EU-Gipfel sucht neue Antworten auf Trump - kein "Weiter so"

Ringen um Eigenständigkeit:Kein "Weiter so" - EU-Gipfel sucht neue Antworten auf Trump

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Trumps Ansprüche auf Grönland haben das transatlantische Bündnis strapaziert. Auch wenn die USA rhetorisch abrüsten, ringt die EU bei einem Gipfel um die neue Eigenständigkeit.

Boote liegen im Hafen von Nuuk.

Bei einem Sondergipfel der EU ging es um die Beziehungen zu den USA im Streit um Grönland.

22.01.2026 | 2:24 min

Die EU bereitet sich nach dem intensiven Konflikt um Grönland auf eine noch stärkere Abnabelung von den USA unter Präsident Donald Trump vor. Bei einem Sondergipfel in Brüssel gab es zwar Erleichterung darüber, dass Trump seine Strafzolldrohungen gegen Deutschland und andere europäische Alliierte vorerst wieder zurückgenommen hat.

Die Spitzenpolitiker machten aber klar, dass es ein "Weiter so" angesichts der Lage nicht geben sollte.

SGS Schaefers Zimmermann

Die EU will unabhängiger von den USA werden. Welche konkrete Rolle Deutschland dabei übernehmen soll - Isabel Schaefers und Diana Zimmermann berichten aus Brüssel und Berlin.

22.01.2026 | 2:17 min

EU-Spitzen setzen weiterhin auf die Nato

Bundeskanzler Friedrich Merz sagte, die Europäer müssten nun Konsequenzen ziehen und ihre Verteidigungsfähigkeit und wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit stärken. Zugleich sprachen sich Merz und mehrere Staats- und Regierungschefs beim EU-Sondergipfel weiter für eine enge Zusammenarbeit und dabei vor allem für den Erhalt der Nato aus.

Auch Merz betonte, dass die Nato als "erfolgreichstes politisches Bündnis, das es jemals zwischen Europa und Amerika gegeben hat", erhalten werden müsse. "Ich habe auch den Eindruck, dass viele Amerikaner das mit uns so sehen", sagte er.

Dieses transatlantische Bündnis gibt man nicht einfach mal so auf.

Friedrich Merz, Bundeskanzler

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas sagte: "Auf europäischer Seite sind wir nicht bereit, 80 Jahre guter Beziehungen zu zerstören, und wir sind bereit, dafür zu arbeiten." Das Signal an die USA müsse Stärke sein.

Donald Trump attends World Economic Forum in Davos

Nach Trumps Rede in Davos gibt es Bewegung: Der US-Präsident spricht von ersten Schritten zu einem möglichen Grönland-Deal.

22.01.2026 | 2:39 min

US-Zölle vor Sondergipfel der EU vom Tisch

Der Sondergipfel war am Wochenende einberufen worden, nachdem Trump zunächst Strafzölle auf Waren aus Dänemark und alliierten Ländern wie Deutschland angekündigt hatte, weil diese seine offensiv vorgetragenen Besitzansprüche auf Grönland nicht akzeptieren wollen. Ursprünglich sollte es bei dem Gipfel um eine europäische Reaktion gehen. Am Mittwochabend entschärfte Trump den Konflikt überraschend - und nahm seine Strafzollankündigung zurück.

Zur Begründung verwies er darauf, dass während eines Treffens mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte ein Rahmen für eine zukünftige Vereinbarung über Grönland und die gesamte Arktisregion entstanden sei. EU-Ratspräsident António Costa hielt angesichts der grundsätzlichen Entwicklungen dennoch an dem Treffen der EU-Spitzen fest.

Kopf von Donald Trump vor grönländischer Landschaft

Das hat es in 77 Jahren Nato nicht gegeben – Europa gegen Amerika. Krisenfall Grönland - die Doku des auslandsjournals.

22.01.2026 | 28:39 min

Macron und Merz: Europas Stärke in den letzten Tagen bewiesen

Unter anderem Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Kanzler Merz zeigten sich bei dem Gipfel überzeugt, dass das Auftreten der Europäer in den vergangenen Tagen maßgeblich für die Entwicklungen verantwortlich war.

Wenn Europa geeint reagiert und die Instrumente nutzt, die ihm zur Verfügung stehen, dann kann es sich, wenn es bedroht wird, Respekt verschaffen.

Emmanuel Macron, Präsident Frankreichs

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Trumps Kehrtwendung zu Grönland sei "eine Sensation", so ZDF-Korrespondent Röller.

22.01.2026 | 4:14 min

Trump hatte Zölle im Wert von 93 Milliarden Euro ins Spiel gebracht

Hätte Trump seine Ankündigungen wie geplant zum 1. Februar umgesetzt, wären möglicherweise bereits ab dem 7. Februar europäische Sonderzölle auf US-Warenexporte im Wert von 93 Milliarden Euro erhoben worden.

Zudem war die Nutzung eines neuen EU-Instruments gegen wirtschaftliche Zwangsmaßnahmen im Gespräch, welches ermöglichen könnte, US-Unternehmen von der Vergabe öffentlicher Aufträge auszuschließen.

Deutschlands Kanzler Friedrich Merz beim Weltwirtschaftsforum in Davos, 21. Januar 2026.

Die Staats- und Regierungschefs der EU beraten in Brüssel über Trumps Grönland-Kurs.

22.01.2026 | 0:23 min

Ministerpräsidentin Dänemarks: "Etwas gelernt"

Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen bedankte sich für den Rückhalt der europäischen Partner im Grönland-Konflikt mit den USA. Wenn Europa zusammen und für sich selbst einstehe, würden sich Ergebnisse zeigen.

Ich glaube, wir haben in den letzten Tagen und Wochen etwas gelernt.

Mette Frederiksen, Ministerpräsidentin Dänemarks

Quelle: dpa
Über dieses Thema berichtete das ZDF in den heute Nachrichten am 22.01.2026 ab 17:00 Uhr.

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