SPD für Gesundheitsabgabe auf alle Einkommensarten - CDU dagegen

Union lehnt Forderungen ab:SPD für Gesundheitsabgabe auf alle Einkommensarten

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Die SPD fordert, alle Einkommensarten bei der Finanzierung des Gesundheitssystems einzubeziehen. Klassische Kassenbeiträge sollen dafür sinken. Die Union lehnt das klar ab.

09.02.2026, Niedersachsen, Springe: Lars Klingbeil (SPD, l), Bundesminister der Finanzen, und Olaf Lies (SPD), Ministerpräsident von Niedersachsen, sprechen bei der Jahresauftaktklausur des SPD-Landesvorstands.

Die SPD fordert, künftig alle Einkommensarten bei der Finanzierung des Gesundheitssystems einzubeziehen. Bisherige Kassenbeiträge sollen dafür sinken. Die Union lehnt das klar ab.

09.02.2026 | 2:35 min

Die SPD will die Finanzierung von Gesundheit und Pflege neu organisieren. Parteichefin und Arbeitsministerin Bärbel Bas sagte in Berlin:

Wir wollen an dieser Stelle die Finanzierung gerechter gestalten und auch perspektivisch alle Einkommensarten miteinbeziehen.

Bärbel Bas, SPD-Parteichefin und Arbeitsministerin

Neben Löhnen und Gehältern würden dann zum Beispiel auch Kapitalerträge oder Mieteinkünfte berücksichtigt. Bislang werden diese nur bei freiwilligen Mitgliedern in der gesetzlichen Krankenversicherung eingerechnet und auch hier nur bis zur sogenannten Beitragsbemessungsgrenze.

Schaltgespräch zwischen der Moderatorin Dunja Hayali und dem Wirtschaftsexperte Martin Werding.

Die gestiegenen Gesundheitsausgaben müsse man in den Griff bekommen und nicht die "Finanzierungsquellen erhöhen". Zudem brauche man mehr Effizienz, so Wirtschaftsexperte Werding.

09.02.2026 | 5:10 min

Klassische Kassenbeiträge sollen sinken

Ziel sei es, die klassischen Kassenbeiträge im Gegenzug zu senken, heißt es in einem Beschluss des SPD-Parteivorstands. Bislang trügen vor allem die Arbeitseinkommen die Last des Gesundheits- und Pflegesystems. Das belaste viele Menschen und sei nicht gerecht.

Daher arbeite die Partei an einer Finanzierungslösung, die alle Einkommensarten an der Finanzierung der Versorgungsstrukturen beteiligen soll.

Lars Klingbeil redet  vor SPD-Genossen bei der SPD Jahresauftaktklausur in Berlin

Mit Appellen zum Erhalt des Sozialstaats hat die SPD die Arbeit an einem neuen Grundsatzprogramm gestartet – zwischen Kernthemen und Herausforderungen einer sich ändernden Welt.

07.02.2026 | 2:25 min

SPD-Beschluss: "Wer arbeitet, zahlt ein"

Als weiteren Baustein zur Finanzierung des Sozialstaates fordert die SPD eine Ausweitung der Rentenversicherungspflicht auf Beamte, Selbstständige und Mandatsträger.

Ein solidarisches Alterssicherungssystem muss langfristig alle Erwerbstätigen einbeziehen. Wer arbeitet, zahlt ein.

SPD-Beschluss

Neue Verbeamtungen wollen die Sozialdemokraten demnach auf hoheitliche Aufgaben beschränken und dadurch die Zahl der Beamten reduzieren. Außerdem heißt es, die Rentner müssten weiter an der Lohnentwicklung teilhaben.

ZDF-Korrespondent Wulf Schmiese in Berlin

Die SPD ist für eine Gesundheitsabgabe auf alle Einkommensarten. Aus der Union gibt es Kritik. ZDF-Korrespondent Wulf Schmiese ordnet ein.

09.02.2026 | 1:28 min

Union lehnt Vorschläge entschieden ab

In der Unionsfraktion von CDU und CSU stößt der Vorstoß der SPD auf klare Ablehnung. Die gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion, Simone Borchardt, sagte der "Augsburger Allgemeinen":

Der Vorschlag wäre ein fatales Zeichen und ein Blankoscheck für ein 'Weiter so', welches wir uns nicht mehr leisten können.

Simone Borchardt, CDU

Zusätzliche Abgaben der Bürger dürften nicht dazu führen, "dass bestehende Leistungsanreize oder Investitionskraft in unserer Wirtschaft untergraben werden", betont sie. Daher sehe man die Idee der SPD, auch auf Mieteinnahmen oder Kapitaleinkünfte Abgaben für die Krankenkassen zu erheben, "äußerst kritisch".

Es müssten erst alle Effizienzreserven im System gehoben werden, bevor man über neue Einnahmehebel spreche, sagte Borchardt.

 Ein Logo der CDU steht vor einem Fenster auf dem Landesparteitag der CDU Niedersachsen.

Auch die Forderungen des CDU-nahen Wirtschaftsrat sorgten jüngst für Kritik.

01.02.2026 | 0:22 min

Quelle: dpa, KNA, ZDF, AFP
Über dieses Thema berichteten mehrere Sendungen im ZDF, etwa heute Xpress am 08.02.2026 ab 15:45 Uhr sowie das heute journal am 09.02.2026 ab 21:45 Uhr.

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