gleichzeitig zu tun", erklärte Dobrindt.
Dazu gehörten Sabotage, Spionage, Cyberangriffe, verdeckte Aktionen, Extremismus und Staatsterrorismus. "Wir schützen uns zunehmend auch gegenüber all diesen Bedrohungslagen", sagte der CSU-Politiker. Betreiber kritischer Infrastruktur seien dazu aufgerufen worden, den Eigenschutz zu verstärken.
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