G20-Treffen in den USA: Wadephul führt Gespräche mit Lawrow

Interview

G20-Treffen der Außenminister in den USA:Wadephul trifft Lawrow: Gespräche, aber keine Eintracht

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Das G20-Treffen sei eine der wenigen Chancen, mit Russland über ein Ende des Ukraine-Kriegs zu sprechen, sagt Außenminister Johann Wadephul. Eine Chance, die der Westen nutze.

Außenminister Wadephul im Gespräch mit Christian Sievers

"Wir müssen auch mit Russland sprechen, auch wenn es sehr, sehr kontrovers ist", sagt Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) am Rande des G20-Außenministertreffens in Atlanta.

30.10.2026 | 6:30 min

"Alle wissen, dass die Welt in einer außerordentlich kritischen Situation ist und dass es unsere Aufgabe hier ist, alles zu versuchen, Konflikte und Krisen zu entschärfen", sagt Außenminister Johann Wadephul über das G20-Treffen der Außenminister. Trotzdem sei die Stimmung in Atlanta in den USA grundsätzlich gut, wenn auch mit "einigen Gesprächsteilnehmern kontrovers", berichtet er im heute journal.

Wadephul: Sind keine Familie mit Russland

Mit besagten Gesprächsteilnehmern dürfte insbesondere der russische Außenminister Sergej Lawrow gemeint sein, dessen Teilnahme an dem Treffen erst Mitte der Woche bestätigt wurde. Das "Familienfoto" von allen Teilnehmern lehnten die westlichen Partner ab, Gespräche gebe es dennoch, so Wadephul:

Das ist notwendig, dass wir miteinander sprechen und dass wir auch Sergej Lawrow unsere Meinung klar sagen.

Johann Wadephul, Außenminister

Man müsse mit Russland sprechen, "auch wenn es sehr, sehr kontrovers ist". Aber ein Familienfoto erwecke ja ein Gefühl von Eintracht und Zugehörigkeit, so der Außenminister. "Und eine solche Familie sind wir nun mit Russland zum jetzigen Zeitpunkt wirklich nicht."

Marco Rubio und andere Außenminister der G20-Staaten in Atlanta

In Atlanta beraten die Außenminister der G20-Staaten über die geopolitischen Krisen der Welt. Auch Russlands Außenminister Sergej Lawrow nimmt an dem Treffen in den USA teil.

30.10.2026 | 2:43 min

Wichtiges Thema: Getreidetransport aus Russland und Ukraine

Das wichtigste Thema in den aktuellen Gesprächen sei der Getreidetransport über das Schwarze Meer: "Wir werden den Ukraine-Konflikt nicht insgesamt lösen, aber wir müssen es ermöglichen, dass aus der Ukraine und aus Russland Getreide in den globalen Süden transportiert werden kann", erklärte Wadephul.

Diesen Punkt hätten auch viele andere Teilnehmer in Atlanta gemacht, "insofern will ich da nicht nachlassen und glaube auch, dass es möglich ist, in den nächsten Wochen hier noch ein Ergebnis zu erzielen".

Die westliche Welt sei in diesem Punkt und in dem Ziel, Russland an den Verhandlungstisch zu bekommen, geeinter, als man glaube, so Wadephul. Daran ändere auch der umstrittene Diesel-Deal zwischen Russland und den USA nichts. "Ich würde jetzt den Diesel-Deal auch überhaupt gar nicht überschätzen, schon gar nicht von der Quantität her", sagt der Außenminister und betont stattdessen: "Europa hat eine ganz klare Position: Es muss verhandelt werden. Russland muss an den Verhandlungstisch kommen."

Und solange das nicht geschieht, stehen wir hinter der Ukraine, unterstützen sie und werden den Druck auf Russland weiter erhöhen.

Johann Wadephul, Außenminister

Darüber herrsche in Europa eine große Einigkeit und man erhalte zusätzlich Unterstützung von Partnern wie Japan und Australien.

ZDF-Korrespondent Andreas Kynast steht auf einem Flugplatz. Hinter ihm stehen ein schwarzes Auto (links) und ein Flugzeug sowie Fotografen und Journalisten (rechts).

Am Treffen der G20-Außenminister in Atlanta nimmt Russland teil. Damit sei klar, "dass dieses Treffen mal wieder im Zeichen des Kriegs gegen die Ukraine stehen wird", so ZDF-Korrespondent Kynast.

30.10.2026 | 1:50 min

Wadephul sieht Chance auf Bewegung in Verhandlungen

Das derzeitige Treffen sei "eine der wenigen Chancen, Russland davon zu überzeugen, dass es wirklich Zeit ist, die kriegerischen Handlungen zu beenden und darüber zu reden, wie man diesen Konflikt beenden kann", sagt der Außenminister. Und diese Chance nutze man.

Dabei sei er nicht ohne Hoffnung: "Ich weiß, dass Russland unter sehr starkem ökonomischem Druck ist. Ich weiß, dass Russland auch realisiert, dass es zwar schreckliche Schäden und auch menschliche Opfer verursacht in der Ukraine, aber militärisch nicht richtig vorankommt. Ich weiß, dass viele - und hier um den Tisch herum - (...) Russland drängen, diesen Krieg zu beenden."

Daher forderte Wadephul:

Wenn wir das alle gemeinsam machen und alle gemeinsam dort anpacken, dann gibt es eine Chance, diesen Krieg schneller zu beenden.

Johann Wadephul, Außenminister

Erst Ende September hatte der Außenminister seinen russischen Amtskollegen Lawrow am Rande der UN-Vollversammlung in New York getroffen. Es war das erste Treffen dieser Art seit Jahren.

Das Interview führte heute journal-Moderator Christian Sievers. Zusammengefasst hat es ZDFheute-Redakteurin Marie Ahlers.

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Über dieses Thema berichtete das heute journal am 30.10.2026 ab 22:00 Uhr.

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