Update am Morgen:Wie ein gescheiterter Umsturz die Türkei veränderte
von Stefanie Schoeneborn
Guten Morgen,
zehn Jahre sind vergangen, seit in der Nacht des 15. Juli 2016 Panzer über die Bosporus-Brücken rollten und Kampfjets über dem Himmel Ankaras flogen. Ich saß damals vor den Nachrichten und fragte mich, was das mit der Türkei machen wird. Es war eine Nacht, die sich tief in das Gedächtnis der Türkei eingebrannt hat. Denn was geblieben ist, ist mehr als ein gescheiterter Umsturz.
Präsident Recep Tayyip Erdogan nannte den Putschversuch ein "Geschenk Gottes". Der Satz wirkt bis heute wie eine Gebrauchsanweisung. Denn aus der Abwehr des Putsches wurde ein groß angelegter Umbau des Staates. Schritt für Schritt wurde aus der ohnehin brüchigen parlamentarischen Demokratie ein Präsidialsystem, das Macht bündelt, statt sie zu verteilen.
Die Folgen spürt man bis heute in der politischen Architektur des Landes und im Alltag vieler Menschen. ZDF-Reporter Jörg Brase hat mit vielen Menschen darüber gesprochen, was sie in der Nacht erlebt haben und was sich seitdem verändert hat.
auslandsjournal, 08.07.2026, 22:15 Uhr
08.07.2026 | 6:36 minEiner von ihnen ist Can Cumurcu, Ortsvorsteher im Istanbuler Stadtteil Cengelköy. Er erinnert sich noch genau. "Bruder, ständig fahren Soldaten vorbei", riefen sie ihm zu. Wohin? "Zur Brücke." In Cengelköy organisiert er in dieser Nacht den Widerstand, lässt Barrikaden errichten. Er glaubt noch an eine unsichtbare Grenze: "Ein türkischer Soldat schießt nicht auf sein eigenes Volk." Doch genau das passiert. Schüsse. Chaos. Verletzte. 251 Tote landesweit. Eine Zahl, die nüchtern wirkt und doch bis heute schwer wiegt.
Nach dem Putsch begann eine andere Phase: Zehntausende Staatsbedienstete verloren im Zuge von Notstandsdekreten ihre Arbeit. Lehrer, Richter, Beamte. Für viele kam mit dem Jobverlust auch der Ausschluss aus dem gesellschaftlichen Leben. "Sozialer Tod" nennen das einige. Gleichzeitig wurde der 15. Juli als "Tag der Demokratie und nationalen Einheit" zum offiziellen Gedenktag und dient somit dem staatlich gepflegten Narrativ der Regierung.
Der Putschversuch vom 15. Juli 2016 war der Auftakt zu einer politischen Erzählung, die Stabilität verspricht und Kontrolle meint und deren Folgen die Türkei bis heute prägt.
Einen guten Tag wünscht Ihnen
Stefanie Schoeneborn, Leiterin der Redaktion "auslandsjournal"
Was im Nahen Osten passiert ist
US-Seeblockade in Kraft: Im Machtkampf mit Teheran um die Straße von Hormus blockiert das US-Militär erneut iranische Häfen und Küstengebiete. Zudem gab es wieder heftige Angriffe auf Ziele in Iran.
Trump droht mit Angriffen auf iranische Kraftwerke: Donald Trump hat für den Fall des Scheiterns der Verhandlungen mit Teheran mit Angriffen auf Kraftwerke und Brücken gedroht. "Nächste Woche wird es für sie richtig schlimm", sagte Trump in einem Interview mit dem US-Sender Fox News.
USA ziehen Gebührenidee zurück: Kehrtwende von US-Präsident Trump: Einen Tag nach Verkündung einer 20-prozentigen Gebühr für Schiffsfracht in der Straße von Hormus lässt er den Plan nun wieder fallen.
Weitere News-Updates zur Lage und zu Reaktionen erhalten Sie jederzeit auch in unserem Liveblog zum Angriff auf Iran. Alle Berichte rund um Iran finden Sie auf unserer Themenseite.
Was im Ukraine-Krieg passiert ist
Ukrainisches Parlament verlängert Kriegsrecht: Das Parlament in Kiew hat das Kriegsrecht und die Mobilmachung um weitere 90 Tage bis Ende Oktober verlängert. Für die beiden von Präsident Wolodymyr Selenskyj eingereichten Gesetze stimmte jeweils eine Zweidrittelmehrheit.
