Update am Morgen:Das Reform-Dilemma
von Stefan Leifert
Guten Morgen,
in der Union geht ein böser Verdacht um: Ist der Einfluss der SPD auf die Politik der Bundesregierung zu groß? Es ist natürlich keine realistische Vorstellung von Politik, dass Größenverhältnisse, die sich durch Wahlergebnisse ergeben, mathematisch genau in politische Arbeit übersetzt werden. Kleine Partner waren in Koalitionen schon immer sichtbarer, als Wahlergebnisse hergeben. Das wissen sie natürlich auch bei CDU und CSU. Aber das Gefühl, von der 16-Prozent-SPD in der "Großen" Koalition an die Wand gedrückt zu werden, ist real. Im neuen Politbarometer wollten wir wissen: Teilen die Anhänger der Union dieses Gefühl? Die Antwort ist: mehrheitlich ja.
Quelle: ZDF
Eines aber eint die beiden Koalitionspartner: ihr schlechtes Image als Regierung. Zum einjährigen Bestehen von Schwarz-Rot erreichen die Bewertungen von Regierung und Bundeskanzler erneut Tiefstwerte. Die Einigung auf eine weitreichende Gesundheitsreform wirkt sich (noch) nicht aus.
Quelle: ZDF
Unter Experten hat die Koalition durchaus Respekt erhalten für ihre Vereinbarungen beim Gesundheitssystem. Dass diese aber das ramponierte Bild aufpolieren, lassen unsere Politbarometer-Zahlen nicht erwarten. Eine große Mehrheit hält die Reform weder für gerecht noch für einen Beitrag zur Lösung der finanziellen Probleme des Gesundheitswesens. Es ist ein Dilemma zum Verzweifeln für die Koalition: Die Kritik über das Ausbleiben von Reformen geht nahtlos über in die Kritik an den vereinbarten Reformen.
Quelle: ZDF
Es gehört zu den gerne gezückten Waffen im Regierungsviertel, mit Neuwahlszenarien zu spielen. Auch in diesen Tagen ein beliebtes Spiel. Nur: Wem soll das nützen? Unsere Projektion zeigt: den Koalitionsparteien CDU, CSU und SPD jedenfalls nicht.
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Friedrich Merz' Satz von der Demütigung der USA durch Iran hat eine mittelschwere diplomatische Krise zwischen Berlin und Washington ausgelöst. Weit vom Empfinden der Deutschen liegt Merz in dieser Frage jedoch nicht entfernt. Eine Mehrheit unserer Befragten glaubt nicht, dass die USA ihre Interessen im Krieg mit Iran durchsetzen werden.
Quelle: ZDF
Ihnen einen schönen Freitag!
Stefan Leifert, Redaktionsleiter des ZDF heute journal
Was im Iran-Krieg passiert ist
Emirate melden Drohnen- und Raketenangriff: Die Vereinigten Arabischen Emirate haben einen Raketen- und Drohnenangriff gemeldet. Die Luftabwehr des Landes sei im Einsatz, teilt das Verteidigungsministerium am Freitagmorgen mit.
Trotz Waffenruhe Gefechte in Hormus: Trump fordert Iran nach US-Angriffen zu schnellem Abkommen auf, sonst drohten härtere Schläge. Die Waffenruhe gelte weiterhin, so der US-Präsident.
Gespräche zwischen Israel und Libanon? Israel und Libanon wollen inmitten der brüchigen Waffenruhe offenbar erneut Gespräche führen. Nächste Woche sollen Vertreter in den USA verhandeln, berichten US-Sicherheitskreise.
Weitere News-Updates zur Lage und zu Reaktionen erhalten Sie jederzeit auch in unserem Liveblog zum Angriff auf Iran. Alle Berichte rund um Iran finden Sie auf unserer Themenseite.
Was im Ukraine-Krieg passiert ist
Moskau meldet abgefangene ukrainische Drohnen: Der Bürgermeister von Moskau hat nach dem Inkrafttreten der von Russland ausgerufenen einseitigen Waffenruhe das Abfangen von mehr als 20 ukrainischen Drohnen gemeldet. Die Abschüsse erstrecken sich über einen Zeitraum von etwa 15 Stunden bis in die Nacht. Um Mitternacht war eine einseitige Waffenruhe Russlands in Kraft getreten, die bis Samstag gelten soll.
Kiew warnt vor Moskau-Besuch - Russland droht mit Vergeltung: Die Drohkulisse wächst: Russland rät Botschaftern und Bürgern erneut zur Ausreise aus Kiew. Der ukrainische Präsident Selenskyj warnt derweil vor einem Besuch Moskaus.
