Sabotage am Stromnetz in Brandenburg: "Müssen schnell nachrüsten"

Landesinnenminister Jan Redmann:Sabotage in Brandenburg: "Müssen schnell nachrüsten"

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Nach der Sabotage am Stromnetz in Brandenburg sind die Hintergründe weiter unklar. Innenminister Redmann mahnt, beim Schutz kritischer Infrastruktur müsse man "schnell nachrüsten".

Stromleitungen vor dem Kraftwerk Jänschwalde in Turnow-Preilack, aufgenommen am 01.09.2026

Nach dem mutmaßlichen Anschlagsversuch auf das Stromnetz schließt Jan Redmann (CDU) nicht aus, "dass fremde Mächte dahinterstecken". Ziel könnten "großflächige Ausfälle" gewesen sein.

02.09.2026 | 5:04 min

Nach der Sabotage am Stromnetz in Südbrandenburg fordert Landesinnenminister Jan Redmann (CDU) einen besseren Schutz der kritischen Infrastruktur. "Wir sichern diese Bereiche nicht ausreichend, weil sie in einer Zeit errichtet wurden, in der es eine andere Bedrohungslage gab", sagte er im ZDF-Morgenmagazin. "Und wir müssen hier schnell nachrüsten."

Redmann: Mehr als ein Dutzend nicht ausgelöste Vorrichtungen

Am Umspannwerk unweit des Kraftwerks Jänschwalde waren am Dienstag Sprengvorrichtungen gefunden worden. Im Morgenmagazin schilderte Redmann das Ausmaß des Fundes:

Wir haben eine größere Anzahl weiterer dieser Abschussvorrichtungen antreffen müssen vor Ort. Also das ist inzwischen mehr als ein Dutzend, die nicht ausgelöst haben.

Jan Redmann, Landesinnenminister von Brandenburg

Man gehe gegenwärtig davon aus, "dass eine einzige nur sich in der Stromleitung verfangen hat und dann zu einem solchen Kurzschluss führte".

Raketen offenbar "fachkundig" selbst gebaut

Zur Funktionsweise der Vorrichtung sagte er, es handele sich nicht um eine "klassische Silvesterrakete", sondern um einen "Treibsatz, der dort installiert worden ist, der selbst gebaut wurde, offenbar auch fachkundig gebaut wurde".

Anschlagversuch auf Stromnetz

Nach dem mutmaßlichen Sabotageakt auf eine Hochspannungsleitung bei Turnow-Preilack findet die Polizei weitere Sprengvorrichtungen. Verletzt wird niemand, die Stromversorgung bleibt gesichert.

02.09.2026 | 2:30 min

Ziel sei es gewesen, "einen leitfähigen Gegenstand, also eine Leitung, in diese Hochspannungsleitung zu transportieren", um eine Verbindung zwischen Leitung und Erdboden herzustellen. In einem Fall sei das gelungen - mit sichtbaren Folgen:

Man kann sogar einen Erdaufwurf dort vor Ort sehen, wo das gelungen ist.

Jan Redmann, Landesinnenminister von Brandenburg

Redmann: "können gegenwärtig keine Täterschaft ausschließen"

Zu möglichen Tätern, einem Motiv oder den Hintergründen könne man am Morgen noch nichts sagen. Allerdings sagte der Minister, es gebe "Unterschiede in der Tatbegehung zu den Anschlägen auf das Tesla-Werk oder beim Stromausfall in Berlin. Das ist möglicherweise ein anderes Vorgehen".

Sprengvorrichtung an Umspannwerk gefunden

An einem Umspannwerk bei Jänschwalde sind Sprengvorrichtungen entdeckt worden. Ein größerer Stromausfall blieb aus. Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts auf Sabotage.

02.09.2026 | 2:00 min

Gleichzeitig könne man aktuell aber auch "keine Täterschaft ausschließen", sagte Redmann. Es handle sich aber um eine wichtige Verbindung in der Nord-Süd-Energieversorgung. Ziel des Anschlags könne daher auch gewesen sein, die Stromversorgung in Deutschland zu destabilisieren und für großflächige Ausfälle zu sorgen.

Das ist hybride Bedrohung, die wir da gegenwärtig erleben, und insofern können wir auch nicht ausschließen, dass fremde Mächte dahinterstecken.

Jan Redmann, Landesinnenminister von Brandenburg

Kritische Infrastruktur "vielgestaltig" und unzureichend gesichert

Die kritische Infrastruktur in Deutschland sei vielgestaltig, sagte Redmann: Flughäfen, Tausende Kilometer Stromleitungen, Telekommunikationsinfrastruktur sowie Gas- und Wasserversorgung seien unzureichend geschützt. Der Grund dafür sei, dass sie "in einer Zeit errichtet wurden, in der es eine andere Bedrohungslage gab". Diese habe sich verändert und man müsse jetzt "schnell nachrüsten".

Wir müssen schnell dafür sorgen, dass die Betreiber ihre eigenen Einrichtungen besser sichern können. Auch mit Befugnissen, die gegenwärtig nur die Polizei hat.

Jan Redmann, Landesinnenminister von Brandenburg

Konkret nannte er die Befugnis, Drohnen abwehren zu können, sowie den Einsatz intelligenter Videoüberwachung: "Man kann nicht neben jeden Hochspannungsmasten Polizisten stellen."

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Quelle: dpa, ZDF
Über dieses Thema berichtete das gemeinsame Morgenmagazin von ARD und ZDF am 02.09.2026 ab 05:30 Uhr.

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