Niger: Präsidentenpalast in Niamey angegriffen

Sahel-Staat in Westafrika:Präsidentenpalast im Niger angegriffen

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Im westafrikanischen Niger haben Angreifer offenbar den Präsidentenpalast in der Hauptstadt Niamey attackiert. Schüsse und Explosionen gab es auch nahe des Flughafens.

Blick in eine Seitenstraße von Niamey, der Haupstadt von Niger. (Archiv)

Im westafrikanischen Niger ist es zu schweren Kämpfen mit aufständischen Soldaten gekommen. Ziele waren unter anderem der Präsidentenpalast und der Flughafen.

29.08.2026 | 0:23 min

Im westafrikanischen Sahel-Staat Niger hat eine Gruppe von Soldaten gegen die Militärregierung gemeutert. Das teilte das Verteidigungsministerium in einer im Staatsfernsehen verlesenen Stellungnahme mit. Die aufständischen Soldaten hätten zunächst ihre Kameraden innerhalb eines Stützpunkts am internationalen Flughafen der Hauptstadt Niamey festgesetzt, hieß es. Danach hätten sie weitere strategische Punkte in Niamey angegriffen.

Aufgrund der "raschen Reaktion" der Streitkräfte sei der Aufstand jedoch eingedämmt und die Kontrolle schrittweise wiedererlangt worden, teilte das Verteidigungsministerium mit.

Schüsse und Explosionen in Niamey

Einem Militäroffizier zufolge hatten die meuternden Soldaten den internationalen Flughafen und zeitweise auch das Gebäude des staatlichen Fernsehsenders eingenommen. Nationale Sicherheitskräfte hätten demnach den Präsidentenpalast verteidigen können, sagte ein hochrangiges Mitglied des Militärs, das anonym bleiben wollte, der Deutsche Presse-Agentur. Laut Augenzeugen waren in Niamey in der Nacht zum Samstag Schüsse und Explosionen zu hören.

Nach Angaben von Hamid Amadou N'gadé, dem ehemaligen Kommunikationsberater des 2023 vom Militär abgesetzten Präsidenten Mohamed Bazoum, war der Präsidentenpalast unter schwerem Mörserbeschuss. Auch im Gebiet um den Flughafen sei es zu heftigen Zusammenstößen gekommen. In mehreren Teilen der Hauptstadt fiel die Stromversorgung aus.

Das Staatsfernsehen war am Morgen zeitweise unterbrochen - die Aufständischen sollen den Sender unter ihre Kontrolle gebracht haben, hieß es. Die Lage am Flughafen war zunächst unklar.

Karte Niger Niamey
Quelle: ZDF

Angreifer hatten offenbar Militärbasis im Visier

Laut Bana Wagana Ibrahim, Mitglied des Präsidiums des Konsultativrats von Niger, nahmen die Angreifer vor allem die Militärbasis des Flughafens ins Visier. Dort befindet sich das Hauptquartier des russischen Afrika-Corps und der Generalstab der Streitkräfte der Allianz des Sahel-Staaten (AES). Zwischen Dezember und Januar wurde dort eine große Ladung Uran für den Export gelagert. Seither hat es keine Berichte über einen Transport der Fracht gegeben.

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Ein afrikanischer Diplomat in Niamey sagte, bislang stehe die Präsidialgarde offenbar weiter hinter Militärmachthaber Abdourahmane Tiani. Der Niger wird seit einem Putsch im Jahr 2023 von einer Militärjunta unter Tiani regiert.

Der Flughafen von Niamey wurde bereits im Januar von Kämpfern der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) und Ende Juni von dessen Rivalen JNIM, dem Sahel-Arm des Extremistennetzwerks Al-Kaida attackiert. Die Armee konnte beide Angriffe abwehren, allerdings wurden bei dem Angriff im Juni elf Soldaten und zwei Zivilisten getötet.

Niger wendet sich vom Westen ab und Russland zu

Militärs hatten am 26. Juli 2023 im Niger den demokratisch gewählten Präsidenten Mohamed Bazoum gestürzt und die Macht im Land übernommen. Für die USA und die frühere Kolonialmacht Frankreich war der Niger bis dahin ein wichtiger Ausgangspunkt für Einsätze gegen Dschihadisten. Im Dezember 2023 verließen die letzten französischen Soldaten auf Wunsch der neuen Machthaber das Land.

Seit dem Machtwechsel hat sich das Land von westlichen Partnern abgewandt, arbeitet enger mit Russland zusammen und hat sich mit Mali und Burkina Faso zu einem eigenen Bündnis zusammengeschlossen.

Zudem geht die Führung restriktiver gegen ausländische Bergbauunternehmen vor. In der vergangenen Woche entzog die Regierung dem französischen Staatskonzern Orano Schürfrechte für Uran und übertrug diese an staatliche Unternehmen.

Armes Land, reich an Rohstoffen

Der großteils in der Wüste gelegene Binnenstaat Niger hat rund 28 Millionen Einwohner und ist eines der ärmsten Länder der Welt. Das Land ist aber reich an Rohstoffen und gilt als wichtiger Produzent von Uran, Öl und Gold. Vor dem Putsch 2023 war der Niger ein wichtiger Uran-Lieferant für Europa.

Quelle: Reuters, dpa, AFP
Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress am 29.08.2026, um 14:26 Uhr, in dem Beitrag "Niger: Gefechte in der Hauptstadt Niamey"

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