Erhebung für Deutschland:Jeder achte Erwachsene setzt auf Kryptowährungen
Trotz eines hohen Risikobewusstseins halten viele Anleger in Deutschland Kryptowährungen - besonders junge Männer. Doch Pläne der Politik und der Bitcoin-Kurs drücken die Stimmung.
Rund 12,8 Prozent der Erwachsenen besitzen Kryptowährungen. Vor allem Jüngere und Männer halten digitale Coins im Depot. Dennoch: Die Mehrheit sieht Kryptowährungen weiterhin skeptisch.
04.08.2026 | 0:52 minKnapp neun Millionen Menschen in Deutschland ab 18 Jahren besitzen derzeit Kryptowährungen. Dies entspricht einem Anteil von 12,8 Prozent der volljährigen Bevölkerung, wie aus einer repräsentativen Umfrage des Meinungsinstituts YouGov im Auftrag der Management- und Technologieberatung BearingPoint hervorgeht.
4,9 Prozent der Befragten haben in der Vergangenheit Bitcoin oder andere Kryptowährungen besessen, sind aber bereits wieder aus dem Markt ausgestiegen. Ferner zeigt sich ein Potenzial von 11,4 Prozent (rund 7,9 Millionen Menschen), die noch keine Digitalwährungen halten, sich einen Kauf aber vorstellen können.
Die große Mehrheit der Erwachsenen in Deutschland blickt jedoch distanziert auf die digitale Anlageklasse: 67,4 Prozent besitzen keine Kryptowährungen und schließen dies auch für die Zukunft kategorisch aus.
Nils* fiel einem Krypto-Betrug zum Opfer. Der Betrüger baute eine vermeintliche Freundschaft auf, bevor er schließlich abtauchte. (*Name geändert)
11.01.2026 | 1:29 minKryptobesitzer im Durchschnitt männlich und jung
Besonders stark ausgeprägt sind die Unterschiede zwischen den Geschlechtern und Altersgruppen. Während 18,8 Prozent der Männer digitale Coins im Depot halten, liegt die Quote bei den Frauen bei lediglich 7,2 Prozent. Unter den 25- bis 34-Jährigen besitzt fast ein Drittel (28,4 Prozent) Kryptowährungen, während die Anlageklasse bei der Generation ab 55 Jahren kaum eine Rolle spielt.
Unter den aktiven Krypto-Anlegern in Deutschland bleibt Bitcoin der unangefochtene Marktführer: Drei Viertel der Besitzer (74,6 Prozent) halten Anteile der Ur-Kryptowährung im Depot.
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Hohes Risikobewusstsein
Nur eine kleine Minderheit von rund 5 Prozent sieht in Kryptowährungen einen verlässlichen Wertspeicher in Krisenzeiten. Stattdessen dominiert das Bewusstsein für das hohe Risiko: Für fast ein Drittel der Gesamtbevölkerung (32,7 Prozent) sind Kryptowährungen in erster Linie ein hochspekulatives Produkt. Selbst unter den aktiven Krypto-Anlegern ordnen rund 38 Prozent ihr Engagement primär als reine Spekulation ein.
Nach dem Rekordstand vom vergangenen Herbst ist der Kurs des Bitcoins um rund die Hälfte eingebrochen und bewegt sich seit Monaten im Bereich von 60.000 bis 65.000 US-Dollar.
Finanzminister Klingbeil: Bitcoin wie Aktien besteuern
In Deutschland drückt nun auch noch die Politik auf die Stimmung der Anleger. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) plant, eine Änderung der Steuerregeln vorzunehmen. Derzeit gilt: Wer Bitcoin und Co. länger als ein Jahr im Privatvermögen hält, kassiert etwaige Veräußerungsgewinne komplett steuerfrei; bei kürzerer Haltedauer greift der persönliche Einkommensteuersatz. Diese Regelung gilt auch für Gold, Luxusuhren, Oldtimer, Kunstgegenstände und andere Wertsachen.
Finanzminister Klingbeil plant, Bitcoin und Co. anders zu besteuern. Doch hat er dafür eine Mehrheit? ZDF-Korrespondent Pontzen hakt nach und bekommt überraschende Antworten.
12.06.2026Nach Klingbeils Plänen soll bei den Digitalwährungen diese einjährige Haltefrist fallen und Krypto-Gewinne sollen künftig wie Aktienerlöse besteuert werden. In Deutschland unterliegen Gewinne aus Dividendenzahlungen und dem Verkauf von Aktien einer pauschalen Abgeltungsteuer von 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer.
Viele Details der Klingbeil-Pläne sind allerdings noch unklar, etwa die Frage nach Übergangsregelungen. Offen ist auch noch die Frage, ob der Koalitionspartner CDU/CSU die Pläne der SPD im Parlament überhaupt unterstützen wird.
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