Gesetz falsch ausgelegt:US-Gericht erklärt Trumps weltweite Zölle für rechtswidrig
Neuer Rückschlag für US-Präsident Trump: Ein US-Gericht kippt seine temporären globalen Zehn-Prozent-Zölle. Er habe seine Befugnisse überschritten, begründete das Handelsgericht.
Mit der zeitlich befristeten Abgabe in Höhe von zehn Prozent habe US-Präsident Donald Trump seine Befugnisse überschritten, erklärte das Gericht.
Quelle: AFPUS-Präsident Donald Trump hat mit seiner umstrittenen Zollpolitik erneut eine juristische Niederlage erlitten. Das Gericht für Internationalen Handel in New York erklärte Trumps temporäre Zölle auf Einfuhren aus der ganzen Welt für rechtswidrig. Mit der zeitlich befristeten Abgabe in Höhe von 10 Prozent habe der Präsident seine Befugnisse überschritten, erklärte das Gericht.
Trumps pauschale Zölle laut US-Gericht nicht gerechtfertigt
Nachdem das Supreme Court im Februar bei zuvor verhängten Zöllen ebenfalls festgestellt hatte, dass allein das US-Parlament - nicht der US-Präsident - die Befugnis habe, Steuern und Zölle zu erheben, hatte Trump auf die meisten US-Importe einen Zoll von zehn Prozent erhoben. Zudem hatte er gedroht, den Satz auf 15 Prozent zu erhöhen.
US-Präsident Trump hat die Verringerung von US-Truppen in Deutschland und die Erhöhung des Importzolls auf EU-Fahrzeuge angekündigt. Welche Optionen hat Europa, um zu reagieren?
04.05.2026 | 3:09 minDas wäre der Maximalwert, den der Präsident unter Berufung auf das Handelsgesetz aus dem Jahr 1974 für 150 Tage erheben darf. Die pauschalen Abgaben seien nach einem Handelsgesetz aus den 1970er Jahren nicht gerechtfertigt, urteilte das Gericht am Donnerstag.
Bereits erhobene Zölle müssen rückerstattet werden
Trump habe das als Grundlage herangezogene Handelsgesetz falsch ausgelegt. Weder die US-Regierung noch die Zollbehörde (CBP) dürften Importabgaben von den Klägern - darunter der US-Bundesstaat Washington - einfordern. Bereits erhobene Zölle müssten ferner erstattet werden, verfügte das Gericht.
Das oberste US-Gericht hat viele von Präsident Trump verhängte Zölle gekippt. Abgeordnete der Demokraten äußerten sich erleichtert, Trump dagegen will sich nicht geschlagen geben.
21.02.2026 | 1:57 minFerner stellte es fest, dass die US-Regierung die "fundamentalen internationalen Zahlungsprobleme", die das Handelsgesetz zur Voraussetzung macht, nicht ausreichend belegen konnte. Zudem ziehe Trumps Erlass Handels- und Leistungsbilanzdefizite heran - obwohl das Gesetz Zahlungsbilanzdefizite zur Bedingung macht.
Die US-Regierung könnte Berufung einlegen. Danach wäre auch der Gang vor das Oberste Gericht möglich. Angesprochen auf die Gerichtsentscheidung zeigte sich Trump unbeirrt. Er wolle ungeachtet weiterhin seine Zollpolitik verfolgen, egal, wie die Justiz entscheide, sagte er vor Journalisten.
Verhandlungen über EU-US-Zolldeal stocken
Kurz vor der Bekanntgabe der jüngsten Gerichtsentscheidung drängte der US-Präsident die EU noch dazu, endlich den EU-US-Zolldeal umzusetzen. Sollten die Europäer das nicht bis zum 250. Geburtstag der USA - also bis zum 4. Juli - schaffen, drohte er mit deutlich höheren Zöllen.
Der Ukrainekrieg, die Lage im Nahen Osten und die US-Zölle: Alles Themen, die der Bundeskanzler und der US-Präsident in Washington besprechen wollen, Themen mit großer Relevanz für Europa.
05.06.2025 | 2:45 minMitte August 2025 hatten sich Trump und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in einem Rahmenabkommen auf eine Zollobergrenze von 15 Prozent auf die meisten EU-Warenimporte in die USA geeinigt. Auch für europäische Autos und Autoteile sollte der Satz gelten. Im Gegenzug verpflichtete sich die EU, Zölle auf US-Industriegüter zu streichen und den Marktzugang für US-Agrarprodukte wie Schweinefleisch und Milchprodukte zu erleichtern.
In der EU laufen zwischen Europaparlament und den Mitgliedsländern noch Verhandlungen, die für die vollständige Umsetzung des Zolldeals notwendig sind. Bei einem Treffen von Vertretern am Mittwoch wurde noch keine Einigung erreicht.
US-Präsident Trump möchte die Zölle für Autos aus der EU von 15 auf 25 Prozent erhöhen. ZDF-Korrespondent David Sauer ordnet die neueste Entwicklung ein.
01.05.2026 | 1:37 minDrohende Autozölle weiter offen
Vergangene Woche hatte Trump der EU bereits vorgeworfen, sich nicht vollständig an den ausgehandelten Zolldeal zu halten. Als Reaktion kündigte er an, bereits diese Woche die Zölle auf Autos und Lastwagen, die aus der EU in die USA eingeführt werden, von 15 auf 25 Prozent zu erhöhen. Dies würde vor allem Produkte treffen, die aus Deutschland in die USA eingeführt werden.
Eine Anfrage der Deutschen Presse-Agentur beim Weißen Haus, ob die jüngst angedrohte Erhöhung von Zöllen auf Importe von Autos und Lastwagen nun bis zur neuen Frist am 4. Juli vom Tisch sei, blieb zunächst unbeantwortet.
Wichtiger Hinweis in eigener Sache
Wer bei Google etwas sucht, bekommt neben den Suchergebnissen auch eine Box mit Schlagzeilen angezeigt.
Mit ZDFheute als hinterlegter Quelle bekommen Sie unsere Inhalte häufiger in die Schlagzeilen-Box gespielt - geprüfte Inhalte, direkt in Ihrem Überblick.
→ Hier ZDFheute als bevorzugte Quelle einstellen.
Mehr zu Trumps verhängten Zöllen
Bis zum 4. Juli:Trump setzt EU Frist für Umsetzung von Handelsabkommen
mit Video0:2125 Prozent auf europäische Fahrzeuge:EU kritisiert geplante Zoll-Erhöhung, Autoindustrie mahnt EU
mit Video0:21Einfuhren aus der EU:Trump: Zölle auf Autos und Lkw sollen auf 25 Prozent steigen
mit Video1:37WISO - Wirtschaft erklärt:Drei Versprechen gab Trump: Die Zoll-Bilanz nach einem Jahr
von Tim Weber und Florian Neuhannmit Video9:59