25 Prozent auf europäische Fahrzeuge:EU kritisiert geplante Zoll-Erhöhung, Autoindustrie mahnt EU
Statt 15 Prozent will US-Präsident Trump Zölle von 25 Prozent für Autos aus der EU erheben. Die EU kritisiert das scharf. Die Automobilindustrie sieht Handlungsbedarf in Brüssel.
Die Europäische Union kritisiert die neuen Zollpläne von US-Präsident Trump. Er kündigte an, die Abgaben auf Autos und Lastwagen aus der EU von 15 auf 25 Prozent zu erhöhen.
02.05.2026 | 0:21 minDie Europäische Union und die deutsche Wirtschaft kritisieren die von US-Präsident Donald Trump angekündigte Anhebung von Zöllen auf Fahrzeuge aus der EU. Die EU-Kommission behielt sich in einer ersten Reaktion Gegenmaßnahmen vor, sollte Trump seine Ankündigung tatsächlich wahr machen.
Trump hatte am Freitag auf der Plattform Truth Social angekündigt, er wolle Zölle auf Autos und Lastwagen, die aus der EU in die USA eingeführt werden, von kommender Woche an auf 25 Prozent erhöhen. Er begründete das mit dem Vorwurf, dass sich die EU nicht an das vereinbarte Handelsabkommen halte.
US-Präsident Trump möchte die Zölle für Autos aus der EU von 15 auf 25 Prozent erhöhen. ZDF-Korrespondent David Sauer ordnet die neueste Entwicklung ein.
01.05.2026 | 1:37 minBernd Lange, Vorsitzender des Handelsausschusses im Europaparlament, nannte Trumps Ankündigung inakzeptabel. Die EU arbeite an der Umsetzung des Abkommens.
Während die EU ihre Verpflichtungen erfüllt, bricht die US-Seite ihre Zusagen immer wieder.
Bernd Lange, Vorsitzender Handelsausschusses EU-Parlament
Das schrieb Lange auf der Plattform X. Der deutsche Verband der Automobilindustrie (VDA) bezeichnete Trumps Vorstoß als "erneute und schwerwiegende Belastung der transatlantischen Beziehungen".
Das EU-Parlament unterstützte im März die zeitweise Abschaffung von Zöllen auf US-Industrieprodukte. Im Gegenzug sollten US-Zölle auf EU-Waren maximal 15 Prozent begrenzt werden.
26.03.2026 | 0:32 minEU-Kommission behält sich Gegenmaßnahmen vor
Eine Sprecherin der EU-Kommission teilte mit, man bekenne sich weiter "zu einer berechenbaren, für beide Seiten vorteilhaften transatlantischen Beziehung". Sollten die USA Maßnahmen ergreifen, die im Widerspruch zum gemeinsamen Handelsabkommen stünden, behalte man sich jedoch "alle Optionen vor, um die Interessen der EU zu schützen".
Die Sprecherin versicherte, die EU setze die eingegangenen Verpflichtungen im Einklang mit der üblichen Gesetzgebungspraxis um und halte die US-Regierung dabei stets umfassend auf dem Laufenden.
Automobilindustrie mahnt Brüssel an
Die Automobilindustrie fordert eine rasche Lösung des Konflikts.
Das Handelsabkommen, das zwischen der EU und den USA vereinbart wurde, muss von beiden Seiten eingehalten werden.
Hildegard Müller, VDA-Präsidentin
Dabei müsse Brüssel "endlich" die Abmachungen umsetzen, forderte sie. Die Automobilindustrie rufe sowohl Washington als auch Brüssel zu einer Deeskalation und zu raschen Gesprächen auf. Die zusätzlichen Abgaben würden die deutsche und europäische Automobilindustrie in einer ohnehin angespannten Lage hart treffen.
EU zurückhaltend bei Umsetzung
Im Sommer 2025 hatten sich Trump und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in einem Rahmenabkommen auf eine Obergrenze von 15 Prozent auf die meisten EU-Warenimporte in die USA geeinigt. Auch für europäische Autos und Autoteile soll der Satz gelten. Im Gegenzug verpflichtet sich die EU, Zölle auf US-Industriegüter zu streichen und den Marktzugang für US-Agrarprodukte wie Schweinefleisch und Milchprodukte zu erleichtern.
Das EU-Parlament stoppte im Februar vorerst das Handelsabkommen mit den USA. Zuvor hatte US-Präsident Trump nach einem Gerichtsurteil gegen seine Zollpolitik neue globale Zölle angekündigt.
23.02.2026 | 2:41 minZolldrohungen Trumps im Grönland-Konflikt und Unsicherheit nach einer Gerichtsentscheidung, die viele US-Zölle für rechtswidrig erklärt hatte, hatten die Umsetzung des Zolldeals allerdings gebremst.
Das Europäische Parlament gab im März bekannt, die weitere Umsetzung des Abkommens mit den USA an strenge Bedingungen knüpfen zu wollen. Die Abgeordneten sprachen sich mehrheitlich dafür aus. Für den Vollzug müssen auch die Mitgliedstaaten noch den entsprechenden Verordnungen zustimmen.
Autos und Lastwagen von EU-Herstellern, die in den Vereinigten Staaten produziert werden, sind laut Trump von den Abgaben ausgenommen.
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