Goldpreis auf Rekordniveau:In Gold investieren mit kleinen Sparbeträgen?
von Svetlana Leitz
Der Goldpreis ist so hoch wie nie. Ob sich eine Investition ins Edelmetall auch für Menschen ohne große Rücklagen lohnen kann - und welche Fragen vorher wichtig sind.
Noch nie war Gold so viel wert wie in den vergangenen Tagen. Was beim Einstieg in die Gold-Anlage zu beachten ist, erklärt ZDF-Finanzreporterin Sina Mainitz.
22.01.2026 | 1:11 minWenn der Goldpreis so hoch ist: Lohnt es sich als Privatanleger, jetzt noch einzusteigen?
Das komme darauf an, meint Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Von einem Goldkauf, nur um nach kurzer Zeit teurer wieder verkaufen zu können, rät der Finanzexperte ab: "Der Goldpreis kann so schnell fallen, wie er gestiegen ist." Beim Spekulieren können sich Anleger schnell verzocken.
Gold zahlt keine Zinsen und keine Dividenden.
Niels Nauhauser, Verbraucherzentrale Baden-Württemberg
Man spekuliere nur auf Preisänderungen und die ließen sich nicht prognostizieren, erklärt Nauhauser. Dazu kommt ein Währungsrisiko, denn Gold wird in US-Dollar gehandelt - und unter Umständen Steuern.
Anders liegt der Fall bei einer langfristigen Planung: Weil Gold den Ruf hat, krisensicherer als andere Geldanlagen zu sein, könne sich eine Beimischung im Portfolio lohnen. Nauhauser empfiehlt, dass Gold nicht mehr als fünf bis zehn Prozent im Portfolio ausmachen solle - und das nur für Menschen mit einem gewissen Finanzpolster.
Gold ist auf ein Rekordhoch gestiegen: Der Preis für eine Feinunze erreichte mehr als 4.600 US-Dollar. Händler führten den Anstieg vor allem auf die Lage im Iran zurück.
12.01.2026 | 0:27 minKann sich Gold als Geldanlage für kleinere Beträge lohnen?
Eher nicht, so Finanzexperte Nauhauser. Bei kleinen Beträgen werde schon die Anschaffung zum Problem. Gold gibt es in Form von Münzen und Barren in verschiedenen Gewichten im Handel - schon ein Gramm kostet mehr als 100 Euro. Je kleiner das Gewicht, desto größer im Verhältnis die Herstellungs- und Vertriebskosten. "Die Spanne zwischen Kauf- und Verkaufspreis liegt dann zum Teil bei 50 Prozent", erläutert Nauhauser.
Wer online Gold bestellen will, muss außerdem mit Versandkosten rechnen. Und auch nach dem Kauf können Kosten anfallen: etwa für die Miete eines Bankschließfachs oder für den Abschluss einer Hausratversicherung, wenn das Gold zu Hause liegen soll.
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31.03.2025 | 1:41 minWie sind Gold-Wertpapiere einzuschätzen?
Gold gibt es auch an der Börse zu kaufen, zum Beispiel als Exchange Traded Commodities (ETCs) und Zertifikate. Hier gebe es durchaus kostengünstige Möglichkeiten, wenn man sich an Neobroker halte, sagt Nauhauser. Wer sich genau informiert und seinem Portfolio etwas Gold beimischen möchte, für den könnten Wertpapiere in Frage kommen.
Aber: Als Ersatz für eine krisensichere Rücklage eignen sich Gold-Wertpapiere Nauhauser zufolge eher nicht. Zertifikate befinden sich im spekulativen Bereich. Bei physisch besicherten Gold-ETCs liegt das Risiko niedriger, denn hier ist für jede Einheit echtes Gold hinterlegt.
Trotzdem besteht bei allen Wertpapieren das Risiko, dass der Wert sinkt. Das muss man sich leisten können. Wer am Anfang des Sparens steht, "sollte seinen Fokus lieber darauf legen, die Weichen richtig zu stellen", sagt Nauhauser.
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Als Faustregel gilt laut Nauhauser: Sollten Schulden vorhanden sein, ist es sinnvoll, die als erstes abzuzahlen. Um neue Schulden zu vermeiden, ist das nächste Ziel der Aufbau eines Notgroschens: zwei bis drei Monatsgehälter. Die gehörten auf ein Tagesgeldkonto, rät Nauhauser. So sei das Geld erstmal aus der Hand und werfe in vielen Fällen Zinsen ab.
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07.01.2026 | 1:13 minDann geht es nach Nauhauser um eine langfristige Strategie: Für Tages- und Festgeldkonten gibt es oft Zinsen und es gilt die staatliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro. Das Geld ist also abgesichert.
Ab fünf Jahre Anlagedauer empfiehlt der Finanzexperte als erste Wahl breit gestreute Aktien-ETFs. Die seien als Anlage kostengünstig, verteilten das Risiko und seien langfristig die rentabelste Anlage. Allerdings müssten die Anleger immer mit zwischenzeitlichen Verlusten rechnen. Die gehörten ebenso dazu wie langfristig steigende Kurse.
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