Zweifel an Atomdeal wachsen:USA fordern energisch Hormus-Öffnung - Zweifel an Atomdeal
Ultimatum an Teheran: Die USA fordern eine Garantie für die freie Schifffahrt in der Straße von Hormus. Ein Atomdeal gilt in Washington derweil als immer unwahrscheinlicher.
Die USA verlangen von Iran ein öffentliches Bekenntnis zur freien Schifffahrt in der Straße von Hormus - und drohen mit Konsequenzen.
Quelle: dpaDie USA fordern Medienberichten zufolge ein Bekenntnis Irans zu einer freien und sicheren Schifffahrt in der Straße von Hormus. Die iranische Führung solle öffentlich versichern, dass die Meerenge offen sei und Iran von Angriffen auf Handelsschiffe absehe, schrieben unter anderem das Portal "Axios" und das "Wall Street Journal" unter Berufung auf US-Regierungsbeamte.
Einer der Beamten habe schwere Konsequenzen angedeutet, sollte eine solche Zusage nicht bis heute erfolgen. Welche Folgen gemeint waren und ob es tatsächlich eine bestimmte Frist gibt, blieb unklar.
"Die Stimmung während der Trauerfeierlichkeiten für Chamenei war extrem anti-amerikanisch", berichtet ZDF-Reporter Jörg Brase. Die meisten Iraner würden aber ein Abkommen und Ende der Kämpfe wollen.
10.07.2026 | 3:16 minTrump bekräftigte Ende der Waffenruhe
Die Forderung sei Iran direkt und über die Vermittler überbracht worden, hieß es. Die USA hatten in den vergangenen Tagen Ziele in Iran angegriffen und das mit Angriffen auf Handelsschiffe in der für den globalen Handel mit Öl, Gas und Dünger wichtigen Meerenge begründet.
US-Präsident Donald Trump hatte am Freitag das Ende der Waffenruhe bekräftigt. Zugleich ließ er aber die Tür für Gespräche offen. Teheran habe um eine Fortführung von Gesprächen gebeten, und die USA hätten zugestimmt, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. Das Wort Gespräche setzte er in Anführungszeichen.
Iran dementiert Gesuch um Verhandlungen
Irans Außenamtssprecher Ismail Baghai wies laut dem regierungstreuen Sender Press TV Behauptungen zurück, Teheran habe um Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten nachgesucht. Man sei aber einer Bitte eines regionalen Vermittlers nachgekommen, Teheran zu besuchen und die aktuelle Lage zu erörtern.
Nach Informationen von "Axios" wird Irans Außenminister Abbas Araghtschi voraussichtlich heute in Omans Hauptstadt Maskat mit seinem dortigen Amtskollegen den Disput um die Straße von Hormus erörtern.
"Donald Trumps Glaubwürdigkeit leidet weiter, er hatte Iran vor Wochen schon militärisch für besiegt erklärt", sagt ZDF-Korrespondent David Sauer zu den neuen Angriffen im Irankrieg.
10.07.2026 | 2:33 minBericht: USA halten Atomdeal für unwahrscheinlich
Zuletzt eskalierte der Konflikt um die wichtige Meerenge wieder, nachdem die Kriegsparteien Iran und USA eigentlich am 17. Juni ein Rahmenabkommen für vertiefte Gespräche über ein Ende des Kriegs vereinbart hatten. Darin war vereinbart worden, innerhalb von 60 Tagen einen endgültigen Deal auszuhandeln. Seit Anfang April galt zudem eine Waffenruhe, die aber immer wieder gebrochen wurde und von Trump nun für beendet erklärt wurde.
Neben der Straße von Hormus bleibt Irans Atomprogramm Streitpunkt. Laut "Wall Street Journal" hält die US-Regierung einen Atomdeal inzwischen für zunehmend unwahrscheinlich - ein seltenes Eingeständnis, dass Trumps Ziel, das Atomprogramm einzudämmen, durch Verhandlungen womöglich nicht erreichbar ist.
CDU-Politiker Laschet kritisiert das iranische Verhalten in der Straße von Hormus. Gleichzeitig betont er, die USA und der Westen hätten im Iran-Krieg versagt.
08.07.2026 | 4:24 minIran baut Militärforschungsanlage wohl wieder auf
Satellitenbilder legen Forschern zufolge die Vermutung nahe, dass der Iran eine Militärforschungsanlage wieder aufbaut. Entsprechende Aktivitäten seien in den vergangenen Wochen etwa an dem Militärkomplex in Partschin zu sehen gewesen, wie das auf Nuklearthemen spezialisierte Institute for Science and International Security berichtet.
Den Forschern zufolge war die Anlage zu Beginn des Krieges mehrfach getroffen worden. Nachdem Satellitenbilder anfangs Aufräumarbeiten zeigten, mehrten sich demnach in den vergangenen Wochen Hinweise auf dauerhafte Reparaturen. Dazu zählen mehrere Betonmischer und andere Vorrichtungen, um die Einschlaglöcher dauerhaft zu versiegeln.
Über vier Monate nach seiner Tötung ist Irans ehemaliger Oberster Führer Ali Chamenei beigesetzt worden. Derweil griffen die USA und Iran erneut in der Golfregion einander an.
09.07.2026 | 1:32 minKrieg, Deal oder Rückzug - Trumps Optionen
Laut "Wall Street Journal" steht Trump womöglich vor einem erneuten Strategiewechsel im Iran-Konflikt. Seine Optionen: den Krieg wieder aufnehmen, um eine iranische Atomwaffe zu verhindern, einen abgeschwächten Deal akzeptieren - oder sich ganz zurückziehen, was die Kontrolle über die Straße von Hormus infrage stellen würde. Der Iran beansprucht die alleinige Verwaltung der Meerenge für sich.
Aktuelle Entwicklungen zum Iran-Krieg finden Sie in unserem ZDFheute-Liveblog:
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