Verteidigungsminister Katz:Israel kündigt Kontrolle des Südlibanon an
Israels Verteidigungsminister Katz hat die Besetzung des südlichen Libanon angekündigt. Die Armee werde eine Sicherheitszone bis zum Litani-Fluss unter ihre Kontrolle bringen.
Im Kampf gegen die Hisbollah will Israel seinen Einfluss im Süden des Libanon ausweiten. Verteidigungsminister Katz kündigt eine Sicherheitszone bis zum Litani-Fluss an.
24.03.2026 | 1:37 minBeim Vorgehen gegen die Hisbollah-Miliz will Israel nach den Worten von Verteidigungsminister Israel Katz im Südlibanon die Kontrolle über das Gebiet bis zum Fluss Litani übernehmen.
Nach der Sprengung von fünf Brücken über den Fluss werde das israelische Militär "die restlichen Brücken und die Sicherheitszone bis zum Litani kontrollieren", sagte Katz bei einer Beratung mit Militärs im Hauptquartier der Armee in Tel Aviv. Der Litani mündet etwa 30 Kilometer nördlich der israelischen Grenze ins Mittelmeer.
Seit dem 13. März hat Israel fünf Brücken über den Fluss Litani im Südlibanon zerstört.
Quelle: epaDie Bodentruppen würden weiter in den Libanon vorstoßen, kündigte Katz an. Wo sie gegenwärtig genau stehen, ist aber unklar. Israel teilt die Positionen seiner Truppen grundsätzlich nicht mit. Das israelische Militär lehnt eine Stellungnahme zu den Äußerungen des Verteidigungsministers ab.
Israels Verteidigungsminister: Kampf gegen Hisbollah mit aller Kraft
Israel werde weiterhin mit aller Kraft gegen die mit Iran verbündete libanesische Hisbollah-Miliz vorgehen, sagte Katz. Hunderttausende Bewohner des Südlibanon, die nach Norden geflohen waren, könnten nicht in das Gebiet südlich des Litani-Flusses zurückkehren, bis die Sicherheit der Bewohner des israelischen Nordens gewährleistet sei.
Im Libanon kämpft die israelische Armee gegen die von Iran unterstützte Terror-Miliz Hisbollah. Die Leidtragenden sind die Zivilisten: Hunderttausende sind auf der Flucht.
13.03.2026 | 2:51 minKatz hatte der libanesischen Regierung bereits zuvor mit Gebietsverlusten gedroht, sollte sie die Hisbollah nicht entwaffnen. Die Regierung im Libanon hatte im vergangenen Jahr die Armee angewiesen, bis Ende 2025 die militärische Infrastruktur der Hisbollah südlich des Litani zu zerstören und die Miliz anschließend auch im Rest des Landes zu entwaffnen. Aus Israels Sicht setzte die libanesische Armee dieses Vorhaben jedoch nur unzureichend um.
Konflikt eskaliert seit Beginn des Iran-Kriegs
Bereits Ende 2025 verstärkte die israelische Armee ihre Angriffe auf die Hisbollah. Nach Beginn des Iran-Kriegs am 28. Februar eskalierte der Konflikt zwischen Israel und der Miliz dann wieder massiv. Die Hisbollah hatte am 2. März Raketen auf Israel abgefeuert und den Libanon damit in den US-israelischen Krieg gegen Iran hineingezogen.
"Produktive Gespräche" statt Angriffe auf iranische Energieanlagen: Warum US-Präsident Trump sein Ultimatum an Iran verlängert hat, analysiert ZDFheute live.
23.03.2026 | 34:14 minDas israelische Militär hat seit dem 13. März fünf Litani-Brücken zerstört und den Abriss von Häusern in grenznahen libanesischen Dörfern vorangetrieben. Israelischen Angaben zufolge richtet sich die Offensive gegen die Hisbollah und nicht gegen Zivilisten. Das Völkerrecht verbietet jedoch grundsätzlich Angriffe auf zivile Infrastruktur.
Israels Finanzminister: "Sterile Sicherheitszone" bis zum Litani
Der rechtsextreme israelische Finanzminister Bezalel Smotrich hatte sich am Montag dafür ausgesprochen, das Gebiet bis zum Litani-Fluss im Südlibanon zu einer "sterilen Sicherheitszone" zu machen. Der Litani-Fluss müsse Israels neue Grenze zum Libanon darstellen, forderte er. Smotrich ist zugleich Minister im Verteidigungsministerium. Es ist allerdings unklar, ob seine Forderung die offizielle israelische Regierungslinie darstellt.
Die Lage an der Grenze zum Libanon verschärft sich. Israel greift die Terror-Miliz Hisbollah an, auch Zivilisten sind betroffen. Im Libanon sind Hunderttausende auf der Flucht.
11.03.2026 | 2:44 minNach einem etwa einjährigen Krieg zwischen Israel und der Hisbollah war im November 2024 eine Waffenruhe vereinbart worden. Beide Seiten warfen sich aber regelmäßig Verstöße vor. Israel griff fast täglich weiter Ziele im Nachbarland an. Die Vereinbarung sah auch vor, dass sich die Hisbollah hinter den Litani-Fluss zurückzieht. Dies ist aber nach Israels Darstellung ebenso wenig geschehen wie eine Entwaffnung der Miliz.
Bereits nach dem ersten Libanon-Krieg 1982 hatte Israel im Süden des Libanons eine sogenannte Sicherheitszone eingerichtet. Erst im Jahr 2000 zogen sich die letzten israelischen Soldaten aus dem Gebiet zurück.
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