Verdächtiger Gegenstand gefunden:Polizei: Mögliche Sabotage an Umspannwerk in Dormagen
Ein verdächtiger Gegenstand an einem Umspannwerk in Dormagen deutet laut Polizei auf mögliche Sabotage hin. Am Dienstag gab es bereits Vorfälle an zwei anderen Umspannwerken.
Ermittler untersuchen einen verdächtigen Gegenstand am Umspannwerk in Dormagen.
Quelle: Jan Ohmen / dpaNach dem Fund eines verdächtigen Gegenstands an einem Umspannwerk im nordrhein-westfälischen Dormagen zwischen Köln und Düsseldorf geht die Polizei von einem geplanten Sabotagedelikt aus. Ein Sprecher erklärt:
Jemand hat offenbar versucht, mutwillig einen Kurzschluss herbeizuführen.
Polizei Köln
Erst sabotierten Unbekannte ein Umspannwerk in Brandenburg. Dann gab es einen ähnlichen Vorfall in Bergheim bei Köln.
02.09.2026 | 1:43 minZiel sei es offensichtlich gewesen, "Schaden anzurichten", sagte ein Sprecher der Polizei Köln. Den Ermittlern liege ein Bekennerschreiben vor, in dem auch andere - schon öffentlich bekannte - Verdachtsfälle in Nordrhein-Westfalen und Brandenburg erwähnt seien.
Polizei untersucht mögliche Abschussvorrichtung
Die Untersuchungen an dem verdächtigen Gegenstand, den ein Spaziergänger am Donnerstagabend an dem Umspannwerk in Dormagen entdeckt hatte, seien bisher nicht abgeschlossen. Möglicherweise handle es sich dabei um eine "verdächtige Abschussvorrichtung", sagte der Sprecher in der Nacht.
Die versuchte Sabotage in einem Umspannwerk in Bergheim sorgt für Diskussionen über die Umsetzung des KRITIS-Dach-Gesetzes und die Rechte der Anlagen-Betreiber - Herbert Reul im Interview.
02.09.2026 | 5:38 minBeamte überprüften weitere Umspannwerke in umliegenden Regionen, ob dort ebenfalls verdächtige Gegenstände platziert worden seien, sagte der Polizeisprecher weiter. Momentan seien mit Ausnahme des Umspannwerks in Bergheim westlich von Köln keinerlei Schäden festgestellt worden.
Dort waren am Dienstag nach früheren Behördenangaben Kabel über die Oberleitung befördert worden, wodurch es zu einem Kurzschluss gekommen war. Im Nachhinein wurden mehrere Abschussvorrichtungen entdeckt.
Die Polizei ermittelt wegen Terrorverdachts nach dem Angriff auf ein Umspannungswerk im Süden Brandenburgs. Es besteht der Anfangsverdacht der verfassungsfeindlichen Sabotage.
02.09.2026 | 0:25 minÄhnlicher Vorfall auch in Südbrandenburg
Einen ähnlichen Vorfall hatte es wenige Stunden zuvor in Südbrandenburg gegeben. Dort war am Dienstagmorgen nahe dem Kraftwerk Jänschwalde leitfähiges Material mithilfe selbstgebauter Flugkörper in Richtung der Höchstspannungsleitungen gelenkt worden. Mehr als ein Dutzend Vorrichtungen zu diesem Zweck wurden gefunden. Zu einem Stromausfall kam es laut Netzbetreiber nicht.
Die Ermittler hatten mitgeteilt, dass sie davon ausgehen, dass die Vorfälle in Bergheim und Jänschwalde auf verfassungsfeindliche Sabotage zurückzuführen sind.
Nach einem großflächigen Stromausfall in Reutlingen im Juni gingen die Ermittler von einem Brandanschlag auf ein Umspannwerk aus.
09.06.2026 | 1:32 minBekennerschreiben ging auch an Zeitung
Die "taz" berichtete am Donnerstagabend, sie habe ein Bekennerschreiben zu dem Vorfall in Brandenburg erhalten, das laut Poststempel in Nordrhein-Westfalen abgeschickt worden sei. Nach Angaben der Zeitung bezeichnet sich der Absender als Einzeltäter, der die verwendeten Selbstbauraketen im Detail beschreibt und als Motiv auf "unermessliches Leid" verweist, das die Nutzung fossiler Brennstoffe verursache.
Die "taz" wies nach umfassender Recherche ausdrücklich darauf hin, dass nicht zweifelsfrei geklärt werden könne, ob der Verfasser des Schreibens auch der Täter sei.
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