Verstehen, was in den USA passiert:Midterms 2026 - was für Trump auf dem Spiel steht
von Elmar Theveßen, Washington D.C.
Trump steht bei den Midterms nicht zur Wahl - und doch geht es um seine Macht. Warum ein Kandidat aus Texas den Demokraten Hoffnung macht und was Trumps neuer KI-Kurs bedeutet.
Guten Morgen aus Washington,
ich stehe an der Zugangskontrolle zum Weißen Haus, halte meinen Ausweis an den Sensor und gebe den Zahlencode ein. Werden sie mich hineinlassen oder beschlagnahmen Secret-Service-Beamte meine Akkreditierung? So war es ja bei den Kolleg/innen von CNN, MSnow und Politico.
Die Barriere öffnet sich - noch komme ich als ZDF-Korrespondent ins Weiße Haus hinein, so wie andere Journalisten, die noch unabhängig berichten können.
ZDFheute USA-Update:Dein Newsletter zum Trump-Effekt
Verstehen, was in den USA passiert: Alles Wichtige zu den Midterms, Trumps Politik und den Folgen für Europa und die Welt – eingeordnet von unseren Korrespondenten. Jetzt abonnieren!Für mich ist der Rauswurf ein Beleg, dass US-Präsident Donald Trump Angst vor den Wählern hat. Die Prognosen für die Republikaner bei den Kongresswahlen im November sind grottig. Die Zustimmungsrate des Präsidenten ist im Keller, da will er natürlich nur wohlwollende Berichterstattung. Es ist die Attitüde eines Autokraten.
Und darum geht es in dieser ersten Ausgabe unseres Trump-Effekt-Newsletters: welche Mehrheiten bei den anstehenden Midterms auf dem Spiel stehen, warum die Demokraten auf einen Kandidaten aus Texas hoffen und was Trumps Zustimmungswerte über seine Lage verraten. Außerdem schauen wir auf seinen KI-Kurs und darauf, was hinter seinem Auftritt bei den Vereinten Nationen steckt.
Mein Name ist Elmar Theveßen, ich leite das ZDF-Studio in Washington und freue mich, dass Ihr dabei seid. Am besten direkt abonnieren, dann verpasst Ihr nichts. Ab jetzt ordnen wir hier wöchentlich ein, was in den USA gerade los und in der nächsten Woche zu erwarten ist: mit Beobachtungen vor Ort, Hintergründen und den Beiträgen, die helfen, genau das zu verstehen.
Trump steht nicht zur Wahl - trotzdem geht es um ihn
Am 3. November 2026 entscheiden die Wählerinnen und Wähler in den USA also auch über die Machtfülle von Donald Trump in seiner zweiten Amtshälfte. In den Midterms, den Zwischenwahlen, wählen die Amerikaner einen neuen Kongress und wichtige Ämter in den Bundesstaaten. Alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus werden neu besetzt, dazu ein Drittel der Sitze im Senat.
Derzeit haben die Republikaner die Mehrheit in beiden Kammern des Kongresses. Die Demokraten hoffen darauf, zumindest eines der beiden Häuser zu erobern, um Trumps politische Handlungsmöglichkeiten deutlich einzuschränken.
Trump-News der Woche
Die Midterms erklärt
Vor den Midterms versucht US-Präsident Donald Trump mit allen Mitteln Zweifel an den Wahlregeln zu säen. Seine Anhänger planen bereits die Schlacht um die Macht.
16.09.2026 | 10:55 minKopf der Woche: James Talarico
Eines der Rennen, auf die wir besonders achten, findet in Texas statt. Große Hoffnungen für einen Überraschungserfolg verbinden die Demokraten dort mit ihrem Senatskandidaten James Talarico. Talarico gilt als aufstrebender Star in seiner Partei.
Der Politiker versucht, progressive Positionen mit einer Sprache zu verbinden, die auch religiöse und moderat-konservative Wähler erreicht. Seine Partei hofft, dass er auch für moderate Republikaner wählbar ist, denn Texas ist ein tiefrepublikanischer Staat.
Einige wenige Duelle entscheiden bei den US-Midterms über die politische Machtverteilung in Amerika. An diesen Kandidaten hängen die Mehrheitsverhältnisse im Kongress.
18.09.2026 | 1:17 minGrafik der Woche
Dass der US-Präsident aktuell nicht gerade auf einer Welle der Beliebtheit surft, machen aktuelle Umfragen deutlich. Sie geben einen Hinweis darauf, wie groß das Risiko für die Republikaner ist.
ZDFheute Infografik
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Trumps Auftritt der Woche
Im Wahlkampf versucht Trump unter anderem mit Amerikas Führungsrolle bei Künstlicher Intelligenz zu punkten. Bei seinem Auftritt Anfang der Woche vor der UN-Generalversammlung in New York forderte er, den Begriff "Künstliche Intelligenz" umzubenennen. Sein Vorschlag: "Superintelligenz" oder kurz "SI".
Wir ändern den Namen. Denn die Verwendung des Wortes "künstlich" macht Intelligenz fake. Es lässt sie fake klingen, dabei ist sie es nicht.
Donald Trump, Präsident USA
Bei seiner Rede kündigte er auch an, den Begriff KI in allen offiziellen Dokumenten durch SI zu ersetzen.
Willkommen in der neuen Welt der Superintelligenz.
Donald Trump, Präsident USA
China ist neben den USA der andere große Player im globalen Wettstreit um KI. Vom Aufruf zu Regulierung und Vorsichtsmaßnahmen ist dort, anders als im Silicon Valley, wenig zu hören.
Über Sexpuppen und KI in Chinas Alltag berichtet unsere ZDF-China-Korrespondentin Miriam Steimer in einem sehenswerten Beitrag:
KI verändert die Welt – auch in ungewöhnlichen Industrien, wie bei Sexpuppen. Chinesische Nutzer sind deutlich offener für solche Technologien und gewöhnliche Chatbots als deutsche Nutzer.
23.09.2026 | 12:45 minUnser Podcast diese Woche
KI zwischen Revolution und Bedrohung: Warum führende Entwickler vor ihrer eigenen Technologie warnen – und welche Rolle US-Präsident Donald Trump im KI-Wettrennen spielt.
22.09.2026 | 65:38 minGanz schön viel los - aber habt Ihr was anderes erwartet? Wir melden uns ab sofort jeden Samstag an dieser Stelle mit einem neuen USA-Update.
Viele Grüße
Elmar Theveßen und die auslandsjournal-Redaktion