Union lehnt Forderungen ab:SPD für Gesundheitsabgabe auf alle Einkommensarten
Die SPD fordert, alle Einkommensarten bei der Finanzierung des Gesundheitssystems einzubeziehen. Klassische Kassenbeiträge sollen dafür sinken. Die Union lehnt das klar ab.
Die SPD fordert, künftig alle Einkommensarten bei der Finanzierung des Gesundheitssystems einzubeziehen. Bisherige Kassenbeiträge sollen dafür sinken. Die Union lehnt das klar ab.
09.02.2026 | 2:35 minDie SPD will die Finanzierung von Gesundheit und Pflege neu organisieren. Parteichefin und Arbeitsministerin Bärbel Bas sagte in Berlin:
Wir wollen an dieser Stelle die Finanzierung gerechter gestalten und auch perspektivisch alle Einkommensarten miteinbeziehen.
Bärbel Bas, SPD-Parteichefin und Arbeitsministerin
Neben Löhnen und Gehältern würden dann zum Beispiel auch Kapitalerträge oder Mieteinkünfte berücksichtigt. Bislang werden diese nur bei freiwilligen Mitgliedern in der gesetzlichen Krankenversicherung eingerechnet und auch hier nur bis zur sogenannten Beitragsbemessungsgrenze.
Die gestiegenen Gesundheitsausgaben müsse man in den Griff bekommen und nicht die "Finanzierungsquellen erhöhen". Zudem brauche man mehr Effizienz, so Wirtschaftsexperte Werding.
09.02.2026 | 5:10 minKlassische Kassenbeiträge sollen sinken
Ziel sei es, die klassischen Kassenbeiträge im Gegenzug zu senken, heißt es in einem Beschluss des SPD-Parteivorstands. Bislang trügen vor allem die Arbeitseinkommen die Last des Gesundheits- und Pflegesystems. Das belaste viele Menschen und sei nicht gerecht.
Daher arbeite die Partei an einer Finanzierungslösung, die alle Einkommensarten an der Finanzierung der Versorgungsstrukturen beteiligen soll.
Mit Appellen zum Erhalt des Sozialstaats hat die SPD die Arbeit an einem neuen Grundsatzprogramm gestartet – zwischen Kernthemen und Herausforderungen einer sich ändernden Welt.
07.02.2026 | 2:25 minSPD-Beschluss: "Wer arbeitet, zahlt ein"
Als weiteren Baustein zur Finanzierung des Sozialstaates fordert die SPD eine Ausweitung der Rentenversicherungspflicht auf Beamte, Selbstständige und Mandatsträger.
Ein solidarisches Alterssicherungssystem muss langfristig alle Erwerbstätigen einbeziehen. Wer arbeitet, zahlt ein.
SPD-Beschluss
Neue Verbeamtungen wollen die Sozialdemokraten demnach auf hoheitliche Aufgaben beschränken und dadurch die Zahl der Beamten reduzieren. Außerdem heißt es, die Rentner müssten weiter an der Lohnentwicklung teilhaben.
Die SPD ist für eine Gesundheitsabgabe auf alle Einkommensarten. Aus der Union gibt es Kritik. ZDF-Korrespondent Wulf Schmiese ordnet ein.
09.02.2026 | 1:28 minUnion lehnt Vorschläge entschieden ab
In der Unionsfraktion von CDU und CSU stößt der Vorstoß der SPD auf klare Ablehnung. Die gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion, Simone Borchardt, sagte der "Augsburger Allgemeinen":
Der Vorschlag wäre ein fatales Zeichen und ein Blankoscheck für ein 'Weiter so', welches wir uns nicht mehr leisten können.
Simone Borchardt, CDU
Zusätzliche Abgaben der Bürger dürften nicht dazu führen, "dass bestehende Leistungsanreize oder Investitionskraft in unserer Wirtschaft untergraben werden", betont sie. Daher sehe man die Idee der SPD, auch auf Mieteinnahmen oder Kapitaleinkünfte Abgaben für die Krankenkassen zu erheben, "äußerst kritisch".
Es müssten erst alle Effizienzreserven im System gehoben werden, bevor man über neue Einnahmehebel spreche, sagte Borchardt.
Auch die Forderungen des CDU-nahen Wirtschaftsrat sorgten jüngst für Kritik.
01.02.2026 | 0:22 minMehr zur SPD
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