Slalom-Spezialist:Linus Straßers Lust und Frust mit neuem Material
von Stephan Klemm
Vor der Saison hat Linus Straßer auf der Suche nach einer neuen Herausforderung den Ausrüster gewechselt. Der Umstieg fiel dem deutschen Slalom-Spezialisten nicht leicht.
Slalomspezialist Linus Straßer spricht bei der Olympia-Einkeidung über seinen Materialwechsel, die Besonderheit der Spiele in Europa und den Wegfall des Team-Events.
06.02.2026 | 2:42 minDieser Winter ist ein Winter des Herantastens und Austestens für den deutschen Slalomfahrer Linus Straßer. Die Saison begann er mit einem Wagnis, weil er das Gefühl hatte, etwas in seinen Abläufen ändern zu müssen.
"Die sind immer dieselben. Ich habe gemerkt, dass ich im Kopf etwas müde war", sagte er vor dem ersten Slalom-Weltcup-Rennen Mitte November im finnischen Levi. Das Ergebnis war ein Ausrüsterwechsel, was sich einfach anhört, für feinfühlige Ski-Profis jedoch eine große Herausforderung ist.
Straßers bewusster Sprung ins Ungewisse
Und dennoch wagte Straßer den Sprung ins Ungewisse, vor allem im Hinblick auf die Olympischen Winterspiele, die für ihn in Bormio stattfinden. Ihm sei es egal, ob er seinen bisher fünf Slalom-Erfolgen im Weltcup noch ein paar folgen lasse oder nicht.
Der Norweger Atle Lie McGrath hat den Slalom in Alta Badia gewonnen. Linus Straßer erwischte zwei schwächere Läufe und landete am Ende auf Rang 17.
22.12.2025 | 1:07 minEr wolle schlicht "das Letzte aus mir herauskitzeln. Deshalb gehe ich das Risiko ein." Weil er selbst nicht wusste, was ihn erwartet, sagte er auch noch:
Ich bin gespannt, was der Straßer so abliefert.
Slalom-Spezialist Linus Straßer über Linus Straßer
Wende für Straßer in Kitzbühel
Was er schließlich in den Slalomhängen in diesem Winter ablieferte, waren lange Zeit durchwachsene Ergebnisse zwischen Platz acht und 17 mit insgesamt sogar vier Ausfällen nach Fahrfehlern. Doch kurz vor Beginn der Spiele war Straßer plötzlich wieder da.
Auf dem Ganslernhang von Kitzbühel fuhr er Ende Januar weltklasse und wurde Dritter, zwei Zehntel fehlten zu Rang zwei und eine halbe Sekunde zum Sieger Henrik Kristoffersen. Kitzbühel ist einer von Straßers Lieblingshängen, 2024 konnte er dort sogar gewinnen.
Linus Straßer ist vor den Olympischen Spielen in Top-Form. Der Slalom-Spezialist landete in Kitzbühel auf dem dritten Platz. Nur Manuel Feller und Loic Meillard waren schneller.
25.01.2026 | 0:40 minStraßer will die Zeit bis zu Olympia mit Tests nutzen
Da schien es, als habe Straßer sein System beisammen. Doch nur drei Tage später schied er in Schladming schon im ersten Durchgang aus, auf einer Piste, die ihm eigentlich liegt, denn dort hat er bereits zweimal gewonnen. Danach sagte er: "Es waren gute Sektionen dabei für mich."
Wenn du vorne mitfahren willst, musst du immer alles riskieren.
Linus Straßer, Ski-Rennfahrer
Bei den Olympischen Spielen "benötige ich den einen Tag, an dem du da sein musst. Es interessiert nicht, was davor oder danach war." Die Zeit bis zu den Spielen "werde ich nutzen", sagte Straßer. Dabei geht es um weiteres Testen des Materials. Auf der Pista Stelvio in Bormio aufgeht, was er sich erarbeitet hat. Dort fand 2014 letztmals ein Weltcup-Slalom statt, gewonnen hatte ihn damals Felix Neureuther.
Für Straßer ist es das dritte Olympia
Straßer erlebt 2026 seine dritten Olympischen Spiele. 2018 in Pyeongchang lief es nicht gut für ihn. Vier Jahre später in Peking gewann er Silber mit dem Team und wurde Siebter im Slalom. Eine Einzelmedaille bei Großereignissen hat der 33-jährige Straßer auch schon gewonnen: Slalom-WM-Bronze vor einem Jahr in Saalbach-Hinterglemm.
Danach kam der Materialwechsel, die bewusste Veränderung und zuletzt sichtbarer Frust nach dem Aus in Schladming. Straßer jedoch ist ein besonnener und reflektierter Athlet, der stets hart an sich arbeitet und Frust in Lust umwandeln kann. "Im Moment ist jeder Tag auf den neuen Skiern tatsächlich ein gewonnener Tag", sagt er. Weil er vertrauter mit seinem System wird.
Beim Nachtslalom von Madonna di Campiglio ist Linus Straßer nur auf Platz 14 gelandet. Es siegte der Franzose Clement Noel.
08.01.2026 | 0:23 minDie Tage bis zum Start im Teamwettbewerb am Montag und bis zum Slalom am 16. Februar "sind eine ganz wichtige Zeit", um im wahrsten Sinne in Schwung zu kommen, "und diese Zeit werde ich auch nutzen".
Gesucht wird das schnellste Team - bestehend aus einem Abfahrer und einem Slalomfahrer. Der Wettbewerb beginnt mit der Abfahrt, gegen 14 Uhr startet der Slalom.
09.02.2026 | 308:56 minStraßer schult Gleichgewicht mit Motocross
Sogar in seiner Freizeit schult Straßer seinen Gleichgewichtssinn, der für ihn im Stangenwald essenziell ist. Er fährt daher im Sommer viel Motocross. Eine Konstante in seinem Ski-Job und bei seinem Hobby ist die Geschwindigkeit.
2017 nahm er am Audi-TT-Cup teil und landete beim Training auf dem Norisring unverletzt in der Bande. Eine solche Erfahrung, ein frühes Ausscheiden, will er sich in Bormio unbedingt ersparen.
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