Wie Kiews Schachzug Putin in Bedrängnis bringt: Russlands Militärparade fällt deutlich reduzierter als vorherige aus - aus Sorge vor Angriffen schlug Putin eine Waffenruhe vor. Doch Kiews Antwort hat den Kreml ausmanövriert.
Weitere News-Updates zur Lage und zu Reaktionen erhalten Sie jederzeit auch in unserem Liveblog zu Russlands Angriff auf die Ukraine.
Was heute noch wichtig ist
Tag der Befreiung / 1.000-Euro-Entlastungsprämie im Bundesrat / Leo ist seit einem Jahr Papst
08.05.2026 | 0:46 minKriegsende jährt sich zum 81. Mal: Am Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs im Jahr 1945 wird in Peenemünde eine neue Gedenkstätte eröffnet. Sie erinnert an Zwangsarbeiter in den Versuchsstellen Peenemünde. Dort wurden die V1- und V2-Raketen der Nationalsozialisten entwickelt.
Bundesrat entscheidet über Entlastungsprämie: Der Bundesrat entscheidet heute über die steuerfreie Entlastungsprämie von bis zu 1.000 Euro, die Unternehmen an ihre Beschäftigten zahlen können. Damit sollen die Folgen des Iran-Kriegs wie hohe Spritpreise für die Bürger abgemildert werden. Arbeitgeber können die Prämie in diesem Jahr und bis zum 30. Juni kommenden Jahres zahlen, müssen das aber nicht.
Jahrestag der Wahl von Papst Leo XIV.: Zum Jahrestag seiner Wahl besucht Leo heute Neapel und Pompeji. Dabei stehen für den ersten US-amerikanischen Pontifex unter anderem Treffen mit Bürgermeistern, Menschen in schwierigen Lebenssituationen sowie Personen mit Erkrankungen und Behinderungen auf dem Programm. In Pompeji leitet das Oberhaupt der katholischen Kirche auch eine Messe. In Neapel will er andere Geistliche und Politiker treffen.
Sport
SC Freiburg zieht ins Finale der Europa League ein: Beflügelt durch einen starken Lukas Kübler und eine frühe rote Karte der Gäste, reichte den Breisgauern ein 3:1-Sieg.
Deutsche Tischtennis-Frauen haben Bronze sicher: Sabine Winter, Han Ying und Annett Kaufmann gewannen im Viertelfinale der Tischtennis-Teamweltmeisterschaft mit 3:1 gegen Hongkong.
Zahl des Tages
19.000. Es ist der bis dahin größte Polizeieinsatz in der Geschichte der Bundesrepublik: Ein Behälter mit radioaktivem Abfall aus der französischen Wiederaufbereitungsanlage La Hague erreicht heute vor 30 Jahren das Zwischenlager Gorleben. Den zweitägigen Transport durch vier Bundesländer sichern 19.000 Polizisten.
Über die Suche nach einem geeigneten Atommüll-Endlager berichtete frontal am 21.04.2026 ab 21 Uhr.
Gesagt
Wir sind von der Natur abhängig für jeden Bissen Nahrung, den wir zu uns nehmen, und für jeden Atemzug.
David Attenborough, britischer Naturforscher
So beschrieb David Attenborough einmal das Verhältnis des Menschen zur Umwelt. Der Forscher gilt in Großbritannien und weltweit als Kultfigur der Naturdokumentation. Seine ruhige Erzählstimme hat hohen Wiedererkennungswert. Seine Fernsehkarriere begann er bereits in den frühen 50er-Jahren, er drehte seitdem etliche Dokumentationen und setzte dabei oft neue technische Standards.
Queen Elizabeth schlug ihn gleich zweimal zum Ritter. Dutzende Pflanzen und Tiere sind nach Attenborough benannt. Heute feiert er seinen 100. Geburtstag - und ist weiterhin aktiv.
Über dieses Thema berichtete "heute in Europa" am 07.05.2026 ab 16 Uhr.
07.05.2026 | 2:09 minWeitere Schlagzeilen
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Die Nachrichten im Video
Kurznachrichten im ZDF - immer auf dem Laufenden
08.05.2026 | 1:45 minWenn Sie unser ZDFheute Update abonnieren möchten, können Sie das hier tun oder in Ihrer ZDFheute-App unter Meine News / Einstellungen / ZDFheute-Update-Abo.
So wird das Wetter heute
Heute sind die Wolken in der Mitte oft noch dicht. Schauer gibt es aber nur ganz vereinzelt. Im Süden wechseln sich Sonne und Wolken ab, im Norden ist es oft wolkenlos. Die Temperatur steigt auf Werte von 14 bis 21 Grad. Den aktuellen Wetterbericht der ZDF-Meteorologen finden Sie jederzeit auf unserer Übersichtsseite.
Quelle: ZDF
Zusammengestellt von Torben Heine.
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