Ukrainische Angriffe offenbaren Mängel in Russlands Flugabwehr

Analyse

St. Petersburg von Drohnen getroffen:Kiews Angriffe offenbaren Mängel in Russlands Flugabwehr

von Christian Mölling und András Rácz

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Mit Angriffen auf St. Petersburg und einen Marinestützpunkt Russlands setzt Kiew Moskau unter Druck. Die Flugabwehr ist offenbar nicht in der Lage, alle Drohnen abzufangen.

Ukraine Drohnenkrieg

Während in St. Petersburg das Wirtschaftsforum zu Ende ging, attackierte die Ukraine zahlreiche Regionen mit Drohnen. Unter anderem wurde ein Öldepot getroffen.

06.06.2026 | 1:40 min

Im Laufe der letzten Woche griffen ukrainische Langstrecken-Drohnen zweimal St. Petersburg an, was eine beispiellose Entwicklung in diesem Krieg darstellt. Die Angriffe hatten eine starke symbolische Bedeutung, weil St. Petersburg Wladimir Putins Geburtsort ist und der russische Präsident sich seit jeher eng mit der Stadt verbunden fühlt.

Erste Welle: Zu Beginn des Wirtschaftsforums

Beide Angriffe waren symbolisch zeitlich abgestimmt. Der erste erfolgte in der Nacht vom 2. auf den 3. Juni, unmittelbar vor Beginn des Internationalen Wirtschaftsforums in St. Petersburg und nur einen Tag nach einer verheerenden russischen Angriffswelle auf ukrainische Städte, bei der insgesamt 23 Menschen getötet und mehr als 150 verletzt wurden.

SGS Klauser

Die Ukraine hat Russland während des Wirtschaftsforums angegriffen. Auch in St. Petersburg kam es zu Störungen. Felix Klauser berichtete.

06.06.2026 | 1:08 min

Zweite Welle: Nach Putins Ablehnung von Gesprächen

Der zweite Angriff erfolgte am 6. Juni, unmittelbar nachdem Putin Wolodymyr Selenskyjs offenen Brief mit der Aufforderung zu einem Treffen und zur Aufnahme von Friedensverhandlungen rundweg abgelehnt hatte.

Sobald die russische Ablehnung öffentlich bekannt wurde, ordnete die ukrainische Führung offiziell die Intensivierung von Angriffen gegen Russland an - und in dieser Nacht fand der zweite Angriff auf St. Petersburg statt. Die Drohnenangriffe trafen ein Ölterminal in St. Petersburg sowie ein großes Öldepot in der nahegelegenen Stadt Ust-Labinsk.



Weitere schwere Treffer

Zudem trafen am 3. Juni Drohnen das Veleshchynsky-Trockendock im Marinestützpunkt Kronstadt und beschädigten eine Korvette der Steregushchy-Klasse, die "Boikiy", die dort gerade repariert wurde, schwer. Mindestens zwei Drohnen trafen das Schiff und verursachten einen heftigen Brand sowie schwere Schäden an der Struktur des Schiffes. Der erfolgreiche Angriff auf das Trockendock wird Russlands Reparaturkapazitäten für Kriegsschiffe weiter beeinträchtigen: Von nun an sind nicht nur die Trockendocks auf der Krim und in Noworossijsk unsicher, sondern auch das in Kronstadt.

Wolodymyr Selenskyj

In Sankt Petersburg gab sich Putin weiter selbstbewusst, während der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj einen weiteren Vorstoß in Sachen Friedensverhandlungen unternahm.

05.06.2026 | 1:18 min

Mängel bei russischer Flugabwehr

Die wiederholten Angriffe deuten darauf hin, dass die russische Flugabwehr nicht einmal in der Lage ist, die zweitgrößte Stadt des Landes zu verteidigen, in der die baltische Flotte sowie mehrere wichtige militärische Einrichtungen, darunter der Marinestützpunkt Kronstadt, stationiert sind.

Schon im Mai gab es ukrainische Drohnenangriffe auf Moskau:

Russland setzt seine Angriffe fort

Im Laufe der Woche setzte Russland seine intensiven, konzentrierten Luftangriffe auf ukrainische Städte fort. Bei dem verheerenden Angriff am 2. Juni setzte Russland nicht weniger als acht Zircon-Hyperschallraketen ein - die höchste Anzahl, die im gesamten Krieg in einer einzigen Angriffswelle abgefeuert wurde.

Nato-Generalsekretär in der Ukraine

Am 3. Juni traf Nato-Generalsekretär Mark Rutte im Rahmen eines unangekündigten Besuchs in Kiew ein. Gemeinsam mit Präsident Selenskyj und der obersten Militärführung erörterten sie Einzelheiten der weiteren militärischen Unterstützung für die Ukraine. Besondere Aufmerksamkeit galt der Frage der Flugabwehrsysteme gegen ballistische Raketen.

London: Bundeskanzler Merz, der britische Premierminister Starmer und Frankreich Präsident Macron stehen zusammen mit dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj vor der Downing Street 10.

Der ukrainische Präsident Selenskyj hat direkte Gespräche mit Russland vorgeschlagen. Dafür erhielt er Unterstützung von Bundeskanzler Merz, dem britische Premierminister und Präsident Macron.

08.06.2026 | 0:23 min

Ukraine legt Logistik russischer Verbände im Süden lahm

Die ukrainischen Mittelstrecken-Angriffsdrohnen haben die Straße E105, die vom besetzten Melitopol nach Tschonhar auf der Krim führt, effektiv unterbrochen. Auf dieser Straße wurden so viele Militärtransporter getroffen - bislang gibt es visuelle Beweise für mehr als tausend Treffer (!) -, dass die russischen Behörden gezwungen waren, den zivilen Verkehr auf der Straße stark einzuschränken.

Krim geht das Benzin aus

Aufgrund von Schwierigkeiten bei der Kraftstoffversorgung haben die Behörden auf der Krim das bereits am 22. Mai eingeführte System der Tankgutscheine verschärft. Seit dem 1. Juni ist der Verkauf von Tankgutscheinen erheblich eingeschränkt, und in vielen Ortschaften ist das Benzin vollständig ausgegangen. Die Kraftstoffknappheit beeinträchtigt die Tourismussaison auf der Krim, eine der Haupteinnahmequellen der Region, erheblich.

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Seit Februar 2022 führt Russland einen Angriffskrieg gegen die Ukraine, die Kämpfe dauern an. Alle Entwicklungen und Ukraine-News im Liveticker.
14.05.2026, Ukraine, Kiew: Rettungskräfte beseitigen die Trümmer eines Hauses, das nach einem russischen Angriff auf ein Wohnviertel schwer beschädigt wurde.
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Über dieses Thema berichteten verschiedene Sendungen, etwa die heute-Nachrichten am 06.06.2026 ab 19:00 Uhr, das heute journal am 03.06.2026 ab 21:45 Uhr und heute in Europa am 03.06.2026 ab 16:00 Uhr.

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