Nach Evakuierung der Frontstadt :Ukrainische Flüchtlinge aus Oleschky treffen in Belarus ein
Nach ihrer Evakuierung aus der umkämpften Stadt Oleschky sind viele ukrainische Zivilisten in Belarus eingetroffen. Von dort aus soll es für sie zurück in die Ukraine gehen.
In Oleschky haben Evakuierungs- und Hilfsaktionen begonnen. Die Bewohner der seit Jahren besetzten Stadt sollen in Sicherheit gebracht werden.
30.10.2026 | 3:05 minDie aus der russisch besetzten Stadt Oleschky im Süden der Ukraine evakuierten Einwohner sind nach Angaben beider Seiten in Belarus angekommen. Das "vierte und letzte Flugzeug" sei im belarussischen Gomel gelandet, teilte der ukrainische Unterhändler David Arachamia am Samstag im Onlinedienst Telegram mit.
Von dort aus reisen sie demnach weiter in die Ukraine.
In wenigen Stunden werden alle aus Oleschky evakuierten ukrainischen Staatsbürger sowie die ukrainische Delegation wieder auf ukrainischem Boden sein.
David Arachamia, ukrainischer Unterhändler
Zur Zahl der am Vortag bei der Evakuierung aus Oleschky Geretteten gab es weiter keine konkreten Angaben. Dem Vernehmen nach verließen mehr als 200 Menschen die Stadt in dem von Russland annektierten Gebiet Cherson in Richtung Ukraine. Dutzende Menschen hatten sich für eine Ausreise in von Russland kontrollierte Gebiete entschieden.
Russland und die Ukraine haben in der russisch besetzten Frontstadt Oleschky eine Evakuierung durchgeführt. Dies ist die größte humanitäre Hilfsaktion seit Beginn des Krieges.
31.10.2026 | 0:52 minSie waren demnach mit Bussen über die von Russland annektierte Halbinsel Krim in die russische Stadt Anapa gebracht worden. Von dort aus wurden sie nach Belarus geflogen, um anschließend über einen Grenzübergang in die Ukraine gebracht zu werden. Die Menschen hatten nach russischen und ukrainischen Angaben die Wahl, sich für die Ausreise oder den Verbleib in der Trümmerstadt Oleschky zu entscheiden.
Waffenruhe endet an diesem Sonntag
Mehr als 1.000 Menschen könnten noch in der von der Außenwelt abgeschotteten Stadt leben. Oleschky hatte vor dem Krieg rund 24.000 Einwohner. Die extrem verminte und mit vielen Panzersperren bestückte Region ist vom russischen Militär abgeriegelt. Als besonders gefährlich gelten die ukrainischen Drohnenangriffe in dem Gebiet.
Durch eine örtlich begrenzte Waffenruhe konnten Einwohner aus der russisch besetzten Stadt Oleschky ausreisen. Dara Hassanzadeh erklärt, wie es zu der Waffenruhe kam.
30.10.2026 | 1:01 minDer ukrainische Beauftragte Lubinez und seine russische Kollegin Jana Lantratowa hatten die Evakuierung am Freitag persönlich begleitet. Sie dankten der US-First-Lady Melania Trump für die Vermittlung einer mehrtägigen Waffenruhe, die am Dienstag in Kraft trat und zu halten scheint.
Längste Waffenruhe seit Kriegsbeginn
Die bis Sonntagabend vorgesehene Feuerpause sollte angesichts gravierender Engpässe bei Lebensmitteln, Wasser und Medikamenten die Versorgung der Bevölkerung, Hilfslieferungen und die Evakuierung von Zivilisten in der Stadt ermöglichen. Sie ist die längste Waffenruhe seit Kriegsbeginn im Februar 2022.
Oleschky liegt im Süden der Ukraine direkt an der Front auf russischem Besatzungsgebiet. Die Lage ist katastrophal, es fehlt an allem. Die Waffenruhe soll Abhilfe schaffen.
26.10.2026 | 1:32 minOleschky liegt am Ufer des Dnipro in der Region Cherson im von Russland besetzten Süden der Ukraine und wird von beiden Armeen in die Zange genommen. Russland hatte die Stadt schon 2022 erobert.
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