Konflikt um Straße von Hormus:Trump will Seeblockade gegen iranische Häfen wieder einsetzen
US-Präsident Trump kündigt eine neuerliche Blockade gegen iranische Häfen in der Straße von Hormus an. Zudem fordert er eine Abgabe auf alle Güter - als Entschädigung für die USA.
Fordert eine Abgabe auf alle durch die Straße von Hormus transportierten Güter: US-Präsident Donald Trump.
Quelle: APKurz nach neuen US-Angriffen auf Iran hat US-Präsident Donald Trump die Wiederaufnahme der Seeblockade gegen Schiffe angekündigt, die iranische Häfen ansteuern oder von diesen abfahren. Allen anderen Ländern soll ein "fairer und offener" Zugang zur Meerenge möglich sein, teilte er auf seiner Plattform Truth Social mit. Hintergrund ist der Konflikt um die Durchfahrt durch die Straße von Hormus.
Zugleich kündigte Trump an, dass die USA fortan für die sichere Durchfahrt der Meerenge aus "Fairnessgründen" Einnahmen in Höhe von 20 Prozent des Frachtwertes für sich beanspruchen. Dies solle die Kosten, die im Zuge der Sicherstellung der Passage anfallen, kompensieren. Der Prozess und die Umsetzung würden umgehend beginnen, schrieb er weiter. Weitere Details blieben offen, etwa wer genau für den Beitrag aufkommen soll.
Das US-Militär hat Dutzende Ziele in Iran angegriffen. Unter anderem standen Luftabwehrsysteme und Radarstationen im Visier. Iran reagierte mit Angriffen auf US-Militärstützpunkte.
13.07.2026 | 0:26 minIran: Straße von Hormus geschlossen
Die Iranischen Revolutionsgarden (IRGC) hatten am Wochenende mitgeteilt, dass die Meerenge bis auf Weiteres und bis zum Ende der US-amerikanischen Eingriffe in der Region geschlossen bleibe. Die Durchfahrt sei verboten. Trump widersprach dem.
Auch jetzt schrieb er in seinem Post, die Straße von Hormus sei "offen und wird offen bleiben, mit oder ohne Iran".
In der Folge der jüngsten Angriffe war die Schifffahrt durch die Straße von Hormus in den vergangenen Tagen erneut drastisch zurückgegangen. Laut Daten des Anbieters Kpler passierten am Sonntag lediglich 14 Schiffe die Meerenge - der niedrigste Wert in diesem Monat. Vor Kriegsbeginn durchquerten im Schnitt mehr als 100 Schiffe täglich die Straße von Hormus.
Die amerikanischen Luftangriffe hätten nicht ausgereicht, Iran “in die Knie zu zwingen”, analysiert Sicherheitsexperte Klemens Fischer. Eine Rückkehr zum Verhandlungstisch hält er für möglich.
13.07.2026 | 9:49 minRahmenabkommen sah Aufhebung der Seeblockade vor
Im Zuge der amerikanisch-israelischen Angriffe auf Iran hatte Teheran Anfang März die wichtige Meerenge durch Drohungen und Angriffe für den Schiffsverkehr weitestgehend unpassierbar gemacht. Die USA reagierten im Verlauf mit einer eigenen Seeblockade für Schiffe, die iranische Häfen anliefen oder verlassen sollten. Im Zuge des Rahmenabkommens zwischen den beiden Ländern hob Washington seine Blockade Mitte Juni auf.
In der Vereinbarung zwischen den USA und Iran sagte Teheran zudem zu, sich "nach besten Kräften" um eine sichere und für 60 Tage gebührenfreie Passage von Handelsschiffen durch die Meerenge zu bemühen. Allerdings kam es jüngst erneut zu mehreren Iran zugeschriebenen Angriffen auf Schiffe in der Meerenge, auf die die USA wiederum mit Angriffen auf Iran reagierten.
Die USA und Iran greifen sich erneut gegenseitig an. Erst kürzlich hatte Trump das Rahmenabkommen für hinfällig erklärt. Wie lange kann er den Krieg noch fortführen? Die Analyse bei ZDFheute live
13.07.2026 | 23:37 minTrump will "Entschädigung" für US-Schutz
Kurz vor seinem Post auf Truth Social hatte Trump bereits in einem Telefonat mit dem US-Sender Fox News seine Absicht erklärt, die Straße von Hormus kontrollieren zu wollen. "Wir werden die Meerenge behalten, sie wahrscheinlich betreiben und Wächter der Meerenge werden", sagte Trump am Vormittag (US-Ortszeit). Zugleich führte er fort, dass die Vereinigten Staaten für ihren Schutz "entschädigt" werden sollten. Er begründete sein Vorhaben damit, dass man nicht erwarten könne, dass die USA dies "umsonst" täten.
Ende Juni hatte sein Außenminister Marco Rubio noch betont, kein Land habe das Recht, für die Nutzung internationaler Gewässer Geld zu verlangen. Eine solche Forderung werde niemals Bestandteil eines akzeptablen Abkommens sein. Die Straße von Hormus sei internationales Gewässer und gehöre keinem Staat. Dies sei ein grundlegendes Prinzip der internationalen Ordnung, so Rubio weiter.
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