Memecoin-Handel auf Pump.fun:Wenn sich Influencer für das schnelle Geld anzünden
von Kim Bachmann
Schnell reich werden mit Memecoins: Dieser Traum lockt unzählige Anleger an. Um Investoren zu gewinnen, setzen viele auf extreme Aktionen - und riskieren teils sogar ihr Leben.
Memecoins: Der scheinbare schnelle Weg zu viel Geld. Krypto-Influencer versprechen ihren Käufern Renditen in Millionenhöhe. Doch wer profitiert am Ende wirklich und wer verliert?
25.08.2026 | 44:45 minSie sind bunt, lustig und oft verbunden mit viralen Trends: Memecoins sind seit 2013 nicht mehr aus der Welt des Kryptohandels wegzudenken. Das Praktische: Jeder kann seinen eigenen Coin erstellen und versuchen, damit zu spekulieren und Geld zu verdienen. Einige gehen dafür bis an ihre Grenzen - wie auch der Streamer und Memecoin-Besitzer Mikol Ayala aus Florida.
Streamer zündete sich vor laufender Kamera an
Der Streamer ist Besitzer des sogenannten "Truth or Dare-Coin". Wie bei dem Spiel "Wahrheit oder Pflicht" lässt sich Mikol Ayala von seiner Community Fragen oder Aufgaben stellen, die er vor der Kamera bewältigen muss. Meistens handelt es sich um Mutproben. Das Ziel: Diese Aktionen sollen Aufmerksamkeit erreichen und andere motivieren, in seinen Memecoin zu investieren.
Die Challenge lautete: Übergieß' dich mit Alkohol und deine Kumpels beschießen dich mit Feuerwerk.
Mikol Ayala, Streamer und Memecoin-Besitzer
Im Mai 2024 setzte Mikol Ayala diese Challenge um - und riskierte dabei sein Leben. Seine Community schaute ihm live dabei zu, wie er sich mit Isopropylalkohol übergießen und danach von seinen Freunden mit Feuerwerkskörpern beschießen ließ. Ayala fing Feuer und landete mit lebensgefährlichen Verbrennungen im Krankenhaus. Er überlebte schwer verletzt.
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25.08.2026 | 42:17 minMemecoins: Mit Aufmerksamkeit zum schnellen Geld
Sein Ziel hat er mit dieser Aktion allerdings erreicht. Bereits nach kürzester Zeit stieg der Wert seines "Truth or Dare-Coins" enorm an. Viele aus der Community kauften und verkauften ihn teurer weiter.
Als ich im Krankenhaus war, ist der Coin auf zwei Millionen hochgeschossen.
Mikol Ayala, Besitzer des “Truth or Dare-Coins"
Memecoin ist der Überbegriff für Kryptowährungen, die auf einem "Meme", also einem Internet-Witz oder Hype, basieren. Anders als der Bitcoin, der als etablierte Kryptowährung mit der bisher größten Marktkapitalisierung gilt, haben Memecoins keinen wirklichen wirtschaftlichen Wert. Sie sind abhängig von Aufmerksamkeit und Spekulation.
Nur wenige Gewinner bei Memecoins
Der Mechanismus dahinter ist einfach: Durch zum Teil risikoreiche Aktionen, wie die von Mikol Ayala, werden sehr viele Menschen auf einen Memecoin aufmerksam und investieren. Denn wer früh einsteigt, kann die Coins noch für wenig Geld einkaufen. Die Hoffnung dahinter ist pure Spekulation: Wenn viele kaufen, steigt die Nachfrage und mit ihr der Wert des Coins, sodass man die eigenen Anteile zu einem höheren Preis wieder verkaufen kann.
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25.04.2026 | 9:59 minAllerdings gibt es hierbei oft nur wenige Gewinner. Wer nicht rechtzeitig verkauft, kann auf seinen Anteilen sitzenbleiben, wenn der Kurs des Coins wieder sinkt.
Der einzige Weg, dass ich nicht der Idiot bin am Ende, ist, dass ich andere abzocke.
Jürgen Geuter, Tech-Kritiker
Deswegen sind Communities für Memecoin-Besitzer wie Mikol Ayala so wichtig. Wem es gelingt, eine Community um seinen Coin aufzubauen, der erhofft sich, dass seine Anhänger den Hype um den Coin weiter antreiben.
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05.01.2026 | 43:30 minAuf Pump.fun kann Kryptowährung in Minuten erstellt werden
Auf der Internetplattform Pump.fun geben viele Memecoin-Besitzer alles, um ihre eigenen Coins zu bewerben. Pump.fun gibt es seit Januar 2024, die Plattform wurde von drei Briten gegründet. Sie gilt als ein "Gamechanger" im Memecoin-Universum.
Der Finanzermittler Frederico Paesano erklärt in der ZDFinfo-Doku "World Wide Cybercrime: Crypto Hype: Milliardenfalle Memecoins", dass mit Pump.fun jeder extrem leicht einen Memecoin, also einen digitalen Vermögenswert, erstellen könne.
Weil die technischen Einstiegshürden so niedrig sind, kann heute im Grunde jeder auf so eine Plattform gehen (...) und versuchen, damit reich zu werden.
Frederico Paesano, Finanzermittler
Bafin warnt vor Abzocke mit Memecoins
Pump.fun ist in Europa legal, wie auch generell der Handel mit Memecoins. Aber die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, kurz Bafin, warnt vor solchen Kryptowährungen. Memecoins seien hochspekulative virtuelle Coins - egal ob auf Pump.fun oder anderen Plattformen.
Geschäfte mit Memecoins seien keine Geldanlage, sondern reine Spekulation.
Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht
Außer Spaß am Glücksspiel gebe es laut Bafin in der Regel keinen Grund, Memecoins zu erwerben.
Turbo-Zertifikate sind hochriskante Wertpapiere, die an der Börse gehandelt werden. Aufgrund des hohen Risikos für Kleinanleger treten dafür im Juni 2026 neue Regeln in Kraft.
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