Illegales Autorennen: Fahrer wegen Mordes verurteilt

Zwei Frauen getötet:Fahrer nach illegalem Autorennen wegen Mordes verurteilt

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Nachdem bei einem illegalen Autorennen in Ludwigsburg zwei Frauen starben, wurde der Fahrer nun zu lebenslanger Haft verurteilt. Sein Bruder wurde wegen versuchten Mordes verurteilt.

Ein Angeklagter (M), der als Unfallverursacher wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden ist, sitzt vor der Urteilsverkündung im Prozess wegen Mordes an zwei jungen Frauen in einem Saal des Landgerichts.

Bei einem illegalen Autorennen hat ein Fahrer ein anderes Auto gerammt und dabei zwei Frauen getötet. Er wurde nun wegen Mordes zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.

07.04.2026 | 0:26 min

Etwas über ein Jahr nach einem Autorennen mit zwei Toten in Ludwigsburg in Baden-Württemberg ist der 33-jährige Unfallverursacher wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Der Mann hatte sich vor einem Jahr mit seinem Bruder in Ludwigsburg ein Rennen geliefert - sein Wagen hatte das Auto zweier junger Frauen gerammt, sie starben noch am Unfallort. Der Bruder, der einen zweiten Wagen gefahren haben soll, muss wegen versuchten Mordes für 13 Jahre in Haft.

Monatelang hatten sich die Kammer des Stuttgarter Landgerichts, Angehörige, Anwälte und zahlreiche Besucher im Prozess gegen die zwei angeklagten Fahrer und ihren Cousin Videos angeschaut, es wurden Gutachten in Auftrag gegeben, Zeugen gehört und Einlassungen verlesen. Im Zentrum stand dabei stets die Frage, ob der Fahrer als Mörder verurteilt oder ob der Fall juristisch anders bewertet wird.

Zwie Tote nach illegalem Autorennen in Ludwigsburg

So berichtete das ZDF am 21.03.2025 über den schweren Unfall in Ludwigsburg.

21.03.2025 | 0:53 min

Männer verabredeten sich offenbar zu Autorennen

Angeklagt waren zwei Brüder im Alter von 33 und 35 Jahren sowie ihr 26-jähriger Cousin. Nach Überzeugung des Gerichts verabredeten sich die Männer am Abend des 20. März 2025 zu einem illegalen Rennen in der Ludwigsburger Innenstadt. Sie rasten durch eine Bahnhofsunterführung, bremsten, stimmten sich ab und beschleunigten erneut - teils in einer Tempo-50-Zone.

Dabei filmten sie und feuerten sich an. Schließlich rammte der jüngere Bruder mit mehr als 130 Kilometern pro Stunde das Auto von zwei Frauen im Alter von 22 und 23 Jahren, die gerade eine Tankstelle verlassen wollten und bei dem Unfall ums Leben kamen.

Fahrer soll Vollgas gegeben haben

Mit dem Urteil folgt das Gericht der Staatsanwaltschaft. Der mutmaßliche Unfallverursacher habe kurz vor dem Aufprall Vollgas gegeben, obwohl er die lebensgefährliche Situation erkannt habe, hatte diese argumentiert.

Die Verteidiger hatten die Mordvorwürfe zurückgewiesen. Sie bestritten, dass die Angeklagten den Tod anderer billigend in Kauf genommen hätten und plädierten auf fahrlässige Tötung. Die Angeklagten selbst räumten teils Verantwortung ein, bestritten jedoch, jemanden bewusst gefährdet zu haben.

Der 26-jährige Cousin der Brüder wurde wegen verbotenen Kraftfahrzeugrennens und Beihilfe dazu zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt.

Urteil: Raser töten Zweijährigen

Auch in Hamburg standen zwei Unfallfahrer vor Gericht, die bei einem illegalen Autorennen eine Mutter und ihre zwei Söhne mit ihrem Wagen erfasst hatten. Ein Zweijähriger erlag seinen Verletzungen.

23.07.2025 | 2:29 min

Illegale Autorennen nach wie vor verbreitet

Juristisch ist der Fall heikel: Seit einer Gesetzesänderung im Jahr 2017 sind illegale Autorennen ausdrücklich strafbar. Bei Todesopfern drohen mehrjährige Haftstrafen, in besonders schweren Fällen auch eine Verurteilung wegen Mordes.

Voraussetzung dafür ist jedoch, dass ein Fahrer den Tod anderer nicht nur für möglich hält, sondern ihn billigend in Kauf nimmt. In der Vergangenheit haben Gerichte in ähnlichen Fällen unterschiedlich entschieden - von fahrlässiger Tötung bis hin zu Mordurteilen.

Über den Einzelfall hinaus verweist der Prozess auf ein anhaltendes Problem. Trotz verschärfter Gesetze registriert die Polizei wieder mehr illegale Autorennen. In Baden-Württemberg wurden 2024 insgesamt 433 Fälle erfasst, im ersten Halbjahr 2025 bereits 293 - ein deutlicher Anstieg, auch durch intensivere Kontrollen.

Quelle: dpa, AFP
Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress am 07.04.2026 um 17:42 Uhr.

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