Trump droht Iran: "Ganze Zivilisation wird untergehen"

Ultimatum zur Straße von Hormus :Trump droht Iran: "Ganze Zivilisation wird untergehen"

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US-Präsident Trump droht Iran erst mit völliger Zerstörung, dann mit dem Untergang der ganzen Zivilisation. Damit kündigt er offenbar auch Gewalt gegen die Zivilbevölkerung an.

US-Präsident Donald Trump im Presseraum des Weißen Hauses mit gesenktem Blick. Im Hintergrund steht Kriegsminister Hegseth.

US-Präsident Trump hat mit der "völligen Zerstörung" iranischer Kraftwerke und Brücken gedroht. UN-Generalsekretär Guterres forderte die USA und Israel auf, von solchen Angriffen abzusehen. 

07.04.2026 | 1:23 min

US-Präsident Donald Trump hat bei seinen Drohungen gegen Iran noch einen draufgesetzt: "Eine ganze Zivilisation wird heute sterben und nie mehr zurückkehren", schrieb er am Dienstag auf seiner Plattform Truth Social. Er wolle aber nicht, dass das passiere, erklärte der Republikaner, "aber wahrscheinlich wird es das".

Um 2 Uhr deutscher Zeit läuft ein Ultimatum ab, das Trump Iran gesetzt hat. Zuvor hatte Trump mit einer "völligen Zerstörung" Irans gedroht, sollte die Straße von Hormus bis dahin nicht geöffnet werden. Er sagte, die USA könnten innerhalb von vier Stunden eine "völlige Zerstörung" herbeiführen.

Das ganze Land kann in einer Nacht ausgelöscht werden, und das könnte schon morgen Nacht sein.

Donald Trump, US-Präsident

Gleichzeitig drohte er mit der Zerstörung aller Brücken und Kraftwerke in Iran.

Völkerrecht verbietet Angriffe auf zivile Ziele

Die Äußerungen von Donald Trump können als offene Androhung von Kriegsverbrechen verstanden werden. Denn das humanitäre Völkerrecht verpflichtet die Konfliktparteien dazu, jederzeit zwischen zivilen und militärischen Zielen zu unterscheiden.

"Selbst wenn bestimmte zivile Infrastruktur als militärisches Ziel eingestuft werden könnte, würde das humanitäre Völkerrecht Angriffe darauf dennoch verbieten", wenn "übermäßige" Schäden für Zivilisten zu erwarten seien, sagte der Sprecher von UN-Generalsekretär António Guterres.

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07.04.2026 | 3:00 min

Versorgungsinfrastruktur unter besonderem Schutz

Nach dem humanitären Völkerrecht sind gezielte Angriffe auf zivile Infrastruktur verboten, es sei denn, dass diese auch militärisch genutzt wird. Das könnte zum Beispiel für Brücken gelten, über die auch Truppen verlegt oder militärischer Nachschub organisiert werden.

Aber selbst wenn ein ziviles Objekt auch militärisch genutzt wird, muss der erwartete militärische Vorteil im Verhältnis zu den absehbaren zivilen Schäden stehen. Übermäßige zivile Schäden sind verboten.

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Sollten die USA zum Beispiel ein Kraftwerk wie das Gaskraftwerk Damawand in der Nähe der Hauptstadt Teheran angreifen, wären die Folgen für die Zivilbevölkerung absehbar schwer, was ein Kriegsverbrechen bedeuten würde.

Versorgungsinfrastruktur wie Kraftwerke, die zivile Einrichtungen wie Krankenhäuser oder Wohngebiete versorgen, steht generell unter besonderem Schutz. Das Kraftwerk Damawand hat eine Kapazität von mehr als 2.800 Megawatt und versorgt vor allem die Millionenmetropole, in der rund 15 Millionen Menschen leben.

Trumps Ultimatum läuft in der Nacht ab

Trump hatte Iran mit heftigen Angriffen binnen weniger Stunden nach Ablauf seines jüngsten Ultimatums gedroht. Gleichwohl ist Trump dafür bekannt, sich nicht immer an sein eigenes Wort zu halten, und die Dinge in Reden manchmal zuzuspitzen oder falsch darzustellen.

Eine Einigung mit Iran zeichnet sich nicht ab. Der Sprecher der Khatam-al-Anbiya-Kommandozentrale, Ebrahim Zolfaqari, sagte laut Staatsmedien, die "rüde, arrogante Rhetorik und haltlosen Drohungen des wahnhaften US-Präsidenten" würden Irans Angriffe gegen die "amerikanischen und zionistischen Feinde" nicht stoppen.

Irans stellvertretender Sportminister Alireza Rahimi rief Künstler und Sportler dazu auf, Menschenketten an Stromkraftwerken im ganzen Land zu bilden. "Wir werden Hand in Hand stehen, um zu sagen: Angriffe auf öffentliche Infrastruktur sind ein Kriegsverbrechen", schrieb Rahimi auf der Plattform X.

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Quelle: dpa, AP
Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress am 07.04.2026 um 9 Uhr.

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