Stade: Haftbefehl nach tödlichen Schüssen erlassen

Sechs Tote in Niedersachsen:Tödliche Schüsse in Stade: Haftbefehl erlassen

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Nach den tödlichen Schüssen in Stade dauern die Untersuchungen und Identifizierung der sechs Opfer an. Die Staatsanwaltschaft hat Haftbefehl gegen den Tatverdächtigen erlassen.

Am Tag nach der Gewalttat in Stade

In Stade erschießt ein Mann in einer Kinder- und Jugendeinrichtung sechs Menschen - alle Getöteten waren Mitarbeitende. Als Auslöser vermuten die Ermittler derzeit einen Sorgerechtsstreit.

30.06.2026 | 2:00 min

Nach den tödlichen Schüssen auf sechs Menschen in einer Jugendhilfeeinrichtung in Stade hat das Amtsgericht Haftbefehl gegen den 45 Jahre alten Tatverdächtigen erlassen. Die Staatsanwaltschaft bewerte die Taten aufgrund des Vorliegens von Mordmerkmalen, insbesondere Heimtücke und niederen Beweggründen, als sechsfachen Mord, hieß es in einer Mitteilung.

Die Identifizierung der Opfer dauert noch an. Unter den Opfern seien vier Frauen und zwei Männer, sagte eine Polizeisprecherin.

Der 45-Jährige soll am Montag in der Stadt westlich von Hamburg auf die Menschen geschossen haben. Tatort ist eine Mutter-Kind-Wohngruppe. Blumen und Kerzen werden an dem Gebäude abgelegt.

Sechs Tote, keine weiteren Verletzten

Weitere Verletzte gebe es aber - anders als bisher berichtet - nicht, betonte eine Sprecherin der Polizei: Die Einsatzkräfte fanden demnach vier Tote in der Einrichtung, einer Mutter-Kind-Wohngruppe.

Einsatzkräfte der Spurensicherung stehen auf einer Straße in Stade, aufgenommen am 29.06.2026

Durch Schüsse sind in einer Mutter-Kind-Einrichtung im niedersächsischen Stade sechs Menschen getötet worden. Der mutmaßliche Schütze wurde festgenommen.

29.06.2026 | 1:04 min

Eine weitere Person sei wiederbelebt worden - allerdings vergeblich. Das sechste Opfer starb im Krankenhaus. Mit den Verletzten seien diese beiden Personen gemeint gewesen, erklärte die Sprecherin. Allerdings dürften Menschen durch den Einsatz traumatisiert worden sein.

Hintergrund der Tat vermutlich Sorgerechtsstreit

Hintergrund der Tat ist nach Angaben der Polizei vermutlich ein Sorgerechtsstreit. Der Tatverdächtige hatte demnach in der Einrichtung einen Termin bezüglich des Sorgerechts für seine drei Monate alte Tochter - zusammen mit vielen seiner Opfer.

Laut Polizei waren die getöteten Frauen und Männer alle in der Jugendhilfeeinrichtung beschäftigt. Die Mutter des Kindes, eine 34 Jahre alte Frau, sowie das drei Monate alte Kind zählen nicht zu den Todesopfern. Der mutmaßliche Täter wurde nach Angaben der Behörden in Deutschland geboren, er hat türkische Wurzeln.

Tatwaffe und Tathergang: Ermittler zurückhaltend

Fragen werfen auch die Tatwaffe und der Tathergang auf. Aus ermittlungstaktischen Gründen sagte die Polizei zunächst nicht, um welche Art von Waffe es sich handelte - oder wie der mutmaßliche Täter an sie herankam. Eine Erlaubnis zum Besitz von Waffen hat der Verdächtige nach Angaben der Behörden nicht.

Polizei-Pressekonferenz in Stade mit den zuständigen Polizei-Presse-Sprecher:innen, sowie der Landesministerin Niedersachsens.

Sechs Menschen wurden bei einem Angriff in Stade getötet. In einer Pressekonferenz am Montagnachmittag nennen die Ermittler erste Details.

29.06.2026 | 19:11 min

Auch der genaue Ablauf der Tat in der Jugendhilfeeinrichtung war bisher nicht öffentlich bekannt. Die Ermittler verwiesen auf die aufwendige und detaillierte Arbeit der Spurensicherung.

65-jährige Fahrerin des Fluchtautos festgenommen

Außerdem nahm die Polizei eine 65-Jährige fest, sie war die Fahrerin des Fluchtfahrzeugs. Die Frau hat nach derzeitigem Erkenntnisstand eine enge Verbindung zur Familie des mutmaßlichen Täters.

Dieser stammt den Angaben nach aus dem Raum Hannover. Er war polizeilich bekannt, doch galt er laut Lüneburgs Polizeipräsidentin Kathrin Schuol "bisher nicht als absolut gewalttätig".

Quelle: dpa
Über dieses Thema berichtete heute Xpress am 30.06.2026 ab 09:00 Uhr.

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