Hochwasser: Angespannte Lage in Spanien, Portugal und Marokko

Tausende Menschen evakuiert:Spanien, Portugal und Marokko: Angespannte Hochwasserlage

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Die Hochwasserlage hält Regionen in Spanien, Portugal und Marokko weiter in Atem. Einwohner mussten evakuiert werden, ein Dorf droht sogar ganz einzustürzen.

Ein überfluteter Kinderspielplatz in der Nähe des Flusses Guadalquivir in Córdoba am 07.02.2026.

Nach mehreren Winterstürmen stehen in Portugal und Südspanien ganze Landstriche unter Wasser. Es drohen Erdrutsche, Tausende wurden aus den betroffenen Gebieten evakuiert.

08.02.2026 | 0:38 min

In Portugal, Spanien und Marokko ist die Lage in den Hochwassergebieten trotz einer Regenpause am Sonntag weiter sehr schwierig. Ganze Landstriche stehen in Portugal und Südspanien nach einer ungewöhnlichen Serie heftiger Winterstürme unter Wasser. Tausende Evakuierte sind in Notunterkünften untergebracht. Das Risiko von Erdrutschen bleibt hoch, wie die staatlichen TV-Sender beider Länder, RTVE und RTP, berichten.

Für die kommende Woche sind weitere Regenfälle vorhergesagt, was angesichts gesättigter Böden, voller Stauseen und schon jetzt Hochwasser führender Flüsse neue Überschwemmungen auslösen könnte.

Hochwasser in Marokko: Einwohner evakuiert

Dramatisch ist die Situation auch im benachbarten nordafrikanischen Marokko. Betroffen ist vor allem der Norden, etwa der Ort Ksar al-Kebir nordöstlich der Hauptstadt Rabat. Dort wurde ein Großteil der Anwohner wegen steigender Wasserpegel in Sicherheit gebracht. In den betroffenen Regionen wurden mehr als 154.000 Menschen evakuiert, wie das Innenministerium der staatlichen Nachrichtenagentur MAP zufolge bereits am Freitag mitteilte.

Auch am Sonntag kam es unter anderem in Tangier, Salé und Casablanca zu schweren Regenfällen und Überschwemmungen. Wegen des schlechten Wetters kamen an marokkanischen Häfen weniger Schiffe an, weshalb es unter anderem an Treibstoff und Tiernahrung für die Viehhaltung fehlt, die normalerweise beide auf dem Seeweg nach Marokko importiert werden.

Eine überflutete Straße

Sturmtief "Leonardo" sorgt im Süden von Spanien und Portugal für Zerstörung. In Andalusien wurden wegen Überschwemmungen Schulen geschlossen und Verkehrsverbindungen eingestellt.

05.02.2026 | 0:18 min

Spanien: Einsturzgefahr eines andalusischen Dorfs

In dem Gebirgsort Grazalema in Andalusien und weiteren Regionen wurden sogar Erschütterungen wie bei einem Erdbeben durch Wassermassen registriert, die im Untergrund aus höheren Lagen unter die Stadt flossen. Die gesamte Kleinstadt musste wegen Einsturzgefahr geräumt werden. In Medien ist von einem seltenen Phänomen eines "Hidroseísmo" die Rede, was sich als Wasserbeben übersetzen ließe.

Die gesamte Region war am Samstag von dem Sturmtief "Marta" getroffen worden. Es war bereits das siebte Sturmtief seit Jahresbeginn und hatte mit Starkregen, Orkanböen und hohen Wellen an den Küsten Portugal, Andalusien im Süden Spaniens und Marokko heimgesucht.

Erst am Mittwoch und Donnerstag war der Sturm "Leonardo" über die drei Länder hinweggefegt. In Spanien kam dabei eine Frau in einem Fluss in der Region Málaga ums Leben. In Portugal gab es seit vergangener Woche insgesamt 13 Tote durch eine ganze Reihe von Stürmen und Hunderte Verletzte bei Aufräumarbeiten.

Volunteers clean up debris from streets after Storm Kristin passed through Embra in Marinha Grande

Dauerregen und drei Stürme in zehn Tagen sorgen für Überschwemmungen in Portugal. Während bereits fast alle Flüsse Hochwasser führten, zog zu Wochenbeginn die nächste Regenfront vom Atlantik heran.

03.02.2026 | 1:30 min

Schäden in Milliardenhöhe

In Portugal und Spanien wurde das Militär zur Unterstützung der zivilen Katastrophenschutzkräfte hinzugezogen. Insgesamt werden die Schäden an der Infrastruktur und der Landwirtschaft in beiden Ländern zusammen auf mehr als sieben Milliarden Euro geschätzt. Auch in Marokko werden große Verluste in der Landwirtschaft befürchtet.

Etwas Gutes hat der viele Regen jedoch auch: Im kommenden Sommer dürfte es trotz großer Hitze und Trockenheit wegen der vollen Stauseen nicht zu dem sonst üblichen Wassermangel kommen.

Quelle: dpa
Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress am 08.02.2026 in dem Beitrag "Lage in Hochwassergebieten bleibt angespannt" um 16:39 Uhr.
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