Britische Unterstützung für Kiew:Starmer erwägt Ukraine-Friedenstruppe
Der britische Premier Keir Starmer zeigt sich offen für die Entsendung britischer Soldaten in die Ukraine. Bundeskanzler Olaf Scholz reagiert geradezu empört über die Debatte.
Der britische Premierminister Keir Starmer hat sich am Vorabend eines Gipfeltreffens europäischer Staats- und Regierungschefs an diesem Montag in Paris "bereit und willens" gezeigt, nötigenfalls auch Friedenstruppen in das von Russland angegriffene Land zu entsenden.
Ich sage das nicht leichtfertig. Ich bin mir der Verantwortung bewusst, die damit einhergeht, dass britische Soldaten und Soldatinnen möglicherweise in Gefahr geraten.
Keir Starmer, Großbritanniens Premier
In einem Gastbeitrag für den "Telegraph" schrieb Starmer, Großbritannien könne bei der Arbeit an Sicherheitsgarantien für die Ukraine eine "führende Rolle" übernehmen. Das bedeute im Falle des Kriegsendes auch, Truppen vor Ort zu stationieren, falls das nötig sein sollte.
Es ist das erste Mal, dass sich Starmer ausdrücklich für die Entsendung britischer Friedenstruppen in die Ukraine ausspricht.
Starmer: Unterstützung der USA für Frieden entscheidend
"Jede Rolle bei der Gewährleistung der Sicherheit der Ukraine hilft, die Sicherheit unseres Kontinents und die Sicherheit dieses Landes zu gewährleisten", schrieb der Premier in dem Beitrag.
Das Ende dieses Krieges, wenn es denn kommt, darf nicht nur eine vorübergehende Pause sein, bevor Putin wieder angreift.
Keir Starmer, Großbritanniens Premier
Er werde "in den kommenden Tagen" US-Präsident Donald Trump treffen, schrieb Starmer. Europa und die USA müssten in der Ukraine-Frage weiter eng zusammenarbeiten.
Eine US-Sicherheitsgarantie sei für einen dauerhaften Frieden unerlässlich, denn nur die USA könnten den russischen Präsidenten Wladimir Putin von einem weiteren Angriff abhalten.
Scholz: Unpassende Debatte zur falschen Zeit
Bundeskanzler Olaf Scholz wies die Diskussion über eine europäische Friedenstruppe als "völlig verfrüht" zurück. "Ich bin sogar ein wenig irritiert über diese Debatten, das will ich ganz offen sagen", sagte Scholz nach dem Ukraine-Gipfel in Paris. Hier werde über die Köpfe der Ukrainer hinweg über mögliche Ergebnisse von Friedensgesprächen diskutiert, die noch nicht stattgefunden haben.
Das ist höchst unangemessen, um es ganz offen und ehrlich zu sagen.
Olaf Scholz, Bundeskanzler
Es sei eine "unpassende Debatte zur falschen Zeit und über das falsche Thema", sagte Scholz. "Wir sind noch nicht beim Frieden, sondern mitten in einem brutal von Russland vorgetragenen Krieg, der ohne Rücksicht weiter vorangetrieben wird."
Gipfel der Staats- und Regierungschefs in Paris
Nach den Äußerungen Trumps hatte Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron für Montag zu dem Treffen europäischer Spitzenpolitiker in Paris eingeladen. Neben Scholz nahmen daran unter anderem auch die Regierungschefs aus Großbritannien, Italien und Polen teil. Auch Nato-Chef Mark Rutte und EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen waren dabei.
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