Gesetz für neue Russland-Sanktionen in USA vorgestellt: Mehrere US-Senatoren haben einen überarbeiteten Gesetzentwurf für neue Sanktionen gegen Russland vorgestellt - ein zentrales Anliegen des kürzlich gestorbenen republikanischen Senators Lindsey Graham. Die von Republikanern und Demokraten gestützte Initiative sieht Zölle in Höhe von bis zu 100 Prozent vor, die sich gegen die größten Abnehmer von russischem Öl und Gas richten sollten.
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Was heute noch wichtig ist
Bundeskanzler Merz stellt sich Fragen von Journalisten / Putschversuch in der Türkei jährt sich / Neue Studie zu digitalem Wohlbefinden von Jugendlichen
15.07.2026 | 0:52 minMerz stellt sich Fragen der Hauptstadt-Journalisten: Auf seiner zweiten Sommer-Pressekonferenz als Bundeskanzler stellt sich Friedrich Merz heute ab 13 Uhr den Fragen der Hauptstadtjournalisten. Thematische Vorgaben gibt es nicht. Vom gerade auf den Weg gebrachten Reformpaket über die wichtigen Landtagswahlen im September bis zu den Kriegen gegen die Ukraine und zwischen den USA und Iran dürfte es um viele verschiedene außen- und innenpolitische Felder gehen.
Studie zu digitalem Wohlbefinden von Jugendlichen: Wie geht es Jugendlichen mit den Chancen und Schattenseiten digitaler Medien? Dieser Frage ist der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest (mpfs) nachgegangen. Die Ergebnisse der repräsentativen Studie werden heute in Mainz vorgestellt. Die sogenannte JIM-plus-Studie legt den Fokus auf das digitale Wohlbefinden von 14- bis 17-Jährigen in Deutschland.
Fußball-WM 2026
Spanien zieht ins WM-Finale: Die französische Offensive findet ihren Meister in Spaniens Abwehr. Deren Null steht wieder und der erste WM-Finalist auch: Spanien zieht nach einem 2:0-Sieg ins Finale ein.
ZDF sportstudio, 14.07.2026, 23:28 Uhr
14.07.2026 | 9:10 minAm Abend wird der Gegner Spaniens gesucht: England trifft im zweiten Halbfinale (21:00 Uhr, ARD) auf Argentinien.
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heute in Europa, 14.07.2026, 16 Uhr
14.07.2026 | 2:17 minBei einem Besuch bei der europäischen Weltraumagentur Esa haben NASA-Astronauten ihre Eindrücke während der Artemis-Mond-Mission geschildert. "Wir haben zum Mond aufgeschaut. Er hat religiöse, spirituelle und kulturelle Bedeutung. Er ist ein Kalender", sagt etwa Reid Wiseman, der Kommandant der Artemis-II-Mission.
Gesagt
Je älter ich wurde, desto spannender wurden die Rollen. Wenn man nicht mehr ins Rollenfach der jungen, naiven Frau fällt, spielt man plötzlich viel diversere Figuren, mit denen man viel mehr erzählen kann.
Diane Kruger
Diane Kruger wird heute 50 Jahre alt. Die internationale Starschauspielerin wurde 1976 im niedersächsischen Algermissen bei Hildesheim geboren - damals noch mit dem Nachnamen Heidkrüger.
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14.07.2026 | 2:00 minWenn Sie unser ZDFheute Update abonnieren möchten, können Sie das hier tun oder in Ihrer ZDFheute-App unter Meine News / Einstellungen / ZDFheute-Update-Abo.
So wird das Wetter heute
Der Mittwoch verläuft im Norden bei nur lockeren Quellwolken freundlich und meist trocken. Im Süden bilden sich im Tagesverlauf wieder Schauer und kräftige Gewitter, die mit Unwetterpotenzial einhergehen - also mit Starkregen, schweren Sturmböen und Hagel. Die Höchstwerte liegen zwischen 23 Grad an der Ostsee und 32 Grad am Oberrhein.
Den aktuellen Wetterbericht der ZDF-Meteorologen finden Sie jederzeit auf unserer Übersichtsseite.
Quelle: ZDF
Zusammengestellt von Annika Heffter.
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