Straße von Hormus:US-Blockade folgt auf Iran-Blockade: Was soll das bringen?
Nach Irans Seeblockade folgt die US-Blockade: US-Präsident Trump will die Straße von Hormus kontrollieren. Was er damit bezweckt und wie er das umsetzen will - ein Überblick.
Nach Iran blockiert jetzt das US-Militär die Straße von Hormus. So wollen die USA alle Schiffe und die Meerenge selbst kontrollieren. Was Trump damit bezwecken will - ZDFheute live.
13.04.2026 | 29:26 minNach den vorerst gescheiterten Friedensverhandlungen im Iran-Krieg fordert US-Präsident Donald Trump die Führung in Teheran erneut heraus. Mit der nun begonnenen US-Blockade der Straße von Hormus drohen eine weitere militärische Eskalation und erneut schwere Folgen für die Energiemärkte. Fragen und Antworten im Überblick:
Was genau haben die USA vor?
Trump verkündete den Beginn einer Blockade iranischer Häfen in der Straße von Hormus und drohte mit Angriffen auf iranische Schnellboote. "Wenn sich eines dieser Schiffe unserer Blockade auch nur nähert, wird es sofort eliminiert", erklärte Trump am Montag.
Das zuständige Regionalkommando Centcom stellte klar, dass nur Schiffe an der Durchfahrt gestoppt werden sollen, die iranische Häfen ansteuern oder verlassen. Tanker, die für Golfstaaten wie Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate durch die Meerenge fahren, wären von der Blockade dagegen nicht betroffen.
Es ist genauso völkerrechtswidrig wie die Sperre durch den Iran, sagt Prof. Klemens Fischer, Völkerrechtler und Experte für Geopolitik, zu der US-Blockade in der Straße von Hormus.
13.04.2026 | 3:48 minTrump hat die Streitkräfte auch angewiesen, alle Schiffe abzufangen, die Gebühren an Iran gezahlt haben. Er beschuldigte Iran der "Erpressung". Niemand, der eine "illegale Maut" entrichte, werde auf hoher See eine sichere Passage haben.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zeigte sich vom Abbruch der Friedensverhandlungen nicht überrascht.
Ich hatte von Anfang an nicht den Eindruck, dass sie wirklich gut vorbereitet waren.
Friedrich Merz (CDU), Bundeskanzler
Wen er mit dieser Kritik meinte, sagte er nicht. Merz bekräftigte, dass die Bundesregierung die diplomatischen Bemühungen um ein Kriegsende "nachdrücklich" unterstütze.
Die US-Marine will fortan kontrollieren, welche Schiffe die Straße von Hormus passieren. Welche Folgen das hat – Einschätzungen der ZDF-Korrespondenten.
13.04.2026 | 14:54 minWie können die USA die Blockade durchsetzen?
Eine direkte Kontrolle der Straße von Hormus dürfte bedeuten, dass Soldaten der US-Marine Schiffe beobachten, eskortieren oder abfangen und, wenn nötig, auch an Bord gehen.
Seeleute sollen nach Centcom-Angaben die aktuellen Informationen verfolgen und per Funk auch Kontakt zur US-Marine aufnehmen, wenn sie das Gebiet durchfahren. Beim Kontakt zu Schiffen, die iranisches Öl exportieren, könnte es allerdings schnell zu Zwischenfällen und neuen militärischen Eskalationen kommen.
Das "Wall Street Journal" berichtete unter Berufung auf einen hochrangigen US-Beamten, dass mehr als 15 US-Kriegsschiffe bereit seien, den Einsatz zu unterstützen. Laut Vertretern des Militärs hätten die USA einen Flugzeugträger, mehrere Lenkwaffenzerstörer, ein amphibisches Angriffsschiff sowie weitere Kriegsschiffe im Nahen Osten.
