Nach Absichtserklärung von Iran und USA :Europäer bereit für Aufhebung von Iran-Sanktionen
Europäische Staaten sowie die UN begrüßen das angekündigte Abkommen zwischen den USA und Iran. Man sei bereit, Sanktionen aufzuheben, erklärten Merz, Macron, Starmer und Meloni.
Wenig ist bekannt rund um die Rahmenvereinbarung, auf die sich USA und Iran verständigt haben. Und es gibt weiterhin viele Unklarheiten – zum Beispiel zum Atomprogramm des Iran.
15.06.2026 | 1:17 minZahlreiche Staats- und Regierungschefs sowie die Vereinten Nationen haben das angekündigte Friedensabkommen zwischen den USA und Iran begrüßt. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sprach auf der Plattform X von einem "diplomatischen Durchbruch" und gratulierte US-Präsident Donald Trump sowie der iranischen Seite. "Das kann den Weg zur Erholung der Weltwirtschaft und Stabilisierung der Region bahnen", erklärte Merz. Nun gelte es, das Vereinbarte zielstrebig umzusetzen.
Der britische Premierminister Keir Starmer forderte, die gebührenfreie Schifffahrt in der Straße von Hormus müsse nun wiederhergestellt werden. Zudem betonte er, der Iran dürfe niemals über eine Atomwaffe verfügen.
E4-Staaten: Bereit, Iran-Sanktionen aufzuheben
Dies bekräftigten auch die Staats- und Regierungschefs der sogenannten E4-Gruppe, zu der neben Großbritannien und Deutschland noch Frankreich und Italien gehören. In einer gemeinsamen Erklärung stellten sie in Aussicht, Sanktionen gegen die Islamische Republik aufzuheben, sollte Teheran klare und überprüfbare Schritte bei seinem Atomprogramm unternehmen.
Wir stellen in Aussicht, entsprechende Sanktionen aufzuheben, sofern Iran klare und überprüfbare Schritte in Bezug auf sein Atomprogramm unternimmt.
Gemeinsame Erklärung von Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien
Iran dürfe niemals in den Besitz einer Atomwaffe gelangen, hieß es in der Erklärung weiter. Die Staats- und Regierungschefs erklärten, hierzu mit den USA, Iran und der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) zusammenarbeiten zu wollen. Sie wollten diese Gelegenheit nutzen, "eine dauerhafte diplomatische Lösung zu erreichen".
Bei der USA-Iran-Vereinbarung gehe es darum, die Gefahr für Irans Nachbarn zu minimieren, so ZDF-Korrespondent Theveßen in Évian. Aber einen "Regime-Wechsel wird es nicht geben".
15.06.2026 | 2:50 minEuropäer: Sind bereit für Mission in der Straße von Hormus
Kanzler Merz, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, der britische Premierminister Starmer und Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni betonten weiter, "die dringliche Wiederöffnung der Straße von Hormus mit bedingungsloser und uneingeschränkter Freiheit der Schifffahrt ist unerlässlich". Sie seien bereit, ihren Teil dazu beizutragen, "einschließlich durch eine rein defensiv ausgerichtete, unabhängige Mission, um die Handelsschifffahrt zu ermutigen und Minenräumung durchzuführen".
Priorität habe nun die rasche und vollständige Umsetzung durch alle Parteien, erklärte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Die Freiheit der Schifffahrt müsse wiederhergestellt werden. Dies sei unerlässlich für die regionale Stabilität sowie die Weltwirtschaft und öffne die Tür für umfassendere Verhandlungen über Frieden und Sicherheit im Nahen Osten, erklärt sie weiter.
Die Straße von Hormus liegt zwischen dem Golf von Oman und dem Persischen Golf. Iran hatte die für den weltweiten Handel mit Öl und Flüssiggas wichtige Meerenge nach Beginn des Krieges mit den USA und Israel Ende Februar weitestgehend blockiert. Die USA verhängten ihrerseits eine Seeblockade gegen iranische Häfen.
Quelle: ZDFFrankreich und Großbritannien hatten sich im April zu einer militärischen Sicherung des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus bereit erklärt. Zahlreiche weitere Länder hatten den Briten und Franzosen dabei ihre Unterstützung zugesichert, darunter auch Deutschland.
Das sich abzeichnende Rahmenabkommen zwischen den USA und Iran wirkt sich auch auf die Finanzmärkte aus. ZDF-Börsenkorrespondent Frank Bethmann mit einer Einordnung.
15.06.2026 | 1:08 minMacron kündigte zudem für den G7-Gipfel im französischen Evian ab Montag Gespräche über eine dauerhafte Öffnung der Straße von Hormus an. Am Sonntagabend kündigte er in einer im Onlinedienst Instagram veröffentlichten Videobotschaft an:
Ziel wird es sein, die Folgen dieses Abkommens zu beleuchten, die Unterstützung für den Libanon, die dauerhafte Wiedereröffnung der Straße von Hormus und selbstverständlich den Abschluss eines Abkommens über das Atom- und das Raketenprogramm in Iran.
Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron
Lob für Einigung von UN-Chef und aus Katar
Die Vereinten Nationen (UN) lobten die Einigung auf eine sofortige und dauerhafte Waffenruhe ebenfalls. Dies sei ein entscheidender Schritt zur friedlichen Beilegung des Konflikts, teilte das Büro von UN-Generalsekretär António Guterres mit. Laut der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas stellt die Einigung einen "möglichen Durchbruch" dar. Die EU werde nun prüfen, wie sie sich an der nächsten Phase beteiligen könne, erklärte Kallas.
"Die Absicht ist, weiter zu verhandeln. Das ist gut", so Außenminister Wadephul (CDU). Die Straße von Hormus müsse frei werden. Dabei sei Deutschland prinzipiell bereit zu helfen.
15.06.2026 | 5:21 minDie Präsidentin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde, bezeichnet im Radiosender France Culture die mit Iran erzielte Einigung der USA als "gute Nachricht".
Auch der katarische Ministerpräsident begrüßte das Abkommen. Er hoffe, dass sich alle Parteien in einem positiven und konstruktiven Geist an den anstehenden Verhandlungen beteiligten, schrieb er auf X.
Die USA und der Vermittler Pakistan hatten die Einigung auf das Rahmenabkommen mit Iran am Sonntagabend verkündet. Nach pakistanischen Angaben ist die Unterzeichnung am Freitag in Genf geplant.
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