Lokale Waffenruhe im Ukraine-Krieg:Oleschky: Evakuierung und Hilfslieferungen gelungen
Gemeinsam haben Russland und die Ukraine zahlreiche Einwohner aus Oleschky mit mehreren Bussen evakuiert. Auch Hilfslieferungen erreichten die bislang eingeschlossene Frontstadt.
In der ukrainischen Frontstadt Oleschky lebten einst 24.000 Menschen, jetzt sind es nur noch 2000. Lebensmittel und Medikamente sind genauso selten wie fließendes Wasser, Strom oder Gas.
30.10.2026 | 1:31 minRussland und die Ukraine haben eine von den USA vermittelte Hilfsaktion für die russisch besetzte ukrainische Frontstadt Oleschky abgewickelt. Dutzende Tonnen an Hilfsgütern gelangten am vierten Tag einer örtlich begrenzten Waffenruhe in den Ort, der im russischen Angriffskrieg vor vier Jahren zur Frontstadt wurde.
Die größte humanitäre Hilfsaktion seit Kriegsbeginn im Februar 2022 ermöglichte es Menschen auch, die Stadt im Süden des Landes zu verlassen, in der längst nur noch ein Bruchteil der ursprünglichen Bevölkerung lebt. An normalen Kriegstagen verhinderten ständige Drohnenangriffe und Minen Transporte in und aus der Stadt.
Großteil der Einwohner will offenbar in der Ukraine bleiben
Ein Reporter der Deutschen Presse-Agentur, der an einer vom russischen Verteidigungs- und Außenministerium organisierten Reise für Pressevertreter nach Oleschky teilgenommen hat, berichtete von einer erfolgreichen Ausreise der Menschen aus der Stadt.
Deutlich mehr Einwohner wählten demnach die Ausreise in die Ukraine als nach Russland oder in die von Russland besetzten Gebiete. Aus Aufnahmen, die Regierungsstellen veröffentlichten, ging hervor, dass einige Einwohner trotz der Gefahren im Frontgebiet in Oleschky bleiben wollen.
ZDF-Reporter Dara Hassanzadeh beobachtet die Evakuierungen in der ukrainischen Frontstadt Oleschky und ordnet ein, warum sich die Konfliktparteien plötzlich so kompromissbereit zeigen.
30.10.2026 | 0:58 minRusslands Menschenrechtsbeauftragte Jana Lantratowa reiste zusammen mit ihrem ukrainischen Kollegen Dmytro Lubinez in die Stadt. Die Vertreter der Kriegsparteien traten gemeinsam auf - ein seltener Anblick.
Dem ukrainischen Unterhändler David Arachamija zufolge verläuft die Route für die Reise in den nicht russisch besetzten Teil der Ukraine über die Krim zum Flughafen Anapa in Südrussland. Mit dem Flugzeug sollen die Menschen dann ins belarussische Gomel gelangen und dann mit Bussen schließlich in die benachbarte Ukraine.
Oleschky wurde unmittelbar nach Kriegsbeginn im Februar 2022 von russischen Truppen besetzt. Damals hatte die Stadt noch etwa 24.000 Einwohner. Seit dem Abzug der Russen aus der Gebietshauptstadt Cherson im November 2022 ist Oleschky Frontstadt.
Durch eine örtlich begrenzte Waffenruhe konnten Einwohner aus der russisch besetzten Stadt Oleschky ausreisen. Dara Hassanzadeh erklärt, wie es zu der Waffenruhe kam.
30.10.2026 | 1:01 minUkraine hofft auf weitere humanitäre Aktionen
Nun hält die Waffenruhe für Oleschky und Umgebung bereits mehr als 80 Stunden. "Ich möchte hervorheben, dass es das erste Mal seit dem Jahr 2022 ist, dass eine Waffenruhe an einem so großen Frontabschnitt hält", sagte der ukrainische Menschenrechtsbeauftragte Lubinez bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Lantratowa in Armjansk auf der Krim. Die Feuerpause soll bis einschließlich Sonntag gelten - danach dürften Luftangriffe und Artilleriebeschuss unvermindert weitergehen.
Der Ukrainer Lubinez äußerte die Hoffnung, derartige humanitäre Aktionen auch an anderen Frontabschnitten durchführen zu können. Er dankte der First Lady der USA, Melania Trump, auf Englisch für die Vermittlung der Waffenruhe.
Kurz vor Ende der Waffenruhe wird die ukrainische Stadt Oleschky evakuiert, sie war monatelang abgeriegelt. Nun läuft die wohl größte humanitäre Aktion der Ukraine und Russlands seit Kriegsbeginn
30.10.2026 | 2:10 minDass die Kriegsparteien sich im Fall von Oleschky so kompromissbereit zeigen, liege am politischen Willen, sagt ZDF-Reporter Dara Hassanzadeh in den heute-Nachrichten. Die Ukraine suche schon seit Monaten nach einer Lösung für die Menschen in Oleschky. US-Präsident Donald Trump sei im Wahlkampf und suche nach einem schnellen Erfolgen.
Russland hat die Situation herbeigeführt, die Stadt erobert, eingeschlossen und die Menschen hungern lassen (...) und kann sich jetzt für eine humanitäre Aktion feiern.
Dara Hassanzadeh, ZDF-Reporter
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