Update am Morgen:Trump und das humanitäre Völkerrecht
von Jan Henrich
Guten Morgen,
als Mitte der 1970er-Jahre Vertreter aus mehr als 120 Staaten in Genf zusammenkamen, um konkrete Regeln für die Führung von Kriegen festzulegen, standen sie vor keiner einfachen Aufgabe. Nach den Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs hatte sich die Weltgemeinschaft zuvor bereits auf Grundsätze des humanitären Völkerrechts geeinigt. Nun sollten diese in sogenannten Zusatzprotokollen zu den Genfer Konventionen weiterentwickelt werden. Man wollte damals klare Mindeststandards für Menschlichkeit in bewaffneten Konflikten schaffen.
Von 1974 bis 1977 dauerten die Verhandlungen und sie waren von einer ganzen Reihe von Herausforderungen begleitet. Misstrauen zwischen den Machtblöcken des Kalten Krieges, unterschiedliche technologische Entwicklungsstände und die Frage, wie man mit unkonventionellen Konfliktformen, wie Guerillakriegen, umgeht. Dennoch konnten die Delegationen vor allem in einem der diskutierten Bereiche erstaunlich schnell Einigungen erzielen. Und zwar beim Thema "Schutz der Zivilbevölkerung".
Da sind die getroffenen Regeln eindeutig: Angriffe sind "streng auf militärische Ziele zu beschränken", heißt es in Artikel 52 des finalen Vertragstextes, den die USA zwar nicht ratifiziert, aber unterzeichnet haben.
Doch bereits die gestrige Andeutung von US-Präsident Donald Trump auf seinem Social-Media-Portal, "eine ganze Zivilisation" werde "sterben", hat gezeigt, wie sehr diese Regeln unter Druck stehen.
Auch wenn eine weitere Eskalation des Kriegs durch die Einigung auf eine Feuerpause aufgeschoben scheint, stellt sich immer häufiger die Frage: Welchen Stellenwert haben die Grundsätze des humanitären Völkerrechts noch?
Kommen Sie gut durch den Tag!
Jan Henrich, Korrespondent im ZDF-Hauptstadtstudio
Was im Iran-Krieg passiert ist
USA und Iran einigen sich auf zweiwöchige Waffenruhe: Iran und die USA haben sich kurz vor Ablauf eines Ultimatums von US-Präsident Donald Trump auf eine zweiwöchige Waffenruhe und die Öffnung der Straße von Hormus geeinigt. Der pakistanische Premier Shehbaz Sharif habe ihn gebeten, von seinen angedrohten Angriffen auf Irans Kraftwerke abzusehen, schrieb Trump auf der Plattform Truth Social. Man habe einen Zehn-Punkte-Vorschlag aus Iran erhalten und glaube, dass er eine "praktikable Grundlage für Verhandlungen bietet." Irans Außenminister Abbas Araghtschi schrieb in einer Erklärung, der Schiffsverkehr in der für den weltweiten Ölhandel wichtigen Meerenge werde wieder ermöglicht.
Israel meldet weitere Raketen aus Iran: Wenige Minuten nach der Verkündung des zweiwöchigen Aufschubs meldete die israelische Armee neue Raketenangriffe aus Iran. Die Luftabwehrsysteme seien im Einsatz, erklärte die Armee am Morgen im Onlinedienst Telegram. In Jerusalem und im von Israel besetzten Westjordanland waren Journalisten der Nachrichtenagentur AFP zufolge Explosionen zu hören.
Ölpreise brechen ein: Die Ölpreise gaben in Reaktion auf die Einigung deutlich nach, in Asien zogen die Börsenkurse kräftig an.
Weitere News-Updates zur Lage und zu Reaktionen erhalten Sie jederzeit auch in unserem Liveblog zum Angriff auf Iran. Alle Berichte rund um Iran finden Sie hier.
Was heute noch wichtig ist
08.04.2026 | 0:58 min
Trump empfängt Rutte: Das Treffen mit dem Nato-Generalsekretär in Washington findet vor dem Hintergrund tiefer Risse in dem westlichen Militärbündnis statt. Trump hatte zuletzt mit einem Austritt der USA aus der Nato gedroht, weil sich europäische Mitglieder weigerten, Schiffe zur Freigabe der Straße von Hormus zu entsenden. Der Nato zufolge ist die Reise Ruttes seit langem geplant.
Internationaler Tag der Sinti und Roma: Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma warnt vor zunehmendem und gewaltbereitem Antiziganismus in Europa. Auch mangele es an Bemühungen, dieser Entwicklung im Bildungssystem zu begegnen, erklärte der Rat anlässlich des heutigen Welt-Roma-Tages. Er geht auf den ersten Welt-Roma-Kongress am 8. April 1971 in Großbritannien zurück.
Klöckner im Baltikum: Vor dem Hintergrund des andauernden russischen Angriffskriegs auf die Ukraine reist die Bundestagspräsidentin zu ihren Antrittsbesuchen nach Estland und Litauen. Themen sind neben den bilateralen Beziehungen die sicherheitspolitische Lage sowie Digitalisierung und Cyber-Sicherheit.
Champions League
Der FC Bayern hat sich eine tolle Ausgangsposition für das Viertelfinal-Rückspiel erkämpft. Die Münchner siegten knapp bei Real Madrid. Der beste Mann stand im Bayern-Tor.
Und heute Abend muss der FC Liverpool mit dem deutschen Nationalspieler Florian Wirtz in der Champions League bei Titelverteidiger Paris Saint-Germain antreten. Bei den Engländern läuft es alles andere als rund - die Königsklasse ist die letzte Chance, eine verkorkste Saison noch zu retten.
Unter dem Link finden Sie alle Spiele und alle Tore der UEFA Champions League sowie ausführliche Zusammenfassungen der Spiele mit deutscher Beteiligung.
Weitere Schlagzeilen
- Pistorius: "Alle dürfen selbstverständlich verreisen"
- Buckelwal: Experten raten ab, ihn lebend zu bergen
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Ein Lichtblick
Auch Windräder haben irgendwann ihre Altersgrenze erreicht - und wohin dann damit? Ein Großteil der Anlagen ist recycelbar - bei den Rotorblättern ist das wegen des Materials aber schwieriger. In den Niederlanden bauen sie wegen der anfallenden Mengen schon an Lösungen: Lärmschutzwände an Autobahnen etwa. Oder Spielplätze mit ausgedienten Flügeln, so wie in Rotterdam.
heute in Europa am 07.04.2026 um 16:00 Uhr.
07.04.2026 | 2:16 minDie Nachrichten im Video
Kurznachrichten im ZDF - immer auf dem Laufenden
07.04.2026 | 2:05 minWenn Sie unser ZDFheute Update abonnieren möchten, können Sie das hier tun oder in Ihrer ZDFheute-App unter Meine News / Einstellungen / ZDFheute-Update-Abo.
So wird das Wetter heute
Heute ziehen im Osten zeitweise Wolkenfelder durch, dabei bleibt es trocken. Sonst scheint die Sonne verbreitet bei maximal 10 bis 24 Grad.
Den aktuellen Wetterbericht der ZDF-Meteorologen finden Sie hier im Video.
Quelle: ZDF
Zusammengestellt von der ZDFheute-Redaktion.
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