Die iranische Marine hat ein US-Kriegsschiff bereits davor gewarnt, die Straße von Hormus zu durchqueren und mit einem Angriff "innerhalb von 30 Minuten" gedroht, sollte das Schiff seinen Kurs fortsetzen. So könnte es auch iranische Angriffe auf US-Kriegsschiffe geben, die etwa versuchen, Inspektionen an Bord von Schiffen mit iranischem Bezug durchzuführen.
Wie viele Schiffe und Seeleute sind betroffen?
Nach Angaben des Verbands Deutscher Reeder (VDR) sitzen seit Ausbruch des Kriegs Ende Februar mehr als 2.000 Handelsschiffe mit rund 20.000 Seeleuten im Persischen Golf fest. Darunter seien mindestens 50 Schiffe deutscher Reedereien. Die Vereinten Nationen sprechen von einer Lage, die seit Ende des Zweiten Weltkriegs beispiellos sei.
Um die Blockade durchzusetzen, könne die US-Marine auch außerhalb von Irans Reichweite agieren, so Sicherheitsexperte Dr. Brake. Dieses Vorgehen sei aus anderen Kriegsszenarien bekannt.
13.04.2026 | 11:29 minIn den Wochen seit Kriegsbeginn am 28. Februar zählte die Weltschifffahrtsorganisation IMO mindestens 21 Angriffe auf Handelsschiffe, bei denen zehn Seeleute getötet und weitere verletzt wurden. Vor Kriegsbeginn durchfuhren die Straße von Hormus täglich nach UN-Angaben rund 150 Schiffe, jetzt sind es im täglichen Durchschnitt nur noch vier oder fünf.
Was möchte Trump mit der Seeblockade erreichen?
Trump will mit der Blockade wohl vor allem die iranischen Einnahmen aus dem Ölexport kappen und verhindern, dass Teheran eine "Maut" für die Durchfahrt des Seewegs erhebt. Das würde den wirtschaftlichen Druck auf Teheran erhöhen und auch dessen Militärausgaben treffen. Ein nicht unerheblicher Teil der Einnahmen aus dem Öl- und Gasexport fließt an die iranischen Streitkräfte und die Revolutionsgarden.
"Ich kann noch nicht erkennen, wie es eine politische Lösung zwischen diesen Extrempositionen geben kann, weil sich die Interessenlage praktisch ausschließt", so Norbert Röttgen, CDU, zu den Iran-Verhandlungen.
13.04.2026 | 4:51 minZugleich scheint Trump den Druck auch mit Blick auf die vorerst gescheiterten Gespräche erhöhen zu wollen, mit dem Ziel, neue Verhandlungen zu erzwingen. Er sagte am Montag, Teheran habe angerufen und wolle "einen Deal machen". Eine entsprechende öffentliche Äußerung aus Iran gab es zunächst nicht.
Ein Knackpunkt bleibt in den Gesprächen nach US-Darstellung, dass Iran sich bisher nicht dazu bekennen will, langfristig keine Atomwaffen anzustreben. Iranischen Medienberichten zufolge soll es den größten Streit bei Fragen rund um die Straße von Hormus gegeben haben.
Wie reagiert Iran?
Irans Streitkräfte bezeichneten die Seeblockade als "Akt der Piraterie". Einschränkungen für den Schiffsverkehr in internationalen Gewässern seien eine illegale Maßnahme, sagte ein Sprecher der iranischen Militärführung laut der Nachrichtenagentur Tasnim. "Die Sicherheit der Häfen im Persischen Golf und im Golf von Oman ist entweder für alle oder für niemanden."
Trumps Ankündigung sei nichts als Bluff, schrieb der Sprecher des Sicherheitsausschusses im iranischen Parlament, Ebrahim Rezaei, auf X. Dies würde als Militäroperation gewertet, "und wir würden darauf reagieren". Die Revolutionsgarden warnten, dass sich Militärschiffe der Straße von Hormus nähern, würde als "klarer Verstoß gegen die (seit Mittwoch) bestehende Waffenruhe betrachtet".
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