Trump droht mit Zöllen: Gegenzölle laut EU schon vorbereitet

Als Reaktion auf Trumps Zollandrohung:EU: Gegenzölle auf US-Waren sind vorbereitet

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Als Reaktion auf US-Strafzölle im Grönland-Konflikt könnten bereits Anfang Februar EU-Ausgleichszölle auf US-Waren automatisch in Kraft treten. Das sagte ein Kommissionssprecher.

Wöchentliche Sitzung der EU-Komission in Brüssel

Strafzölle aus Washington und mögliche EU-Gegenzölle ab 7. Februar erhöhen den Druck im Konflikt um die dänische Insel Grönland.

Quelle: AFP

Die EU sieht sich auf einen möglichen neuen Zollkonflikt mit den USA im Streit um Grönland vorbereitet. Nach Angaben eines Sprechers der Europäischen Kommission könnten bereits ab dem 7. Februar EU-Sonderzölle auf US-Wareneinfuhren im Wert von 93 Milliarden Euro greifen.

Die Maßnahmen wurden im vergangenen Jahr vorbereitet und würden automatisch in Kraft treten, falls die bis zum 6. Februar geltende Aussetzung nicht verlängert wird.

Lars Klingbeil, Bundesminister der Finanzen, aufgenommen im Rahmen eines Pressestatements am Rande des Economic Dialogue und des Treffens mit seinem franzoesischem Amtskollegen (nicht im Bild) in Berlin.

Im Streit um Grönland hat US-Präsident Trump Deutschland und anderen Nato-Partnern Sonderzölle angedroht. Vizekanzler Klingbeil sagte nun, man lasse sich von den USA nicht erpressen.

19.01.2026 | 0:32 min

EU: Breite Produktpalette wäre von Gegenzöllen betroffen

Betroffen von den EU-Ausgleichszöllen wäre eine lange Liste mit Industrie- und Agrarprodukten wie zum Beispiel Flugzeugen, Motorrädern, Rindfleisch, Whiskey oder Zitrusfrüchten.

Die Maßnahmen hätten im vergangenen Sommer in Kraft treten sollen, wenn die USA angedrohte Zölle in Höhe von 30 Prozent auf die Einfuhr europäischer Produkte eingeführt hätten.

Stattdessen gab es dann allerdings eine Abmachung über einen Basiszollsatz in Höhe von 15 Prozent und die Verordnung für die Gegenzölle wurde erst einmal für sechs Monate wieder ausgesetzt.

Das Militärschiff HDMS Ejnar Mikkelsen der Königlich Dänischen Marine patrouilliert in der Nähe von Nuuk.

Grönland rückt ins geopolitische Zentrum: Trump droht Europa mit Zöllen und einem Militäreinsatz, falls die USA Grönland nicht kaufen können. Wie reagiert die EU?

19.01.2026 | 2:03 min

US-Zölle als Hebel im Streit um Grönland

Donald Trumps neue Zollpläne sehen vor, ab dem 1. Februar Strafzölle in Höhe von zehn Prozent auf Importe aus Deutschland und sieben anderen europäischen Staaten zu verhängen. Der US-Präsident will damit den Widerstand gegen einen Verkauf der zu Dänemark gehörenden Insel Grönland an die Vereinigten Staaten brechen.

Die Regierung in Kopenhagen schließt ein solches Geschäft bislang aus und wird dabei aktiv von mehreren europäischen Staaten unterstützt.

ZDF-Korrespondentin Isabelle Schaefers berichtet aus Brüssel

US-Präsident Trump hat Strafzölle für Deutschland und weitere Nato-Staaten angekündigt. Über die Reaktion der EU berichtet ZDF-Korrespondentin Isabelle Schaefers aus Brüssel.

19.01.2026 | 0:59 min

Die Zölle sollen nun diejenigen treffen, die jüngst symbolisch Soldaten nach Grönland entsandt hatten. Neben Dänemark und Deutschland waren das unter anderem Frankreich, Großbritannien und die Niederlande.

Mehr als "nur" Gegenzölle? Zu welchen Maßnahmen die EU noch greifen könnte, lesen sie hier:

Quelle: dpa
Über dieses Thema berichteten verschiedene Sendungen, etwa die Xpress-Sendung am 19.01.2026 ab 15 Uhr und "Berlin direkt" am 18.01.2026 ab 19:30 Uhr.

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