Überraschende Kehrtwende:Straße von Hormus: Trump zieht Gebührenidee zurück
Kehrtwende von US-Präsident Trump: Einen Tag nach Verkündung einer 20-prozentigen Gebühr für Schiffsfracht in der Straße von Hormus lässt er den Plan nun wieder fallen.
US-Präsident Donald Trump will die Angriffe auf den Iran fortsetzen. Iran reagiert mit Angriffen auf US-Stützpunkte in benachbarten Ländern.
14.07.2026 | 1:31 minUS-Präsident Donald Trump hat seine Pläne für eine Gebühr, die Schiffen sicheres Geleit durch die Straße von Hormus garantierten sollte, wieder zurückgenommen. "Aufgrund äußerst fruchtbarer Gespräche mit führenden Vertretern aus dem Nahen Osten habe ich beschlossen, die 20-prozentige Erstattungsgebühr der Vereinigten Staaten durch Handels- und Investitionsabkommen zu ersetzen, die die verschiedenen Golfstaaten mit den Vereinigten Staaten abschließen werden", schrieb Trump am Dienstag auf seiner Plattform Truth Social.
Diese Investitionen werden massiv sein, aber gleichzeitig außerordentlich vorteilhaft für sie und ihre Zukunft.
Donald Trump, US-Präsident
Unklar war zunächst, ob es sich um neue Zusagen handelte oder welche, die ohnehin geplant waren.
Nach den gescheiterten Friedensverhandlungen überziehen sich Iran und die USA mit Angriffen. Wird überhaupt noch verhandelt? ZDF-Korrespondent David Sauer berichtet.
14.07.2026 | 0:53 minGebühr wäre dramatischer Kurswechsel für die USA
Tags zuvor hatte Trump erklärt, die USA würden für den Schutz von Schiffen bei der Fahrt durch die Straße von Hormus eine Gebühr erheben: 20 Prozent des Wertes der Ladung, um "alle Kosten zu decken, die für die Gewährleistung von Sicherheit und Schutz erforderlich" seien.
Die Gebühr wäre ein dramatischer Kurswechsel für die USA, die sich seit Beginn des 19. Jahrhunderts für die Freiheit der Schifffahrt auf den Meeren einsetzen. Zuletzt hatte die Regierung in Washington immer wieder versichert, dass die Straße von Hormus für alle ohne Mautgebühren frei befahrbar sein soll.
Klemens Fischer, Professor für internationale Beziehungen und Geopolitik an der Universität Köln, hatte bei ZDFheute live zudem auf rechtliche Hürden hingewiesen.
Die USA haben völkerrechtlich überhaupt keine Berechtigung, in der Straße von Hormus irgendwelche Gebühren zu verlangen, und schon gar nicht irgendwelche Mauten.
Klemens Fischer, Außen- und Sicherheitsexperte
- US-Kontrolle über Straße von Hormus? Experte: "Völkerrechtlich überhaupt keine Berechtigung"
Auf Trumps Vorstoß gab es prompt Kritik. Die Weltschifffahrtsorganisation IMO erinnerte daran, dass gemäß internationalem Recht die Passage weiterhin zoll- und gebührenfrei bleiben müsse. Auch die deutschen Reeder kritisierten Trumps Ankündigung.
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