Angriff auf Stromnetz:Brandenburg: Polizei prüft Bekennerschreiben
Nach dem Anschlag auf ein Umspannwerk in Brandenburg prüfen Ermittler ein Bekennerschreiben. Einem Medienbericht zufolge hat sich ein Einzeltäter zur Tat bekannt.
Die Polizei ermittelt wegen Terrorverdachts nach dem Angriff auf ein Umspannwerk im Süden Brandenburgs. Es besteht der Anfangsverdacht der verfassungsfeindlichen Sabotage.
02.09.2026 | 0:25 minNach der Sabotage am Stromnetz in Brandenburg ist bei der Polizei ein Bekennerschreiben eingegangen. "Die Polizei Brandenburg wurde heute über ein Bekennerschreiben im Zusammenhang mit dem Anschlag in Turnow-Preilack informiert", schrieb eine Sprecherin der Polizei.
Die Authentizität des Schreibens sei Gegenstand weiterer Ermittlungen und könne zum jetzigen Zeitpunkt weder bestätigt noch verneint werden. Die Polizei ermittelt wegen Terrorverdachts. Aus ermittlungstaktischen Gründen würden keine weiteren Angaben gemacht.
Quelle: ZDF
Bericht: Einzeltäter bekennt sich zu der Tat
Der "taz" zufolge bekennt sich im Bekennerschreiben ein Einzeltäter zu der Tat und beschreibt detailliert die verwendeten Selbstbauraketen. "Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen ist ein Verbrechen, das unsägliches Leid nach sich zieht", zitiert die Zeitung aus dem Schreiben. Dieses Leid wolle er "abwenden oder vermindern".
Das Schreiben ist demnach handschriftlich verfasst und wurde laut Poststempel in Nordrhein-Westfalen verschickt. Die "taz" hat nach eigenen Angaben an der Adresse nur ein anderes Familienmitglied angetroffen. Dieses gab demnach an, keine Kenntnis von der Tat und dem aktuellen Aufenthaltsort des Mannes zu haben, erkannte aber die Handschrift des Angehörigen.
Nach dem mutmaßlichen Anschlagsversuch auf das Stromnetz schließt Jan Redmann (CDU) nicht aus, "dass fremde Mächte dahinterstecken". Ziel könnten "großflächige Ausfälle" gewesen sein.
02.09.2026 | 5:04 minUnbekannte griffen Umspannwerk mit Flugkörpern an
Unbekannte hatten am Dienstagmorgen in der Nähe des Kraftwerks Jänschwalde versucht, mit selbstgebauten Flugkörpern, die Silvesterraketen ähnelten, einen Kurzschluss und einen großflächigen Stromausfall auszulösen.
Dazu schossen sie leitfähiges Material in das Umspannwerk. Mehr als ein Dutzend Vorrichtungen zu diesem Zweck sind bisher gefunden worden. Ein Kraftwerksblock fiel daraufhin kurzzeitig aus. Zu einem Stromausfall kam es laut Netzbetreiber nicht.
Nach dem mutmaßlichen Sabotageakt bei Turnow-Preilack findet die Polizei weitere Sprengvorrichtungen. Verletzt wird niemand, die Stromversorgung bleibt gesichert.
02.09.2026 | 2:30 minVorfall in NRW: Innenminister sehen Zusammenhang
Stunden später kam es dann zu einer Störung an einem Umspannwerk in Bergheim bei Köln. Auch hier wurden in der Nähe nach Angaben der Behörden Abschussvorrichtungen und Pyrotechnik gefunden. Nun werde ein Zusammenhang geprüft. Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) sagte im heute journal:
Es spricht vieles dafür, dass es kein Zufall ist, dass beide Ereignisse an diesen Tagen stattfinden.
Herbert Reul (CDU), Innenminister Nordrhein-Westfalens
"Die Anzeichen verdichten sich, dass beide Attacken Teil eines koordinierten Angriffs auf unsere Energieversorgung sind", sagte Brandenburgs Innenminister Jan Redmann (CDU) laut einer Mitteilung seines Ministeriums.
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