Trump teilt private Chats:Macron schlägt G7-Treffen mit Russland und Dänemark vor
Frankreichs Präsident Macron hat Trump ein G7-Treffen mit Russland und Dänemark vorgeschlagen. Das geht aus privaten Chats-Nachrichten hervor, die der US-Präsident geteilt hatte.
In seiner Rede beim Weltwirtschaftsforum fordert Frankreichs Präsident Macron Europa auf, den Multilateralismus zu verteidigen. Außerdem kritisiert er US-Präsident Trump.
20.01.2026 | 18:52 minFrankreichs Präsident Emmanuel Macron hat US-Präsident Donald Trump ein Treffen der G7-Staaten mit Russland und Dänemark am Donnerstag in Paris vorgeschlagen. Das geht aus privaten Textnachrichten zwischen Macron und Trump hervor, die der US-Präsident auf der Plattform Truth Social teilte. Der Élysée-Palast bestätigte der Deutschen Presse-Agentur die Echtheit der Nachrichten.
Am Dienstagvormittag hatte Trump auf seinem Online-Sprachrohr Bilder veröffentlicht, die Textnachrichten von Macron zeigen sollen. Darin regt Macron ein Treffen der großen westlichen Industrienationen in Paris nach dem Ende des Weltwirtschaftsforums in Davos an. Hinzustoßen sollen demnach nach seiner Ansicht auch Vertreter der Ukraine, Dänemarks, Syriens und Russlands.
Präsident Macron habe die USA davor gewarnt, ein Land zu werden, das sich an keine Regeln mehr hält und das die Europäer bedroht, sagt ZDF-Korrespondent Ulf Röller.
20.01.2026 | 4:30 minMacron will mit Trump zu Abend essen
Trump wird am Mittwoch im Schweizer Alpenort Davos erwartet, wo er am selben Tag eine Rede halten wird. Aus den Nachrichten geht auch hervor, dass Macron Trump zu einem Abendessen in Paris eingeladen hat, bevor dieser zurück nach Washington fliegt.
Wie es aus Macrons Umfeld hieß, sei Frankreich entschlossen, seinen diesjährigen G7-Vorsitz zu einem nützlichen Beitrag zum Dialog und zur Zusammenarbeit zu machen. Betont wurden Konflikte, bei denen Frankreich mit den USA an einem Strang ziehen.
Unter anderem hat Trump Frankreich mit hohen Zöllen auf Wein und Champagner gedroht - dafür sei Macrons Rede zahm gewesen, analysiert Politikwissenschaftler Ross
20.01.2026 | 10:57 minIn Syrien arbeite Frankreich gemeinsam mit den Amerikanern für die Einheit und territoriale Integrität Syriens und die Einhaltung des Waffenstillstands und bleibe seinen Verbündeten im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat treu.
In Iran fordere Frankreich von den iranischen Behörden die Achtung der Grundfreiheiten und stehe denen zur Seite, die diese verteidigten. Macron merkte in den Textnachrichten an, dass Frankreich und die Vereinigten Staaten "völlig im Einklang" mit Blick auf den weiteren Kurs in Syrien seien. Zudem könnten sie "großartige Dinge" im Iran erreichen.
Russland war von 1998 Mitglied der Gruppe westlicher Industrienationen, die in der Zeit G8 hieß. Nach der Annexion der Krim im Jahr 2014 wurde Russland ausgeschlossen und die Gruppe hieß wieder G7. Mit dabei sind neben den USA, Frankreich, Großbritannien, Italien, Kanada sowie Japan und Deutschland.
Quelle: dpa
Grönland: Macron sind Trumps Pläne nicht klar
Zugleich moniert Macron in den veröffentlichten Nachrichten, er verstehe nicht, was Trump mit Blick auf Grönland im Schilde führe. Der US-Präsident will Dänemark dazu bringen, den USA die Arktisinsel zu verkaufen. Deutschland, Frankreich und weitere Staaten hatten daraufhin als Zeichen der Solidarität mit Dänemark Soldaten zu einer Erkundungsmission nach Grönland geschickt.
Der Republikaner kündigte dann am Samstag an, ab dem 1. Februar Strafzölle auf Waren aus Deutschland und anderen europäischen Nato-Ländern zu verhängen.
"Donald Trump versteht nur die Sprache der Stärke und die Sprache des Geldes. Für ihn ist Außen- und Sicherheitspolitik ein Geschäftsmodell. Das müssen wir verstehen" - so SPD-Außenpolitiker Adis Ahmetović.
20.01.2026 | 6:37 minTrump postet auch Chat mit Nato-Generalsekretär Rutte
Kurz zuvor hatte Trump mit Blick auf den Grönland-Konflikt ein Treffen der beteiligten Parteien in Davos angekündigt. Den avisierten Gesprächen sei ein Telefonat mit dem Generalsekretär der Nato, Mark Rutte, vorangegangen, schrieb er auf Truth Social. Wer konkret an dem Treffen teilnehmen wird, ließ der Republikaner offen. Die Gespräche dürften am Rande des Weltwirtschaftsforums stattfinden.
Präsident Trump hat vor seiner Reise zum Weltwirtschaftsforum den Anspruch auf Grönland bekräftigt. Von der Leyen forderte erneut, die Souveränität Grönlands und Dänemarks zu achten.
20.01.2026 | 1:41 minTrump veröffentlichte zudem auch eine private Nachricht, die ihm Rutte mit Blick auf die Gespräche in Davos geschrieben hatte. In dieser hieß es: "Herr Präsident, lieber Donald - was Du in Syrien erreicht hast, ist unglaublich. Ich werde meine Medienauftritte in Davos nutzen, um Deine Arbeit dort, in Gaza und in der Ukraine hervorzuheben. Ich bin entschlossen, in der Grönland-Frage einen Weg nach vorn zu finden. Ich kann es kaum erwarten, dich zu sehen. Dein Mark." Eine Bündnissprecherin bestätigte der Deutschen Presse-Agentur, dass die Nachricht authentisch ist.
"Die Nato ist nicht geeignet, um sich intern abzustimmen", sagt Sicherheitsexpertin Stefanie Babst. Europäer und Kanadier bräuchten einen anderen Raum, um Handlungsoptionen gegenüber den USA zu besprechen.
20.01.2026 | 5:49 minVon der Leyen in Davos :“Will Trump den Invasionsgrund nehmen“
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von Florian Neuhannmit Video2:30Als Reaktion auf Trumps Zollandrohung:EU: Gegenzölle auf US-Waren sind vorbereitet
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