Seriös oder nicht?:Finanz-Angebote auf Social Media: Was jeder beachten sollte
von Svetlana Leitz
Von seriösen Angeboten bis zu Betrugsmaschen: Wer sich in sozialen Medien zu Finanzen informieren will, begegnet einem Dschungel an Angeboten. Tipps, worauf jeder achten sollte.
Auf Social Media kann jeder richtig viel Finanzwissen bekommen. Weil sich dort aber auch viele selbsternannte Experten und Betrüger tummeln, ist Vorsicht angesagt.
04.02.2026 | 1:22 minJede fünfte Person zwischen 16 und 30 Jahren lässt sich in ihren Finanzentscheidungen auch durch Social Media beeinflussen. Zu dem Ergebnis kommt eine aktuelle Umfrage der Internationalen Hochschule (IU). Das ist etwa der Fall, wenn sogenannte Finfluencer, also Finanz-Influencer, Anlagetipps geben oder präsentieren, wie sie selbst ihr Geld investieren.
Für Anke Behn von der Verbraucherzentrale Bremen sind Finfluencer "Fluch und Segen zugleich". Einerseits weckten sie besonders bei jungen Menschen das Interesse für das "eher trockene Thema" Finanzen. Andererseits sieht die Finanzexpertin neben seriösen Angeboten bei vielen dieser Inhalte Probleme.
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07.01.2026 | 1:13 minFinfluencer brauchen keine Ausbildung
Wer sich online zum Finanzguru erkläre, brauche dafür keine Lizenz und keine Nachweise. "Deshalb können auch unvollständige oder falsche Informationen weitergegeben werden", weiß Behn. Hinzu kommt das Interesse der meisten Finfluencer, mit ihren Inhalten Geld zu verdienen. Diese Werbung werde in einigen Fällen nicht gekennzeichnet, kritisiert Behn. Sie werden beispielsweise als persönlicher Tipp oder vermeintlich sachliche Information präsentiert.
Wie kann künstliche Intelligenz bei der Geldanlage unterstützen? Wir lassen die KI Vorschläge zum Geldanlegen ausarbeiten. Ein Finanzberater schätzt ein, wie fundiert diese Empfehlungen sind.
04.02.2026 | 2:38 minInmitten der bunten Angebotsmischung finden sich außerdem Betrügerinnen und Betrüger. Sie versuchen mit falschen Versprechungen vom großen Geld, Menschen dazu zu bringen, ihnen Geld zu überweisen oder sie in ein Schneeballsystem zu locken.
Aber man muss nicht Finanzexperte sein, um seine Finanzen gut zu organisieren.
Anke Behn, Verbraucherzentrale Bremen
Drei No-Gos in der Finanzberatung
Unseriöse Anbieter machen Stress, um an Geld zu kommen. Das verhindert, genauer hinzuschauen und in Ruhe alles zu überprüfen. Vertrauenswürdige Beraterinnen und Berater nehmen sich Zeit für alle Fragen.
Garantiert hohe Gewinne ohne Risiko - das gibt es nicht. Bei "todsicheren Geheimtipps" oder ähnlichem ist sicher etwas faul.
Falls es Finanztipps nur gegen persönliche Informationen gibt - Finger weg. Dazu zählt auch schon, von einer öffentlichen Seite auf einen Messenger umzusteigen. Dann kommt der vermeintliche Tippgeber nämlich an die Handynummer und kann so Druck aufbauen.
So erkennt man schlechte Angebote für Finanzen
Tipp 1: Social-Media-Inhalte genau prüfen
Der erste Tipp der Finanzexpertin ist, die Social-Media-Inhalte genau zu prüfen. Um herauszufinden, wie unabhängig Anbieter wirklich seien, helfe oft ein Blick ins Impressum. Das müsste sich über die Profilbeschreibung oder auf den Websites der Anlageprodukte finden lassen.
Wie umgehen mit der Nutzung von Social Media durch Jugendliche? In Deutschland wird der Ruf nach einer strengen Altersbegrenzung immer lauter.
10.10.2025 | 8:12 minChecken sollte man auch, ob ein Geschäftsmodell genau erklärt werde oder nur vage bleibe. Dann sei oft etwas faul. Hier sollten sich Nutzerinnen und Nutzer sozialer Medien nicht von vermeintlich positiven Bewertungen oder vielen Followern beeinflussen lassen. Die könnten manipuliert sein.
Tipp 2: Nur abschließen, was man versteht
Behns zweiter Tipp: Nichts abschließen, was man nicht versteht. Crypto-Währungen, Copy Trading, Optionsscheine - online werde oft beworben, was besonders spannend klingt. In vielen Fällen sind das aber auch besonders riskante Geldanlagen und auf keinen Fall Anfängerprodukte. Wer neugierig sei und es mal probieren wolle, dem rät die Finanzexpertin, probeweise "höchstens mit Mini-Beträgen" zu üben.
Nils* fiel einem Krypto-Betrug zum Opfer. Der Betrüger baute eine vermeintliche Freundschaft auf, bevor er schließlich abtauchte. (*Name geändert)
11.01.2026 | 1:29 minTipp 3: Mehrere Meinungen einholen
"Vor Abschluss immer mehrere Meinungen einholen": Das ist Behns dritter Tipp. Wer über Social Media auf ein vermeintlich gutes Angebot stößt, sollte es immer noch einmal außerhalb der betreffenden Plattform prüfen. Für den Check eignen sich unter anderem die Verbraucherzentralen oder Stiftung Warentest. Wer vorschnell Verträge abschließe, laufe dagegen Gefahr, in sehr teuren oder langfristigen Verträgen festzustecken.
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